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Die beliebten Märkte mit Kunsthandwerk und Gastro-Angebot sind Besuchermagnete, aber einigen Herrschingern wird der Trubel zu viel. Der Veranstalter muss einen von insgesamt vier Terminen streichen.

Veranstaltungskalender

Ein Markt weniger auf der Promenade

  • VonAndrea Gräpel
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Dass dem Gemeinderat Herrsching zehn Tage Markttreiben auf der Promenade eigentlich zu lang sind – auf diese Kritik war Sonja Weissler von GeJa-Eventmärkte gefasst, dass den Veranstaltern gleich ein Termin von insgesamt vier komplett gestrichen wird, damit hatte sie aber nicht gerechnet. Genau dies geschah am Montag.

Herrsching – Normalerweise entscheidet der Gemeinderat über den Veranstaltungskalender im Januar, aber einige Veranstalter wie auch GeJa selbst, hatten gebeten, früher darüber abzustimmen, damit sie besser kalkulieren können. So waren es zunächst einmal die 39 größeren, die schon feststehen und über die die Gemeinderäte am Montag abstimmten. „Mit Public Viewing werden es aber wohl 74“, schätzte Sandra Marsch, die sich im Rathaus um die Veranstaltungen in der Gemeinde kümmert. Allein vier Märkte – Oster-, Strand-, Promenaden- und Nachtmarkt – werden vom Seefelder Veranstalter GeJa (Gerd Jansohn) ausgerichtet. Für den Nachtmarkt (7. bis 16. August) hat er diesmal erneut zehn Tage vorgesehen. „Weil der Feiertag diesmal auf einen Samstag fällt“, erklärte Jansohns Mitarbeiterin Sonja Weissler. An einigen Tagen unter der Woche blieben die Standl deshalb auch geschlossen. Sowohl diese Absicht als auch die Dauer des Marktes gefiel einigen Ratsmitgliedern so gar nicht.

Seit 17 Jahren veranstaltet GeJa diese Märkte, die in der Regel über ein verlängertes Wochenende andauern. Eine Ausnahme gab es erstmals, als GeJa sein zehntes Jubiläum feierte. Seither wird aber immer wieder um diese Ausnahme gebeten. Nicht nur Christiane Gruber (BGH) war der Ansicht, dass der Ausnahme genug gewesen seien. „Ich finde zehn Tage zu lange“, sagte sie. Und dass die Standl zwischendurch geschlossen sein sollen, gefiel ihr schon gar nicht. Wolfgang Schneider war nicht nur dies zu viel, sondern auch die Anzahl dieser Art von Marktgeschehen mit Rahmenprogramm. „Jeden Abend steht eine Liveband auf der Bühne. Bei ein bisserl Westwind höre ich sogar im Kiental die Musik“, sagte er. Begeisterte Marktbefürworter wie Willi Welte und auch Christina Reich (beide CSU) blieben am Montag in der Minderheit, denn nicht nur die Dauer des Nachtmarktes wurde auf acht Tage beschränkt, sondern ein Termin soll nun komplett gestrichen werden. Welcher Markt, darüber darf Jansohn selbst entscheiden.

Neu ist im Veranstaltungsjahr 2020, dass es keine Marktsonntage mehr gibt. Der Gewerbeverein WIR hat sich für ein anderes Konzept entschieden, nämlich stattdessen zwei Veranstaltungen rund um den Rathausplatz und auf der Bahnhofstraße auf die Beine zu stellen. Geplant ist vom 17. bis 19. Mai ein „Bella Italia“ sowie am 12. September eine „Lange Wiesn-Tafel“. Nachdem er Ende der Sommerferien zweimal Pech mit dem Wetter hatte, will auch Streetfood-Festival-Veranstalter Hans Geisler sein Event 2020 schon vom 26. bis 28. Juni am Alten Sportplatz stattfinden lassen.

Anders als von der Polizei vorgeschlagen bleiben Ausweichtermine erlaubt, dafür ist für alle Veranstaltungen– klein oder groß – Mehrweggeschirr vorgeschrieben, auch kompostierbares Geschirr ist gestrichen, „weil alles im Restmüll landet“, so Ludwig Darchinger (CSU).

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