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Besuchten den Weltladen, um 254 Euro zu übergeben: die Schüler der Herrschinger Ammerseeklasse mit Annika Waymann (Indienhilfe), Lehrerin Susanne Hänel und Elisabeth Kreuz, Vorsitzende der Indienhilfe (v.l.). 

Nach Klima-Wettbewerb

Grundschüler spenden Preisgeld für Indienhilfe - und verzichten dafür auch auf ihr Eis

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Sie sind „Solarhelden“ und Wohltäter: Herrschinger Grundschüler übergaben nun einen Anteil ihres Preisgeldes von einem Klima-Wettbewerb der Indienhilfe. Den Preis hatten sie für einen Song bekommen.

Herrsching – Eigentlich wollten die Schüler der Herrschinger Ammerseeklasse (1/2a) 200 Euro für die örtliche Indienhilfe spenden. Am Ende wurden es sogar 254 Euro – aber nur, weil viele Erst- und Zweitklässler der Christian-Morgenstern-Grundschule auf eine Kugel Eis verzichtet hatten. Die Schleckerei hätten sie sich durchaus verdient gehabt, finanziert wurde sie von einem Preisgeld, von dem – eben wegen des Verzichts – mehr übrig blieb als gedacht.

Die Vorgeschichte: Die Herrschinger Kinder sind nicht nur Wohltäter, sondern auch „Solarhelden“. Beim gleichnamigen Wettbewerb des Landratsamts und des Vereins Energiewende Landkreis Starnberg hatten sie den zweiten Platz in ihrer Altersgruppe erreicht. Mit einem selbst geschriebenen Lied inklusive Musikvideo. Der „Prima-Klima-Song“ war im Rahmen eines Klima-Spaziergangs in Herrsching zu Bürgermeister Christian Schiller im Herbst 2019 entstanden. Schon auf dem Weg waren den Kindern einige Reime eingefallen, in den Wochen darauf dichteten sie weiter und bauten mit FOS-Praktikant Jacob Ebrahim aus Bildern und Filmsequenzen den Clip. Dank der Unterstützung eines Vaters erfuhr das Projekt auch eine medienpädagogische Komponente. Per Computeranimation kommt ein Wurm aus dem Apfel, der aber auf dem Kompost wieder zu neuer Kraft findet.

Das Motto des Lieds: Klimaschutz kann so einfach sein. „Nicht immer neues Papier nehmen, beim Obst die Faulstellen wegschneiden, das Licht immer ausmachen: Es geht darum, was die Kinder tun können“, sagt ihre Lehrerin Susanne Hänel.

Die Schüler sagten sofort, dass sie spenden wollen

Die Hälfte des Preisgelds von insgesamt 400 Euro sollte an die Indienhilfe gehen. Der Schritt lag nahe, weil Hänel schon lange Zeit in gutem Kontakt mit dem Verein steht. Der erste Anstoß kam aber von den Schülern selbst: „Ich habe beide Gruppen der Klasse gefragt, was wir mit dem Geld machen könnten und sofort gehört: Wir könnten es doch spenden“, berichtet Hänel.

Aufgeteilt in zwei Gruppen, durften sich die 24 Schüler nun vom übrigen Preisgeld auch noch etwas im Weltladen der Indienhilfe aussuchen: Schreibblöcke, Süßigkeiten, Bücher oder Specksteinherzen, wie die Vorsitzende Elisabeth Kreuz berichtet. „Das Geld wird gleich für zwei Katastrophen gebraucht – und für die, die durchs Raster fallen“, sagt Kreuz. Das Coronavirus treffe in Indien gerade verarmte Familien härter als so manche deutsche. Dazu kommt der Zyklon, ein tropischer Wirbelsturm, der im Mai im indischen Westbengalen Tausende Häuser zerstörte. Die Herrschinger Indienhilfe ist mit acht indischen Organisationen in Kontakt, Kinder und Familien sind die Kernzielgruppe.

Hilfe und Austausch zwischen Herrsching und Indien haben Tradition. Mit der kleinen westbengalischen Gemeinde Chatra besteht seit 1994 eine Partnerschaft. Die Indienhilfe wird am 7. Juli 40 Jahre alt, der Weltladen feiert heuer sein 35-jähriges Bestehen.

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