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Erst durchbrach er Zaun und Hecke,  dann kam er am Baum zum Stehen: Mit ihrem roten Skoda hat eine Autofahrerin in einem Vorgarten in Herrsching am Samstag eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Spur der Verwüstung am Weltladen in der Luitpoldstraße

Endstation Baum: Auto rast durch Vorgarten

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Eine Autofahrerin hat am Samstag in Herrsching die Kontrolle über ihr Auto verloren und ist durch einen Vorgarten an der Luitpoldstraße gerast. Verletzt wurde zum Glück niemand, der Sachschaden wird auf 15.000 Euro geschätzt.

Herrsching – Am Baum war Endstation. Die Zierkirsche im Vorgarten des Weltladens an der Luitpoldstraße in Herrsching hat am Samstag die Irrfahrt einer 75 Jahre alten Autofahrerin aus Seefeld jäh gestoppt.

Wie die Polizei berichtet, war die Seniorin gegen 11.25 Uhr von Seefeld aus nach Herrsching gefahren. In der Rechtskurve ein paar hundert Meter nach dem Ortseingang verlor sie die Kontrolle über ihren Wagen – „vermutlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit“, wie eine Polizeisprecherin erklärte. Anstatt nach rechts in Richtung Ortszentrum zu fahren, schoss der rote Skoda über die Fahrbahn, durchbrach Gartenzaun und Buchenhecke. Irgendwie gelang es der 75-Jährigen dann, den Wagen zwischen Haus und Hecke zu halten, ehe er nach wenigen Metern an der Zierkirsche zum Stehen kam.

Der Lärm trieb Gudula Leuchtenberg, die Betreiberin des Weltladens, zusammen mit einer Kundin vor die Haustür. Wenig später kam Elisabeth Kreuz, die Vorsitzende der Indienhilfe Herrsching, dazu. „Im Auto waren beide Airbags angegangen. Es rauchte, und die Tür zum Fahrersitz klemmte“, berichtet sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Gudula Leuchtenberg und die Kundin holten die offenkundig benommene Fahrerin aus dem Wagen, begleiteten sie ins Gebäude. Kurz darauf trafen Polizei und Rettungsdienst an der Luitpoldstraße ein. Zur Sicherheit brachte der Sanka die 75-Jährige in die Klinik nach Seefeld. „Die Fahrerin des Pkw blieb unverletzt und kam mit dem Schrecken davon“, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Auch anderweitig hat es keine Verletzten gegeben, dafür zieht sich durch den Vorgarten des Anwesens eine Spur der Verwüstung. „Mehrere Heckenbäume sind entwurzelt und mitgerissen, ein großer hölzerner Gemüseabholstand ist komplett zertrümmert, die Lichterkette an der Hauswand zerrissen, ein Schaukasten am Haus irreparabel beschädigt, ein Fahrradständer weggerissen, der Straßenständer des Weltladens irreparabel verbogen, eine gusseiserne Gartenbank komplett zerstört“, zählt Kreuz auf. Zudem hat der Skoda das schwere Müllhäuschen aus Beton mit Platz für drei Mülltonnen um 90 Grad gedreht und so mitgerissen, dass es den Zugang zum Haus teilweise blockiert. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf etwa 15 000 Euro. Der Skoda musste mit einem Abschleppwagen samt Kran aus dem Garten geborgen werden.

„Wenn meine Schwester noch da gewesen wäre, wäre das Auto voll in sie reingefahren“, sagt Elisabeth Kreuz über die Tatsache, dass Gudula Leuchtenberg ein paar Minuten zuvor nach Altpapier zu den Tonnen gebracht hatte. Und auch was hätte passieren können, wenn das Auto frontal ins Haus gekracht wäre, will sich Elisabeth Kreuz lieber nicht vorstellen. So blieb es zum Glück beim Sachschaden. Weltladen und Indienhilfe haben regulär geöffnet. „Der Betrieb läuft normal weiter“, sagt die Vorsitzende.  ps

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