Amtseinführung in St. Nikolaus Herrsching: Generalvikar und Domkapitular Msgr. Harald Heinrich führte Pfarrer Simon Rapp (r.) und Pfarrer Dr. Andreas Jall (l.) in die Dekanatsämter ein.
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Amtseinführung in St. Nikolaus Herrsching: Generalvikar und Domkapitular Msgr. Harald Heinrich führte Pfarrer Simon Rapp (r.) und Pfarrer Dr. Andreas Jall (l.) in die Dekanatsämter ein.

Herrschings Pfarrer Simon Rapp ist neuer Dekan, Dr. Andreas Jall aus Starnberg sein Prodekan

Gut im Hoffnung-Hamstern

Mutig, begabt und alles andere als ein Feigling: So beschreiben seine Amtskollegen Herrschings Pfarrer Simon Rapp (49). Seit gestern Abend darf er sich offiziell zusätzlich Dekan des Dekanats Starnberg nennen. Ein Amt, das er seit dem Wegzug Anton Brandstetters bereits ausfüllte.

Herrsching – Der stellvertretende Bischof von Augsburg, Generalvikar Harald Heinrich, führte Rapp in der St. Nikolauskirche in sein Amt ein. Nach 22 Jahren seelsorgerischer Tätigkeit hatte Dekan Anton Brandstetter im vergangenen Jahr das Fünfseenland verlassen. Nun tritt Rapp aus Herrsching auch offiziell seine Nachfolge an. „Ich wurde in einem Vorschlagsverfahren gewählt“, erläuterte Pfarrer Rapp bei seinem Einführungsgottesdienst. „Alle, die im Dekanat geistlich tätig sind, dürfen drei Leute für das Amt des Dekans vorschlagen.“ Die meisten Stimmen bekam er selbst. Damit ist Rapp für die kommenden sechs Jahre Starnbergs neuer Dekan. Seine dadurch frei werdendes Amt als Prodekans übernimmt Starnbergs Pfarrer Dr. Andreas Jall.

Neben den Gottesdiensten und seinen Aufgaben als Pfarrer wird Rapp nun zusätzlich das Pastoral, also die Seelsorge, innerhalb des Dekanats koordinieren und sich um die Mitarbeiter kümmern. „Trotzdem bleibe ich Pfarrer in Herrsching“, versicherte der leitende Geistliche der Pfarreiengemeinschaft Ammersee-Ost, der als solcher schon allerlei Organisationstalent unter Beweis stellen musste. „Und ab und zu bin ich zu besonderen Anlässen im Dekanat unterwegs.“

Kollegen und anwesenden Gottesdienstbesucher waren überzeugt, dass er seine neuen Aufgaben gut meistern wird. „Es ist eine Kunst, Hoffnung zu hamstern und diese mit den Menschen zu teilen“, sagte die stellvertretende Dekanin des evangelischen Dekanats Fürstenfeldbruck, Iris Göhr. „Und im Hoffnung-Hamstern ist er ziemlich gut.“ Das sieht auch Generalvikar Harald Heinrich aus Augsburg so: „Er hat reichlich Begabungen und Erfahrungen aus seinem vorherigen Amt als Pfarrer.“ Rapp war lange Präses des Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit fünf Jahren ist Rapp in Herrsching tätig.

Geboren ist Rapp in Kempten im Allgäu. Zuerst machte er eine Ausbildung zum technischen Bauzeichner, bevor es ihn zur Kirche zog. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich mit Gott und den Menschen zu tun haben will, und da ist der Pfarrer die beste Möglichkeit“, so Rapp. Er studierte daraufhin Theologie in Augsburg und ein Jahr in Ohio. „Ich schwanke noch, ob ich dankbar bin, Dekan zu sein, oder ob ich innerlich stöhnen darf, noch eine weitere Aufgabe zu haben“, sagte er. „Aber die Kollegen im Dekanat trauen mir diese Aufgabe zu und wollen mich in diesem Amt haben.“

Auch Landrat Stefan Frey besuchte den Einführungsgottesdienst und wünschte dem neuen Dekan alles Gute: „Die Pfarreiengemeinschaft Ammersee-Ost hat über 6100 Gläubige und Sie rocken die ganze Gemeinde“, sagte er zu Rapp. „Sie gehen offen und zugewandt mit dem Thema Kirche um und die Dialogbereitschaft zeichnet Sie aus.“ Als kleines Geschenk gab er ihm einen Rucksack, gefüllt mit „geistlicher Nervennahrung“, mit auf den Weg.

„Ich wünsche mir eine mutige und experimentierfreudige Kirche“, so der neue Dekan. Gemeinsam mit den Gottesdienstteilnehmern stieß er im Anschluss an die Messe mit Bier, Wasser und Limonade vor der Kirche auf sein neues Amt an. Vanessa Lange

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