Radltour der Grünen durch Herrsching mit Ruth Paulig (r.)
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Der Grünen-Aktion hatte sich auch CSU-Gemeinderat Thomas Bader (4.v.l.) angeschlossen. Mit ihm radelten Herrschings Grünen-Ikone Ruth Paulig (r.) und fast alle Grünen-Gemeinderäte.

Radl-Infotour

Grüne wollen Radwege besser beschildern

  • vonAndrea Gräpel
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Linker Arm raus, rechte Hand bremst, Augen gerade aus: Die Abzweigung von der Wörthseestraße in die Ellwanger Straße in Breitbrunn ist die gefährlichste Begegnung von Autoverkehr und Radlfahrern – darin waren sich Mitglieder vom Ortsverband der Grünen in Herrsching einig. Dieser hatte für Samstag zu einer Radl-Infotour von Breitbrunn nach Herrsching eingeladen, um auf Schwachstellen in der Radwegeführung hinzuweisen.

Breitbrunn/Herrsching – Es waren wohl noch nie so viele Ausflügler mit dem Radl unterwegs wie in der Corona-Zeit. Vor allem das Geschäft mit den E-Bikes boomt. Die Grünen freut dies auf der einen Seite, auf der anderen sind sie in Sorge, denn die Radwege seien schlecht ausgeschildert und zum Teil auf gefährlich. Bereits wer aus dem Bucher Weg in Breitbrunn komme, müsse zuerst einmal die Einmündung Seeleite heil überstehen.

Auch zur Schildersituation gibt es in Breitbrunn Kritik. „Es gibt keine Schilder, die auf die große Schlaufe rund um den Ammersee hinweisen. Die Hinweisschilder zeigen nur die Richtung zum nächsten Etappenziel an“, bedauert Gemeinderat Gerd Mulert. Als Vorstands-Vorsitzender der Energiegenossenschaft Fünfseenland mit Sitz an der Seestraße in Herrsching werde ihm auch dort an der Kreuzung täglich vor Augen geführt, wie die kleinen, tabletgroßen Radweghinweiser des Landkreises im Schilderwald untergehen. „Die sieht doch niemand“, sagt er. „Überall ist man als Radler besser aufgehoben als hier im Landkreis“, findet er, als er von seinem jüngsten Urlaub berichtet. „Jeden Tag sieht man Radtouristen, die ratlos in ihr Handy starren und auf Hilfe aus dem Netz hoffen“, meint auch Gerd Kloos.

Die Grünen fordern des neue, gut sichtbare Logos, optimalerweise eines für einen Radweg rund um den Ammersee. Ob Tourismusgesellschaft gwt, Landkreis oder Gemeinde – „irgendjemand muss das in die Hand nehmen“, sagt Mulert. Einen ersten Anlauf will die Gemeinderatsfraktion mit einem Antrag wagen.

Irreführend sei auch der Übergang von Mühlfeld kommend auf den Fahrradschutzstreifen. „Die Leute wollen an den See.“ Wie zum Beweis radelt in dem Moment ein Radlerpärchen konsequent auf der linken Seite weiter, sie auf dem Fußweg und er – was weit gefährlicher ist – daneben auf dem entgegengesetzten Fahrradschutzstreifen, obwohl ihm Radler und Autos entgegenkommen. So viel Schutz kann ein Streifen gar nicht bieten. Ähnliche Situationen gebe es ortsauswärts Richtung Breitbrunn, weil die Radltouristen die Beschilderrung über Rausch nicht gesehen hätten. „Wie oft überholt man vor allem ältere Menschen oder Familien auf der Staatsstraße deswegen?“, sagt Mulert.

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