Heilig-Geist-Kirche in Breitbrunn
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Drei lange Jahre war die Heilig-Geist-Kirche in Breitbrunn gesperrt. Noch in diesem Monat sollen dort wieder Gottesdienste gefeiert werden.

Sanierungsarbeiten sind abgeschlossen – Erster Gottesdienst schon Ende des Monats

Heilig-Geist-Kirche bereit für Neustart

  • vonAndrea Gräpel
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Nach nahezu genau drei Jahren zähen Verhandlungen und aufwändiger Gutachten kann die Heilig-Geist-Kirche in Breitbrunn Ende dieses Monats wieder genutzt werden. Pfarrer Simon Rapp will den ersten Gottesdienst schon am letzten Oktoberwochenende dort feiern.

Breitbrunn – „Innerhalb von zwei Wochen ist alles passiert.“ Angesicht der jahrelangen Verhandlungen sei dies „erstaunlich einfach gewesen“, findet Kirchenpfleger Christoph Welsch. „Wir hatten gedacht, dass wir das Dach von innen öffnen müssen, um in den Zwischenraum gelangen zu können.“ Wie sich herausstellte, konnten die Sanierungsmaßnahmen aber über ein Gerüst direkt im Bereich zwischen Außen- und Innendach erfolgen. „Das war super“, freut sich Welsch.

Wie berichtet, war die Holzverleimung an den Tragbalken der Zeltdachkonstruktion das Problem. Die erst 49 Jahre alte Kirche musste wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. Im Raum stand zunächst, das komplette Dach ersetzen zu müssen. In Sorge um die hohen Kosten, hatte das Bistum bereits einen Abriss ins Spiel gebracht. Kirchenverwaltung und Pfarrer wollten davon aber nichts wissen und suchten händeringend nach einer Lösung. Nach zwei statischen Gutachten stellte sich schließlich heraus, dass eine Instandsetzung mit relativ einfachen technischen Maßnahmen möglich war.

Nachdem zuvor der große Hagelschaden vom Vorjahr an der Westseite behoben worden war, wurden nun im August die Leimbinder partiell verstärkt, indem Holzplatten auf die Fugen gesetzt und von einer Spezialfirma befestigt wurden. Die Hauptbinder wurden damit ertüchtigt, Horizontalträger mit Schrauben verstärkt. Fehlt nur noch das Okay des Statikers. „Aber ich rechne damit, dass es funktioniert“, sagt Welsch, der selbst Architekt und als solcher von der besonderen Architektur der Kirche fasziniert ist. Denn das komplette Zeltdach lastet auf nur zwei Betonpfählen. „Das ist schon einzigartig“, schwärmt der Kirchenpfleger. Ende dieser Woche soll ein abschließendes Gespräch stattfinden. Dann müssten eigentlich nur noch sauber gemacht, die Orgel gerichtet und Fenster geputzt werden. „Der Innenraum bleibt aber wie er ist“, so Welsch. Für eine Renovierung bleibe kein Geld übrig. Welsch und Rapp sind schon froh, dass sie in diesen Zeiten soweit im Kostenrahmen bleiben konnten. 310 000 Euro waren für die Gesamtmaßnahme veranschlagt, rund 50 000 Euro musste die Kirchengemeinde selbst aufbringen. Rapp freut sich vor allem, dass die Kirche durch die Spendenaktion wieder stärker ins Bewusstsein der Breitbrunner zurückgekehrt ist. Und dass die Kirche gerettet werden konnte, „das sah vor drei Jahren ganz anders aus“.

Die künftige Nutzung soll sich nicht nur auf Gottesdienste beschränken. Welsch, der seit Mai auch im Gemeinderat Herrsching sitzt, hatte bereits in der jüngsten Ratssitzung signalisiert, das eine Ortsteilversammlung in der großen Kirche durchaus möglich sein könnte. Auch für Kulturveranstaltungen soll das Gotteshaus offen stehen. Ein Ort der Begegnung, das war es, was Rapp im September vergangenen Jahres vorschwebte, als er mit der Kirchenverwaltung um Spenden warb und die Breitbrunner mit ins Boot holte. Ein Ort der Begegnung von Kirche und Kultur, Glaube und Kunst sowie der Jugend. Denn das pastorale Konzept sieht auch eine Jugendkirche vor. Diese Idee in Breitbrunn umzusetzen, schwebte Rapp schon vor fünf Jahren vor, als er nach Herrsching kam.

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