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Viel Arbeit für die Einsatzkräfte: Auf rund 20 000 Quadratmetern hatte sich das Feuer zwischen Herrsching und Breitbrunn ausgebreitet, als etwa 100 Feuer wehrleute die Flammen stoppen konnten. Das Gelände ist unwegsam.

Mehr als 100 Einsatzkräfte alarmiert

Feuer wütet in Waldstück bei Herrsching

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Ein ausgedehnter Waldbodenbrand auf einer Fläche von vier Fußballfeldern hat am Dienstagnachmittag mehr als 100 Feuerwehrleute unweit von Herrsching in Atem gehalten. Die Brandursache ist noch unklar. Die Wald- und Flächenbrandgefahr steigt im Landkreis mit den Temperaturen.

Herrsching – Diese Einsätze sind selten: Mehr als 100 Einsatzkräfte von Freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis Starnberg wurden am Dienstag gegen 16 Uhr zu einem Waldbrand an der Staatsstraße zwischen Herrsching und Breitbrunn gerufen. Das Feuer hatte sich dort auf 20 000 Quadratmeter Richtung Ried, also östlich der Straße, ausgebreitet, blieb jedoch zumeist am Boden.

Die Löscharbeiten waren dennoch nicht einfach. „Wir konnten das Löschwasser nicht aus dem Ammersee entnehmen“, erklärt Bauch. Der See war zu weit weg. Es hätte eineinhalb Stunden gedauert, bis eine Leitung von dort aufgebaut gewesen wäre. Die Einsatzkräfte hatten aber Glück im Unglück, denn im Wald der Gemarkung Ried gibt es einen Hydranten. Da der Alarmierungsplan für einen Waldbrand auch die beiden großen Tanklöschfahrzeuge TLF 4000 aus Gilching und Söcking in der Schleife hat, gab es am Ende genug Löschwasser, sodass das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich am Ende aufwendiger als der Brand selbst. „Es ist ziemlich unwegsames Gelände den Hügel hoch“, erklärt Bauch. Darüber hinaus hat es lange keinen Niederschlag gegeben, der Boden ist trocken. Zwischen Baumstämmen und Dickicht könnten noch immer Glutnester versteckt sein. Deshalb war darüber hinaus ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera im Einsatz.

Bei der Erstalarmierung war noch davon ausgegangene worden, das Feuer lodert auf Breitbrunner Flur, es wütete aber auf Herrschinger Flur. Und das nicht zu wenig. Breitbrunns Kommandant Florian Kleber konnte sich an kein ähnlich großes Feuer im westlichen Landkreis erinnern. Bauch fühlte sich an die Waldbrandserie im Würmtal vor neun Jahren zurückversetzt. „Da hatten ähnlich große Flächen gebrannt.“ Damals war es eindeutig Brandstiftung, der Schuldige wurde aber nie gefunden. Zur Brandursache gestern kann Bauch nur sagen: „Keine Ahnung.“

Die Staatsstraße zwischen Herrsching und Breitbrunn war für mehrere Stunden gesperrt. Im Einsatz waren Feuerwehrleute aus Herrsching, Breitbrunn, Gilching, Söcking, Inning, Hechendorf, Oberpfaffenhofen, Hochstadt und Tutzing sowie Mitglieder der Kreisbrandinspektion.

Die Waldbrandgefahr im Landkreis Starnberg ist in den vergangenen Tagen leicht gestiegen. Derzeit gilt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die Stufe 3 von 5. Für Donnerstag und Freitag wird in Teilen Oberbayerns Stufe 4 erwartet; eine Reduzierung der Brandgefahr ist derzeit nicht absehbar. Die Brandgefahr für Grasland, also freie Flächen, ist mit Stufe 4 von 5 angegeben. Das bleibt auf Sicht auch so.

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