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Der Bürgermeister nacht es vor: Mit einem Fingerdruck kann Christian Schiller die Parkdauer in der App starten und auch beenden. Die lästige Kleingeldsuche wäre vorbei, die Automaten in Herrsching können auch nicht wechseln.

Parkgebühren

Ende der lästigen Kleingeldsuche

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Was in der Kreisstadt Starnberg bereits seit Mai vergangenen Jahres möglich ist, funktioniert mit dem Schulstart nach den großen Ferien auch in Herrsching: Parkgebühren können künftig über eine App auf dem Handy bezahlt werden.

Herrsching/Starnberg „Uns hat die Kommunale Verkehrsüberwachung schon im vergangenen Jahr dazu geraten“, berichtet Herrschings Bürgermeister Christian Schiller. Als der Gemeinde dann „sehr gute Konditionen“ angeboten worden seien, habe sie schließlich zugestimmt. Der Service, den in der Ammerseegemeinde die Firma ParkNow, eine Kooperation zwischen BMW und der Parkmobile Group, anbietet, soll den Gang zum Parkscheinautomaten ersparen, die lästige Kleingeldsuche sowie das Zuviel-Bezahlen von Parkgebühren. Natürlich funktioniert auch die Nachzahlung bei überschrittener Parkdauer. „Man muss sich als Parker keine Sorgen mehr machen, ein Strafzettel zu bekommen“, freut sich Christian Schiller. Und da die Höchstparkdauer in Herrsching satte acht Stunden beträgt, kann diese auch kaum überschritten werden.

Abgerechnet wird minutengenau per Fingerdruck jeweils zu Beginn der Parkdauer und zum Ende. Dafür wird allerdings auch eine Gebühr pro Parkvorgang in Höhe von 25 Cent fällig. Wer einen monatlichen Service für 2,99 Euro bucht, hat keine weiteren Kosten. Jedenfalls in Herrsching nicht oder in Schongau oder Kreuth. Fährt er zum Beispiel nach Starnberg – dann schon. Dort ist Handyparken zwar auch möglich, aber von einem anderen Anbieter, nämlich der Firma Sunhill Technologies mit ihrer App „TraviPay“ (wir berichteten). Ein Parkvorgang kostet bei Sunhill 20 Cent.

Sunhill ist in mehr als 100 Städten und Gemeinden in Deutschland vertreten. Herrsching ist beim Anbieter ParkNow Nummer 44 in Deutschland und Österreich zusammen. Bundesweit gibt es einige andere weitere Anbieter. „Die Abdeckung ist ein Problem“, gesteht Julia Frank, Sprecherin bei ParkNow. „Wir arbeiten daran, weitere Städte zu übernehmen.“ Es sei noch eine Menge Aufklärungsarbeit zu betreiben. Eine Kooperation der verschiedenen Anbieter sei aber nicht angedacht, so genannte Plattformlösungen seien jedoch in Arbeit.

Die einzige Kooperation, die ParkNow eingegangen ist, ist eine mit BMW. „Die neuesten BMW sind über das Navigationssystem mit ParkNow verbunden“, sagt Julia Frank. Das Fahrzeug erkenne sofort die kostenpflichtigen Parkplätze, die Gebühr wird selbstständig abgebucht. In München bietet ParkNow diesen Service bislang jedoch nur in Parkhäusern an.

Auf der Straße in Herrsching können die Mitarbeiter der Kommunalen Verkehrsüberwachung die Daten ab Dienstag, 12. September, mit denen von ParkNow über die Eingabe des Kennzeichens abgleichen. Abgerechnet werden diese Parker über den Anbieter, der der Gemeinde das Geld dann überweist – gegen Gebühr versteht sich. Zur Höhe gibt es keine Angabe, nur die Aussage des Bürgermeisters „sehr gute Konditionen“. Die Firma Sunhill hatte bei der Systemeinführung in Starnberg kein Geheimnis daraus gemacht. Die Einführung kostete die Kreisstadt 1500 Euro, dazu kommt eine monatliche Pauschale in Höhe von 150 Euro.

Langfristig arbeiten die Parkhandy-Anbieter auch an einem Lotsendienst über das Navigationssystem. „Das ist bisher aber noch nicht möglich“, sagt die ParkNow-Sprecherin. In dem Fall würde die das Navi auch zu einem freien Parkplatz am Straßenrand führen können. Das aber ist Zukunftsmusik. Bei Sunhill soll es immerhin schon bald möglich sein, dass Geschäftsinhaber und Restaurantbesitzer ihren Kunden die per Handy gelösten Parktickets zurückerstatten. Ziel sei aber, so die Sprecherin von ParkNow, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre keine Automaten mehr nötig seien, für die eine teure Wartung notwendig sei. Man muss nur wissen, welcher Anbieter wo den Service bietet.

Weitere Informationen

im Internet unter www.park-now.com

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