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Am Ziel ihrer Träume: Noemi Tölgyesi (vo.l.) hat die Herrschinger Handballdamen nach dem Abstieg aus der Landesliga übernommen und führte sie gleich zur Meisterschaft.

Handball

Herrschings Damen machen ihr Meisterstück

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Die Herrschinger Handballerinnen sind am Ziel ihrer Träume. Nach dem 30:21 (13:11)-Erfolg am Sonntag im Spitzenspiel gegen die HSG Würm-Mitte II steht der TSV einen Spieltag vor dem Saisonfinale als Meister der Bezirksoberliga fest. „Jetzt feiern wir“, sagte Noemi Tölgyesi nach dem großartigen Erfolg.

Herrsching– Innerhalb von einem Jahr hat es die Trainerin geschafft, dem Landesliga-Absteiger neuen Schwung zu verleihen. In der Euphorie über den Erfolg sprach die Übungsleiterin ein großes Lob an den Verein und das gesamte Umfeld aus. „Herrsching ist gut für mich“, betonte sie, dass ihr das Klima am Ammersee auch persönlich gut tut. Der Klub dankte es ihr mit einem großen Blumenstrauß. Obwohl Tölgyesi über das gesamte Jahr hinweg nur einen sehr dünnen Kader zur Verfügung hatte, war auf die Spielerinnen und ihren Mitarbeiterstab stets Verlass. „Man wird nur Meister, wenn alles richtig funktioniert“, erklärte sie.

Im vorletzten Saisonspiel war zunächst noch Sand im Getriebe. Der Druck, der auf der Mannschaft lastete, war offenbar groß. Den Spielerinnen war klar, dass sie schon mit einem Unentschieden ihr Meisterstück machen konnten. Weil auch der Zuschauerzuspruch in der Nikolaushalle etwas üppiger ausfiel als sonst, kam der TSV mit der neuen Situation erst gar nicht zurecht. „Alle erwarteten, dass wir Meister werden“, räumte Tölgyesi ein. Ihre Mannschaft benötigte eine ganze Halbzeit, um die richtige Einstellung zu dieser entscheidenden Partie zu finden. „Wir waren nicht hundertprozentig konzentriert“, monierte die Übungsleiterin. Erst als sie in der Pause auf ihre Schützlinge einwirken konnte, fanden die zu ihrer eigentlichen Stärke zurück. Zur Beruhigung der Nerven trug bei, dass der Titelaspirant mit 13:11 führte, auch wenn in Abwehr und Angriff einiges daneben gegangen war.

In der zweiten Halbzeit arbeiteten dann alle Rädchen wieder ineinander. Die HSG, die den Herrschingerinnen bis dato kräftig zugesetzt hatte, konnte das Tempo nicht mehr mitgehen und geriet schon kurz nach dem Seitenwechsel entscheidend in Rückstand.

Dass der TSV am Ende deutlich mit neun Treffern Unterschied gegen den Tabellendritten gewann, lag auch an den Leistungsträgerinnen, die erneut demonstrierten, wie wichtig sie für den Erfolg des Teams sind. Andrea Petsch baute mit zehn Treffern ihr Torekonto auf 157 aus und ist mit dieser Bilanz einsame Spitze in der Liga. Einen starken Auftritt legte auch Nadine Rötzer hin, die glänzend Regie führte und sich mit einem halben Dutzend Tore belohnte. Genauso wichtig wie sie war wieder Julia Niemietz, die fünfmal ins Schwarze traf.

Mit dem Titelgewinn haben die Herrschinger Handballerinnen automatisch das Ticket für die Landesliga gelöst. Tölgyesi reagierte jedoch skeptisch, was die Zukunftsperspektiven ihres Teams betrifft. „Wir dürfen nicht einfach Landesliga sagen“, mahnt sie zur Weitsicht angesichts eines kleinen Kaders, der jedoch ein ganz großes Herz besitzt.

Torschützen: Petsch 10/2, Rötzer 6, Niemietz 5/1, Oberhofer 3, Müller 2, Hering 1, Nibbe 1, Mantel 1, Plesch 1

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