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Sorgenvoller Blick: Anwohner wie Dr. Eva Bruckmoser machten sich Sorgen, dass der Wald an dieser Stelle verschwindet. 

Abholzung

Wenn Eschen zur Gefahr werden

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Die Botschaft von Luitpold Schneider ist klar: „Hier wird nicht gebaut.“ Genau das aber haben die Nachbarn an der Ploetzstraße in Herrsching zunächst befürchtet, als in dieser Woche ein großer Eschenbestand und andere Bäume abgeholzt wurden.

Herrsching – Luitpold Schneider ist als Förster beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) zuständig für das Revier Andechs, zu dem der Waldbestand in Andechs, Bernried, Feldafing, Pähl, Raisting, Tutzing, Wielenbach und auch Herrsching gehört. Die gemeindliche Fläche, auf der nun gefällt wurde, gehört dazu und wird von ihm betreut. Seit einiger Zeit hält sich offenbar hartnäckig das Gerücht, die Fläche sei verkauft worden und soll nun bebaut werden. „Das ist Unsinn“, sagt Schneider. Es handele sich vielmehr um eine Sicherheitsmaßnahme für Besucher des Waldes – der Weg ist öffentlich gewidmet – und für Anwohner.

„Von den Bäumen ging eine erhebliche Gefahr aus“, erklärt der Förster. Die Bäume seien im fortgeschrittenen Stadium vom so genannten Eschentriebsterben befallen gewesen, ein Pilzbefall, der die Bäume ausdörrt. Beim nächsten Sturm drohten sie umzufallen oder Äste abzubrechen – möglicherweise in angrenzende Gärten, in dem Kinder spielen. Seine Behörde würde dann für den Schaden haftbar gemacht.

„Ich hätte das schon im Winter veranlassen wollen, dann war aber der Sturm. Die Zeitplanung ist blöd gelaufen“, erklärt Schneider, denn Anwohner wie zum Beispiel die Botanikerin und Biologin Dr. Eva Bruckmoser wunderten sich auch, weshalb diese Maßnahme ausgerechnet in der Brutzeit erfolgt. Schneider versichert, dass er genau beobachtet habe, ob es Nester gibt. „Der Schutz von Brutstätten ist uns extrem wichtig“, sagt er. Auch eine Höhle in einer umgefallenen Weide, die als Totholz liegen geblieben war, sei nicht mehr besetzt gewesen. Schneider wusste, dass ein Kleiber zumindest kurzfristig dort eingezogen war. Deshalb hatte er genau nachgeschaut und auch dem Abholzungsunternehmen zu verstehen gegeben aufzupassen, ob die Höhle nicht vielleicht doch besetzt sei. Die vergangenen drei Wochen sei kein Vogel in dieser Höhle gewesen, weshalb auch die Weide entfernt wurde, denn die Fläche soll neu bepflanzt werden.

„Sie muss Wald bleiben, das ist auch so vorgeschrieben“, sagt der Förster. Schneider schwebt ein artenreicher Waldrand vor, in dem im Herbst Bergahorn, Weißdorn, Schlehe und Kirschbäume gesetzt werden sollen. Die Abholzung, so Schneider, sei eine reine Sicherheitsmaßnahme. Die besorgten Anwohner lädt er ein, im Herbst, wenn die neuen Bäume gesetzt werden sollen, sich an der Pflanzaktion zu beteiligen.

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