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An der Rieder Straße wird seit vergangenem Jahr gebaut.

Wohnen

Schnäppchen macht hier niemand

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Einheimischenmodelle sollen Einheimischen bezahlbares Wohnen ermöglichen. Befinden sich die Grundstücke nicht im Gemeindebesitz gelingt das nicht immer, zumindest schwer.

Herrsching – Die Freude über die Möglichkeit für Einheimischenmodelle in Herrsching war anfangs groß. Weil sich die Planungen sowohl an der Rieder Straße in Lochschwab als auch auf der Klosterwiese Breitbrunn aber über Jahre hinzogen, haben steigende Baulandpreise und Baukosten für eine gewisse Ernüchterung gesorgt. Günstig ist der Grund nicht mehr.

Im städtebaulichen Vertrag für das Grundstück an der Rieder Straße hat sich die Gemeinde Herrsching eine Bruttogeschossfläche von 1500 Quadratmetern für Einheimische sichern lassen. Damals war man von 14 Wohnungen ausgegangen. Im vergangenen Jahr haben die Erschließungsarbeiten begonnen. Der Preis werde über ein kompliziertes Rechnungsmodell ermittelt, erklärt Bürgermeister Christian Schiller und gesteht, dass er sich das einfacher vorgestellt hat. Vor allem preislich attraktiver für Einheimische. Aktuell werde nachverhandelt, denn das erste Gutachten, das der Bauträger vorgelegt hatte, wurde vom Gemeinderat abgelehnt.

„Uns war es zu teuer“, sagt Schiller. Alles weitere sei abzuwarten, da über das zweite Gutachten zurzeit noch verhandelt werde. Möglicherweise verringert sich dabei die Bruttogeschossfläche zugunsten günstigerer Quadratmeterpreis für Einheimische. Er dürfe dazu aber nichts sagen, sagt der Bürgermeister.

Insgesamt 70 Wohneinheiten sollen auf der 35 000 Quadratmeter großen Fläche entstehen. Zu 30 Prozent seien die Wohnungen bereits verkauft, sagt Julia Wald, Sprecherin von Bauwerk Capital aus München, der Firma, die das Projekt weiterentwickelte, berät und vermarktet. Die Wohnungen, von denen sie spricht, sind allerdings frei finanziert. Beim Einheimischenmodell gelten strenge Voraussetzungen, unter anderem was Einkommen und Vermögen betrifft. Beabsichtigt war, für Einheimische bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ob dies gelingt, ist nach den stark gestiegenen Preisen nicht mehr sicher. „Damit konnte niemand rechnen“, sagt Schiller. Die Gemeinde gebe ihr Bestes.

Das gelte auch für die Klosterwiese in Breitbrunn. „Da hängen wir leider noch immer im Abwägungsverfahren“, bedauert der Bürgermeister. Wie berichtet, laufen die Nachbarn der Klosterwiese Sturm gegen die Bebauung. „Wirklich günstig wird es auch da nicht mehr“, weiß Schiller. Das Kloster als Eigentümer habe zwar Entgegenkommen signalisiert, aber bis zum ersten Spatenstich wird es wohl noch mindestens ein Jahr dauern. Wohin die Preise bis dahin gestiegen sein werden, kann niemand sagen.

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