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Die „Chorperation“ probt je nach Bedarf für vier bis fünf Projekte im Jahr. Birgit Henke leitet das Ensemble nun schon seit 20 Jahren, vor 27 Jahren wurde der Chor – damals als reiner Gospelchor – gegründet. 

Chorperation

Selbst „Gloria“ wird aufgepeppt

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Herrschinger Chor begeistert seit 20 Jahren unter der Leitung von Birgit Henke.

Herrsching – Engelsgesang bekommt bei Birgit Henke schon mal einen lateinamerikanischen Rhythmus. Die Hechendorferin liebt es, Stile zu vermischen. Partituren, die sie für ihre Chöre ausdruckt, zeigen selten das Original. In der Regel tragen alle eine eigene Handschrift – die von Birgit Henke. Seit 20 Jahren leitet sie den Gospelchor „Chorperation“, seit 2013 auch den großen etwa 60-köpfigen Chor der evangelischen Kirche in Herrsching. Gewissermaßen mit dem „Kammerensemble“ der Kantorei – nicht wenige Sänger singen sowohl in dem einen als auch in dem anderen mit – begeisterte sie zuletzt die mehr als 300 Besucher des Jahresempfangs der Ammerseegemeinde.

Birgit Henke hat Musik studiert – und Sport. Zuvor hatte sie sich in einem Toningenieurstudium probiert. Aber ganz ohne Musik wollte sie nicht sein. Die Grundlagen ihrer musischen Ausbildung wurden ihr im Christoph-Probst-Gymnasium Gilching mit auf den Weg gegeben. In Herrsching aufgewachsen, hat sie dort ihr Abitur gemacht und wurde von ihrem Musiklehrer Valentin Schmitt unter die Fittiche genommen. „Der hat mich sehr geprägt“, sagt die 47-Jährige. Noch immer sind beide in gutem Kontakt. Beim Jahresempfang etwa begleitete er die Chorperation am Klavier.

Birgit Henke beschrieb die „Chorperation“ beim Jahresempfang als Kammerensemble der Kantorei, eigentlich ein Gospelchor. Aber Projektchor würde es besser beschreiben. Denn geprobt wird nur nach Bedarf, und den gibt es bis zu fünfmal im Jahr, und es sind auch nicht nur Gospel, die gesungen werden. Der Jahresempfang zum Beispiel war ein Projekt mit viel Pop und Jazz, das nächste Mal ist es tatsächlich eine „Gospel-Passion“ am 22. März in der Erlöserkirche.

Als Gospelchor vor 27 gegründet, hat die Chorperation unter der Leitung von Birgit Henke einen ganz eigenen Charakter. „Wir klingen ganz anders“, sagt sie. Natürlich werden auch Gospel gesungen, die Musikerin arrangiert sie dann aber um und vermischt sie mit Pop, mit Jazz und auch mal mit Klassik. Gesungen wird in wechselnder Zusammensetzung, je nachdem wer Zeit hat. „Ich schicke immer Listen, auf denen ich Termine zur Verfügung stelle. Dann schaue ich, wann die meisten Zeit haben“, erklärt Birgit Henke, die dafür auf das Online-System Doodle zurückgreift. Zur ersten Probe für die Gospelpassion waren es 22 Sänger an der Zahl, sechs Männer, der Rest sind Frauen. Mindestens vier Proben gibt es insgesamt.

„Über neue Tenöre oder Bässe freuen wir uns natürlich immer besonders“, sagt die Chorleiterin. Tatsächlich ist eine der sechs Männerstimmen zur ersten Probe ganz neu dabei und zur großen Freude Birgit Henkes sogar sowohl als Bass als auch Tenor einsetzbar. Nach einer Zeit vieler Wechsel durch Studium, Familiengründung, aber auch durch Rückkehrer, erarbeitet sich das Ensemble gerade wieder ein gemeinsames Repertoire. Weitere Neuzugänge sind deshalb auch aktuell willkommen, Frauen und Männer.

Für die „Gospel-Passion“ hat sich die Chorleiterin wieder an ihr elektrisches Piano zu Hause gesetzt, um für dieses Passionskonzert ein ganz besonderes Stück umzuarrangieren: „Time Passing“. Beim Jahresempfang war esdas „Gloria“, der Engelsgesang, das einen lateinamerikanischen Schliff erhielt. Dieses Stück nun stammt aus der Feder des palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad. Birgit Henke hörte es bei der Verleihung des Toleranzpreises an die Journalistin Dunja Hayali. Eine Mitsängerin hatte ihr die Teilnahme an der Preisverleihung in Tutzing ermöglicht. Nachhaltig beeindruckt hat sie dort aber eben jener Pianist.

„Jeder Ton ging direkt ins Herz“, sagt Birgit Henke. Das instrumentale Stück hat sie für den Chor nun umgeschrieben, lässt es klangvoll sechsstimmig mit Mmmmm und Aaaaaaa beginnen, und gibt ihm in der Mitte eine kurze Textzeile. „Give Us Peace“ fand sie treffend.

Die Sängerinnen und Sänger, der ein oder andere semi-professionell, treffen bei der Probe auf Anhieb den Ton. „Ich habe wieder den besten Platz in der Mitte“, freut sich die Chorleiterin am elektrischen Piano, mit dem sie das Musikstück begleitet. „Ein schöner satter Ton.“ Nur hie und da lässt sie Takte wiederholen: „Hier müsst ihr den Ton halten, chorisch atmen, dass er nicht so wegbricht.“ Aber eigentlich sitzen die Töne von Anfang an.

Begleitet werden die Lieder der Chorperation immer auch instrumental. Beispielsweise durch den ehemaligen Lehrer Henkes, von ihr selbst an der Posaune, die sie als Profimusikerin auch in anderem Orchestern spielt, und am Saxophon von Florian Dörr. Sie lässt den Tenor zwischendrin gern aus dem Ensemble an das Instrument wechseln. Auch in „Time Passing“ gibt es eine Stelle, die sie fürs Saxophon vorgesehen hat. Die Probe macht Vorfreude darauf, das Stück im März vom Anfang bis zum Ende zu hören.

Kontakt

Interessierte, chorerfahrene Sänger sind eingeladen, sich beim Evangelischen Pfarramt in Herrsching unter z (0 81 52) 13 84 zu melden.

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