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Helferkreis ringt um Perspektiven

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Von: Andrea Gräpel

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Die Gemeinde hat die Fläche an der Goethestraße bis 2023 an den Landkreis verpachtet.
Die Gemeinde hat die Fläche an der Goethestraße bis 2023 an den Landkreis verpachtet. © Andrea Jaksch

Der Helferkreis Herrsching bangt um die Früchte der erfolgreichen Integrationsarbeit unter den teils massiv traumatisierten Bewohnern der Unterkunft, weil der Pachtvertrag für die Gemeinschaftsunterkunft an der Goethestraße, wie berichtet, nur bis 2023 verlängert wurde. Bürgermeister Christian Schiller und die Integrationsbeauftragte im Gemeinderat, Hannelore Doch (CSU), hatten deshalb gemeinsam an der jüngsten Sitzung des Helferkreises teilgenommen.

Herrsching - Am Montag berichtete Schiller dem Gemeinderat von einem „guten Gespräch“ und von dem Wunsch des Helferkreises nach einem Runden Tisch. Kurz zuvor war mit einer knappen Einstimmen-Mehrheit ein Antrag der Bürgergemeinschaft (BGH) in diesem Zusammenhang abgelehnt worden.

Die BGH wollte genaue Zahlen. Die Verwaltung sollte eine Zusammenstellung liefern mit der Anzahl der Sozialwohnungen im Gemeindegebiet und dem Hinweis dazu, wie viele davon fehlbelegt sind. Schiller wies darauf hin, dass es davon einige geben dürfte. Denn die Bedürftigkeit werde bei Mietbeginn geprüft. Ab dann bestehe ein Wohnrecht, „wir können die nicht einfach rauswerfen“. Dafür gebe es keine rechtliche Grundlage. Auch die zweite Forderung der BGH, gemeindliche Grundstücke zu benennen, die sich für sozialen Wohnungsbau eignen, fand keine Mehrheit. Diesmal mit dem Hinweis, dass dies ein landkreisweites Problem sei.

Mit ähnlichen Fragen hatte sich auch der Helferkreis an Bürgermeister und Gemeinderat gewandt. Dies hatte zu dem spontanen Besuch Schillers beim jüngsten Treffen des Helferkreises geführt. „Allerdings konnte er keine Konzepte oder Ideen nennen, wie man der desaströsen Lage des sozialen Wohnungsbaus in Herrsching und im Landkreis begegnen und Alternativen für die Unterkunft bereitstellen könnte“, bedauern die Helfer in einer Pressemitteilung. Viele ihrer Schützlinge hätten inzwischen Arbeit im Ort oder seien in einer Ausbildung. Viele bemühten sich um eine Wohnung – meistens erfolglos. Welche Alternativen böten sich den Menschen in den Unterkünften nach 2023? Dem könne nur gemeinsam begegnet werden, meinen die Herrschinger Helfer. Sie bitten daher um einen regelmäßigen Runden Tisch.

Schiller hat diesen Wunsch am Montag an die Fraktionen weitergegeben – verbunden mit der Bitte, darüber nachzudenken. Wenn sie den Wunsch unterstützen, müsste von jeder Fraktion wenigstens ein Vertreter bei diesen Zusammenkünften dabei sein. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 12. Juli könnten die Vertreter benannt werden, sodass noch vor den Ferien ein erster Runder Tisch stattfinden könnte. Dies jedenfalls ist der Wunsch der Helfer.

In der Zwischenzeit werde aktuell ein gemeindlicher Aufruf an alle Herrschinger vorbereitet, berichtete der Bürgermeister. Genauer gesagt sei es ein Aufruf an alle Vermieter und Grundstückseigentümer, ob sie bereit wären, ihr Eigentum für soziale Zwecke und zu entsprechenden Konditionen bereitzustellen. „Wir bereiten das gerade vor“, sagte Schiller.

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