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Petra Hofstätter verabschiedet sich in diesem Jahr in den verdienten Ruhestand.

Volkshochschule Herrsching

Stabwechsel bei der VHS Herrsching

  • vonAndrea Gräpel
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In der VHS Herrsching gibt es im September einen Führungswechsel. Michaela Wirries tritt die Nachfolge von Petra Hofstätter an.

Herrsching – „Ich hätte gerne eine vor Kraft strotzende Volkshochschule übergeben“, sagt Petra Hofstätter. Und sie war auf einem guten Weg, bis die Corona-Beschränkungen alles über den Haufen warfen. Die 63-Jährige ist seit 2012 Geschäftsführerin der Volkshochschule (VHS) Herrsching, im September übergibt sie das Ruder an Michaela Wirries (48). Für kommenden Freitag lädt Petra Hofstätter deshalb zum letzten Mal zu einer Mitgliederversammlung ein.

Vor allem das vergangene Jahr sei so erfolgreich gewesen, freut sich Petra Hofstätter. Die Krise nun, die hätte man sich gerne sparen können, meint sie. „Organisieren, planen, Strategien entwickeln – das wäre genau mein Ding gewesen“, sagt sie, räumt aber gleich darauf ein, „wenn ich 20 Jahre jünger gewesen wäre“. Am Ende ihres Arbeitslebens hätte sie sich etwas anderes gewünscht, stattdessen ist sie nun Krisenmanagerin. „Es findet ein komplettes Umdenken statt. Die VHS wird nicht mehr das sein, was sie vor der Corona-Krise war.“ Petra Hofstätter spricht von einem „gigantischen Teilnehmereinbruch“. Niemand wisse, ob sich die guten Zahlen vom Vorjahr je wiederholen werden oder ob sich die Stamm-Teilnehmer umorientierten.

Vor allem im Bereich Sprachen und Gesundheit gebe es immer wieder Teilnehmer, die der VHS Jahr für Jahr treu waren. „Nicht jeder kann sich ein Fitness-Studio leisten“, weiß Petra Hofstätter. Die VHS-Kurse seien eine gute erschwingliche Alternative. Bisher. „Nach der nun schon fünften Hygienemaßnahmen-Verordnung bringen wir nur noch vier bis sechs Teilnehmer in die Präsenzkurse.“ Sonst seien es zwölf oder 13 gewesen. „Die Kursgebühr ist dann natürlich eine andere“, bedauert sie. Aktuell arbeite die VHS mit den Dozenten an einem System, das abwechselnd Präsenz- und Online-Kurse erlaubt. Für das Livestreaming brauche es jedoch ein stabiles Netz. Zurzeit arbeiten die Dozenten mit der Plattform Zoom. Ziel sei es aber, das VHS-eigene „edudip“ – einen eigenen Raum für Webinare – über die VHS-Cloud zu nutzen. „Das ist sicherer, aber es ist noch nicht so benutzerfreundlich wie Zoom“, weiß die Geschäftsführerin der Herrschinger Erwachsenenbildung. Es sei alles momentan ein Kraftakt. Auch das Sommerprogramm, an dem sie gerade arbeitet und das ab kommendem Freitag, 19. Juni, verfügbar ist.

Ihre Bilanz wird Petra Hofstätter Vorstand und Mitgliedern am Freitag vorlegen. Da wird auch Michaela Wirries dabei sein und sich vorstellen. Den jüngsten Online-Teamsitzungen war die Nachfolgerin schon zugeschaltet. Sie tritt ihre Stelle am 1. September an. Petra Hofstätter bleibt von da an bis Ende dieses Jahres weiterhin zehn Stunden in der Woche in der Verwaltung, um ihre Kollegin einzuarbeiten.

Die 48-jährige Michaela Wirries hat einen Master in Bildungswissenschaften und unterrichtet aktuell an der Berufsschule Starnberg. Auch Petra Hofstätter mit kaufmännischer Ausbildung und anschließenden Studium der Kulturwissenschaften war branchenfremd, als sie 1997 in Teilzeit zunächst in der Verwaltung mitarbeitete und ab 2012 die Geschäftsleitung übernahm. Nur ein Jahr später nach dem Stabwechsel damals musste sie mit zu der Zeit noch zwei Geschäftsstellen-Mitarbeiterinnen – aktuell sind es drei – das lieb gewonnene Büro im Kurparkschlösschen räumen und in das ehemalige Café Flora in der Kienbachstraße 3 ziehen. Der große Vorteil am neuen Standort ist, dass er barrierefrei zugänglich ist. Trotzdem war es eine Liebe auf den zweiten Blick. Heute fühlen sich Petra Hofstätter und ihr Team dort aber sehr wohl.

Aktuell ist auch an der Kienbachstraße alles auf Hygienemaßnahmen ausgerichtet – den Vorgabekatalogen des Ministeriums gerecht. Über die Umsetzung steht Petra Hofstätter in engem Kontakt mit ihren Kollegen in Starnberg und im Würmtal, aber auch in Landsberg. „Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt sie. Darauf könne sie sich immer stützen. Und darauf wird sicher auch ihre Nachfolgerin gerne zurückgreifen.

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