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Viel Arbeit hatte die Feuerwehr mit den Aufräumarbeiten nach der Kollision zwischen einem Lkw und einem Mazda an der Kreuzung Mühlfelder-/See-/Weinhartstraße in Herrsching.

Unfall in Herrsching

500 Liter Diesel im Kanal

Das hätte auch eine veritable Umweltkatastrophe werden können: Nach einem Unfall am Dienstagnachmittag sind in Herrsching rund 600 Liter Diesel ausgelaufen – der Großteil davon in den Kanal. Der mündete zum Glück nicht wie viele andere in den Ammersee.

Herrsching– Rund 600 Liter sind viel, sehr viel. Drei bis fünf Badewannen, je nach Größe derselben. Oder zehn Füllungen eines normalen Pkw-Tanks. Genau so viel Diesel ist nach einem Verkehrsunfall am Dienstagnachmittag in Herrsching ausgelaufen – und rund 500 Liter davon gelangten in die Tagwasserkanalisation. Mehr als drei Stunden waren die Herrschinger Feuerwehr mit 16 Mann und die AWA mit der Beseitigung der Folgen beschäftigt (wir berichteten). Die waren beherrschbar – es hätte aber alles auch viel schlimmer ausgehen können.

Gegen 14.40 Uhr war ein Lkw-Fahrer (72) aus Spalt unweit von Nürnberg mit einem großen Lkw von Süden auf der Mühlfelder Straße nach Herrsching eingefahren, teilte die Polizei gestern mit. An der Kreuzung mit der See- und der Weinhartstraße missachtete der Mann die rote Ampel und rammte den Mazda einer Seefelderin, die gerade aus der Weinhart- in Richtung Seestraße über die Kreuzung fuhr. Die Wucht war so groß, dass der Pkw auf den Gehweg geschleudert wurde – dort befanden sich zum Glück keine Personen. „Wie durch ein Wunder wurde niemand bei dem Verkehrsunfall verletzt“, erklärt Polizeihauptkommissar Martin Heinrich von der Herrschinger Inspektion.

Der Pkw war unter den mit Kleiderbügeln beladenen Lastwagen geschoben worden und hatte den Tank auf einer Länge von rund 15 Zentimetern ausgerissen. Der Tank, sagt Herrschings Feuerwehrkommandant Daniel Pleyer, war gerade befüllt worden – mit insgesamt 900 Litern Diesel. Rund 600 Liter liefen aus, etwa 500 davon in den Tagwasserkanal. Zwar versuchte die Feuerwehr noch, die Gullys mit Spezialmatten abzudichten, doch war zu dem Zeitpunkt das meiste bereits abgelaufen. Den Diesel auf der Straße band die Wehr ab, eine vom Staatlichen Bauamt Weilheim beauftragte Firma erledigte mit einer Spezialmaschine den Rest. Wegen der Bergungsarbeiten musste die Straße zwei Stunden gesperrt werden, was in Herrsching zu massiven Verkehrsbehinderungen führte.

„Der Umweltschaden stand im Vordergrund“, sagt Pleyer. Der hätte noch viel schlimmer ausfallen können, denn die Tagwasserkanäle (für Regenwasser) an der Staatsstraße führen in die Kanalisation. Es gebe in Herrsching aber auch viele, die direkt in den See münden. So lief der Diesel über den Kanal ins Pumpwerk der AWA in Lochschwab, das Pleyer zufolge abgeschaltet werden musste – der Diesel hätte für die Kläranlage in Eching gravierende Folgen haben können. Die Pumpstation musste von einer Firma geleert und gereinigt werden.

Beide Fahrzeuge waren durch die Kollision so stark beschädigt, dass sie abgeschleppt werden mussten. Das war ein weiterer Grund für die lange Sperrung der Kreuzung. Den Sachschaden gibt die Polizei mit rund 10 000 Euro an.

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