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Vielseitige Architektin und Gastronomin: Cathrin Dierks arbeitet in Teilzeit mit Jugendlichen und betreibt erfolgreich den Kiosk „Steg 1“. Mit der Erfahrung aus beiden Bereichen hofft sie, im Seewinkel ebenso Erfolg zu haben.

Strandbad Seewinkel

Frische Brise im Seewinkel

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Cathrin Dierks, Betreiberin des „Steg1“ in Possenhofen, übernimmt den Kisok im Strandbad Seewinkel in Herrsching.

Herrsching/Possenhofen – Sie ist ein Nordlicht, aber da ist es ihr mittlerweile eindeutig zu windig. „Ich liebe das Klima hier und die Seen“, sagt Cathrin Dierks. Das beweist die gebürtige Hamburgerin seit sechs Jahren in ihrem Kiosk „Steg 1“ in Possenhofen, den sie mit viel Liebe zu einem beliebten Treffpunkt nicht nur im Sommer gemacht hat. Dasselbe hat sie nun auch in Herrsching vor. Da der langjährige Pächter des Seewinkels, Alexander Urban, seinen Vertrag zum 31. Dezember auslaufen lässt, übernimmt die 53-jährige Wahl-Starnbergerin. Und sobald die neue dreigruppige Siebträgermaschine steht, gibt es dort bei schönem Wetter auch im Winter schon duftenden Kaffee. „Bestellt ist sie schon“, erzählt Cathrin Dierks begeistert.

Schon im Sommer hatte Cathrin Dierks den Gemeinderat Herrsching mit ihrem Konzept für das gemeindeeigene Strandbad begeistern können. Bis zur jüngsten Gemeinderatssitzung nach Abschluss der Saison war aber Stillschweigen vereinbart. Und Cathrin Dierks ist voller Vorfreude. Bevor es losgehen kann, gibt es jedoch noch viel zu tun. Urban hatte all die Jahre im Klostergasthof produziert und den Kiosk beliefert. „Ich mache alles vor Ort, und dafür ist es im Seewinkel alles zu klein.“ Der Kiosk werde deshalb erstmal entkernt und komplett neukonzipiert. Die ehemalige Architektin hat die Pläne natürlich schon im Kopf. Auch außen will sie einiges ändern. Vor allem möchte sie für ältere Menschen auch Sitzgelegenheiten näher am See schaffen.

Der Tatsache, dass es in Herrsching immer wieder Probleme mit Jugendlichen gab, fühlt sich Cathrin Dierks gewachsen. Die 53-Jährige war nicht nur lange Alleinerziehende von drei Kindern (16, 26 und 29), als Architektin habe sie auch Kindergärten und Schulen gebaut und mit Kindern Konzeptarbeit gemacht. Mit dieser Erfahrung arbeitet sie auch zehn Stunden in der Woche im Pöckinger Jugendhaus. Aus regelmäßigen Jour fixes der Landkreis-Jugendhäuser sind ihr die Probleme in Herrsching deshalb nicht unbekannt. Sie würde die Jugendlichen gerne im Seewinkel einbinden – durch Sportveranstaltungen wie zum Beispiel Beachvolleyball-Turniere. „Wenn die einen Treffpunkt da haben, werden die abends auch nichts abfackeln“, hofft sie. Ein Patentrezept sei dies zwar nicht, „aber ich hoffe darauf, dass es besser wird“.

Am liebsten wäre es Cathrin Dierks natürlich auch, wenn der Sprungturm nicht abgebaut werden müsste. Wie berichtet, findet die Gemeinde aber niemanden, der als Bademeister die notwendige Aufsicht übernehmen würde. Auch in diesem Punkt stirbt die Hoffnung zuletzt, denn Dierks sind aus ihrer Arbeit im Badegelände „Paradies“, in dem sie auch SUPs verleiht, einige Menschen bekannt, die dafür vielleicht in Frage kämen. „Ich will mich nochmal umhören“, sagt sie. Noch ist der Sprungturm ja nur versperrt, aber nicht abgebaut.

Wie schon in Possenhofen, will die gelernte Architektin auch in Herrsching Gemütlichkeit Strandbad bringen. Die öffentlichen Toiletten gegenüber vom Kiosk sollen etwa durch eine grüne Hecke optisch abgetrennt werden. Auf der Karte soll es die üblichen Kiosk-Angebote wie Currywurst und Pommes geben, aber auch Steckerlfisch, Suppen oder Pasta und kleine Häppchen. Und geöffnet ist das ganze Jahr. „Bei schönem Wetter gibt es auch im Winter Kaffee oder Glühwein“, verspricht sie. Oder auch heiße Germknödel.

In Possenhofen beschäftigt Cathrin Dierks zehn bis 15 Angestellte, um den Ansturm an guten Tagen zu meistern. Dafür ist im Sommer auch zwischen 14 und 18 Stunden geöffnet. Wie in Possenhofen kann sie sich auch in Herrsching Musikveranstaltungen vorstellen. „Aber das muss noch mit der Gemeinde abgesprochen werden.“ Schließlich gebe es am Seewinkel Nachbarn. Bis dahin wird noch viel Wasser durch den Kienbach in den Ammersee fließen. Erstmal wird umgebaut. Sobald die Küche eingerichtet und die Kaffeemaschine angeschlossen ist, geht der Betrieb im Januar bei schönem Wetter los.

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