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So trostlos sah es gestern Mittag bei Henle aus. Tatsächlich läuft der Betrieb aber noch bis Ende Juli. 

Firmenaufgabe

Sport Henle gibt auf

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Bis Ende Juli soll der Warenbestand geräumt sein. Ein Bauträger hat die Immobilie übernommen.

Herrsching – Und plötzlich waren die Fenster verklebt. Seit Anfang des Monats ist bei Sport Henle an der Seestraße in Herrsching Räumungsverkauf – „wegen Geschäftsaufgabe“. Karin Henle fällt es selbst nicht leicht. Seit zwei Jahren geht sie nach eigenen Angaben mit dem Gedanken schwanger, das Geschäft aufzugeben. „Ich werde jetzt 60“, sagt sie. Nach 45 Jahren Berufsleben mag sie nicht mehr, hat eine „eine andere Lebensplanung“, wie sie es nennt. Gerne hätte sie die Geschäftsräume weitervermietet. „Aber die Preise sind in Herrsching so hoch. Für eine Geschäftsfläche von 1200 Quadratmeter ist der Ort dafür einfach zu klein“, bedauert sie. Am Ende hat sie also verkauft. An einen Bauträger, der vermutlich modernen Wohnungsbau errichten wird. Mehr weiß Karin Henle nicht.

Noch bis Ende Juli ist der Räumungsverkauf geplant. „Wir haben noch ein großes Sommerlager“, sagt Karin Henle. Diese Sachen möchte sie gerne noch abverkaufen. „Wenn natürlich die Regale im April oder Mai schon leer sind, machen wir vorher zu“, sagt die Geschäftsfrau, die das Sport- und Modegeschäft seit zehn Jahren alleine führt. Damals war ihr Mann verstorben, der das Unternehmen 1961 gegründet hatte.

Herrschinger reagieren emotional auf die Schließung

Die gebürtige Sächsin hatte Hermann Henle nach der Wende in Riesa kennen gelernt, dort hatte der Herrschinger damals ein Geschäftshaus erstanden. Noch bis vor drei Jahren hat Karin Henle das auch weitergeführt, parallel zu dem Modehaus in Herrsching. Nun schließt auch das Geschäft am Ammersee.

Karin Henle ist überrascht, wie emotional die Herrschinger auf den Räumungsverkauf reagieren. „Ein Wahnsinn“, sagt sie. Die Reaktionen reichten von Schock bis Tränen. „Mit diesen Emotionen habe ich nicht gerechnet“, sagt sie ganz ehrlich. Denn so heimatverbunden fühlte sie sich eigentlich nicht, darum zieht es sie nun auch an die Ostsee. Als Sächsin hat sie immer in Mecklenburg-Vorpommern ihre Ferien verbracht. Den „Standortwechsel“, wie sie es nennt, habe sie sich schon lange gewünscht. Sobald der Räumungsverkauf abgeschlossen und die Fläche geräumt ist, werden die Umzugskartons gepackt.

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