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Anpacken ist angesagt: Handballer und andere TSV-Mitglieder reparieren die losen Deckel und reinigen den Hallenboden in der Nikolaushalle. Sie hoffen, damit das drohende Harzverbot zu verhindern.

Harzverbot

„Wir haben aus dem Vorfall gelernt“

Die Herrschinger Handballer wollen ein drohendes Harzverbot abwenden. Sie putzen die Nikolaushalle und versprechen Besserung – der Hausherr, Rektor Florian Thurmair, fordert ein Verbot. Der Gemeinderat muss entscheiden.

Herrsching – Wie wichtig den Handballern des TSV Herrsching das Harz ist, haben sie mit einer Aktion unter Beweis gestellt. Das Haftmittel verbessert die Griffigkeit des Balles, hinterlässt aber auch Spuren am Boden. Jung und Alt packten am Mittwoch an und putzten den Boden der Nikolaushalle. Die war unter der Woche für Schüler und Vereine gesperrt worden. Florian Thurmair, Rektor der Christian-Morgenstern-Schule, hatte eine erhebliche Unfallgefahr festgestellt. Die lösungshaltigen Reinigungsmittel für das Harz würden dem Boden schaden. 30 bis 40 Deckel sind es, die nicht mehr halten, sagte Bürgermeister Christian Schiller.

Unglückliche Umstände: Putzfirma und Hausmeister fielen aus

Nun sind TSV-Mitglieder angerückt – seit Donnerstag soll die Halle wieder bespielbar sein. Alle Deckel sind wieder an Ort und Stelle, der Boden ist „picobello sauer“, sagt Christina Reich. Die dritte Bürgermeisterin hatte am Mittwoch gemeinsam mit der Vorsitzenden des TSV Herrsching, Hannelore Doch, spontan ein paar Handballer zusammengetrommelt, mit ihnen auf Anleitung eines Fachmanns den Kleber von den Abdeckungen der Pfostenhalterungen geschmirgelt, den Belag wieder aufgeklebt und Armaturen, Umkleiden und alle Gerätschaften in der Halle gereinigt – ohne aggressives Putzmittel. Ab sofort gelte ein Plan, die Mannschaften würden reihum zum Putzdienst eingeteilt, sagt Reich.

„Wir haben aus dem Vorfall gelernt“, versicherte Doch. Die Vereinsmitglieder sehen auch unglückliche Umstände: Die Putzfirma war am Montag ausgefallen, der Hausmeister, der die losen Deckel repariert, lag im Krankenhaus. Die Mitglieder seien jetzt in Sachen Reparieren eingewiesen und können selber Hand anlegen, sagt Reich.

Rektor: „Möchte einen Beschluss im Gemeinderat“

Trotzdem besteht Thurmair auf das Harzverbot. „Herr Thurmair hat mein vollstes Verständnis“, sagt Reich. „Es tut uns unendlich leid, dass es so weit gekommen ist“, bedauerte auch die Vorsitzende Doch. Thurmair aber hat genug. Er erinnerte an die anderen Nutzer, für die der Dreck unzumutbar sei. Nachdem er die Halle bereits im Dezember 2016 für den Schulsport schließen musste und einige Gesprächen mit den Handballern in der Vergangenheit geführt hatte, werde er erst wieder in der öffentlichen Sitzung sprechen. Damit lehnte er das von den Handballern gewünschte klärende Gespräch ab. 

Reich findet das sehr schade: „Ich bin immer dafür, dass man im Gespräch gemeinsam einen Kompromiss findet.“ In ihrer Jugend hatte sie in der Nikolaushalle selbst mit Harz Handball gespielt. Ein Verbot hätte fatale Folgen, glaubt sie. Die Dreifachturnhalle wurde in den 1980er Jahren extra groß gebaut, damit neben der Schule auch die Vereine eine Heimat haben. Damals zählte die Schule 400 Kinder, so Bürgermeister Christian Schiller. Jetzt seien es 800 – und Thurmair habe das Hausrecht. „Ich möchte einen Beschluss im Gemeinderat“, betonte der Rektor. „Die Entscheidung akzeptiere ich dann auch.“ Und die fällt in der Sitzung am 12. März.

Von Michèle Kirner

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