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Ein verheerendes Feuer hat am frühen Donnerstagmorgen in Herrsching gewütet. Die Feuerwehr war mehrere Stunden im Einsatz.

Großaufgebot von Rettungskräften im Einsatz

Feuer zerstört Einfamilienhaus - Bewohnerin (89) kann sich rechtzeitig retten

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Ein verheerender Brand hat am frühen Donnerstagmorgen ein freistehendes Einfamilienhaus in Herrsching zerstört. Die Bewohnerin, eine 89 Jahre alte Frau, konnte das Gebäude unverletzt verlassen.

Update vom 24. Oktober, 18.18 Uhr: 

So einen Brand hat selbst ein erfahrener Feuerwehrmann wie Herrschings Kommandant Daniel Pleyer selten erlebt. Als er mit dem Löschzug der Herrschinger Feuerwehr Donnerstagfrüh gegen 3.05 Uhr an dem Einfamilienhaus am Mühlfeld im Süden der Gemeinde direkt am Ammerseeufer eintraf, stand das Gebäude bereits lichterloh in Flammen. „Die Brandentwicklung war extrem“, berichtet er Stunden später. 

Wenige Minuten vor Eintreffen der Feuerwehr hatte der installierte Rauchmelder die Bewohnerin, eine 89 Jahre alte alleinstehende Frau, aus dem Schlaf gerissen. Geistesgegenwärtig verließ sie das Haus und wartete im Nachthemd vor dem Gebäude auf die Retter. Die Seniorin überlebte das Inferno unverletzt – ihr Zuhause jedoch hat sie in dieser Nacht verloren. Das Feuer hatte sich binnen Minuten vom Dachgeschoss ins Erdgeschoss gebrannt. Die Konstruktion in Holzständerbauweise begünstigte die Brandentwicklung. Auch die Dämmung sei aus Holz gewesen, erklärt Pleyer. Den Innenangriff mussten die Kameraden deswegen schnell wieder aufgeben. Zu groß war die Gefahr, dass das Gebäude einstürzt. Hinzu kam, dass an dem älteren Haus erst vor kurzem das Dach erneuert und mit Kupfer eingedeckt wurde. Dadurch konnte die Hitze nicht entweichen. Mit Sägen und Trennschleifern mussten die Feuerwehrleute das Kupferblech entfernen, um das Feuer bekämpfen zu können. Dass noch das für die Dacharbeiten aufgestellte stabile Baugerüst stand, kam ihnen dabei entgegen. 

Insgesamt 60 Feuerwehrler waren bei dem Brand im Einsatz

Weil die Löscharbeiten extrem aufwendig und auch aufgrund der enormen Hitzeentwicklung äußerst anstrengend waren, wurden im Laufe der Zeit immer mehr Wehren nachalarmiert. Am Ende waren insgesamt 60 Kräfte der Feuerwehren Herrsching, Erling-Andechs, Breitbrunn, Steinebach, Starnberg, Fischen und Dießen im Einsatz. Hinzu kam ein Rettungswagen des BRK zur Absicherung der Einsatzkräfte vor Ort. „Wir haben die Atemschutzträger regelmäßig ausgetauscht“, berichtet Pleyer. Mehr als 20 bis 30 Minuten könne eine Einsatzkraft kaum schaffen, sagt er. 

Erschwert wurde der Einsatz durch einen Wasserrohrbruch, der sich mitten in den Löscharbeiten, gegen 5.45 Uhr, ereignete. An der Ecke Mühlfelder Straße/Summerstraße, gut einen Kilometer nordöstlich vom Einsatzort, war eine Hauptversorgungsleitung geborsten. In dem Rohr mit einem Durchmesser von 200 Millimetern klaffte ein Loch von sechs mal acht Zentimetern, berichtet Thomas Tinnes, technischer Leiter Wasserversorgung der Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA). 

Ein Rohrbruch verkomplizierte den Einsatz der Feuerwehren

Um die Löschwasserversorgung aufrechtzuerhalten, drehte die AWA das Wasser zunächst nicht ab – auch wenn dadurch 300 000 Liter pro Stunde durch das Leck entwichen. Für die Feuerwehr bedeutete das: Sie musste insgesamt vier etwa 50 Meter lange Leitungen vom Ammersee zu dem brennenden Gebäude legen. Gegen 7.30 Uhr war das geschafft, mittels einer Tragkraftspritze konnte fortan Seewasser zum Löschen in die Feuerwehrfahrzeuge gepumpt werden, die AWA konnte die geborstene Leitung abriegeln. 

Nachdem das Feuer weitgehend gelöscht war und die Hitze nachgelassen hatte, konnten am Vormittag auch die Brandfahnder der Kripo Fürstenfeldbruck ihre Arbeit aufnehmen. „Nach derzeitigen Erkenntnissen scheint ein technischer Defekt als Ursache in Frage zu kommen“, teilte ein Polizeisprecher mit. „Die durchgeführten Überprüfungen erstreckten sich insbesondere auf die im ersten Stock installierten Stromleitungen. Aktuell durchgeführte Spenglerarbeiten am Dachgeschoss des Hauses ergaben bislang keinen Zusammenhang mit dem Brandausbruch.“ Den Schaden bezifferten die Beamten mit rund 700 000 Euro. 

Das Haus wird bereits vom Technischen Hilfswerk abgerissen

Zu retten ist an dem Haus nichts mehr. Ein Spezialbagger des Technischen Hilfswerks (THW) hat das Obergeschoss des Gebäudes bereits abgetragen. Herrschings Bürgermeister Christian Schiller, der auch vor Ort war, lobte die Einsatzkräfte in den höchsten Tönen. „Gott sei Dank haben wir eine Feuerwehr, die so gut ausgebildet und ausgerüstet ist.“ Auch Kommandant Pleyer zog am Ende nach knapp elf Stunden Einsatz ein positives Fazit: „Ich muss alle Einsatzkräfte hoch loben“, sagte er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Das war ein extremes Feuer mit extremer Hitze. Die Zusammenarbeit hat bestens funktioniert.“ Die 89 Jahre alte Bewohnerin ist derweil bei ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn untergekommen, die ganz in der Nähe leben. Ihr hat der Rauchmelder das Leben gerettet.

Zu einem echten Feuer-Drama kam es nun in der Nähe von Aalen: Eine Frau verbrannte in einem Auto. Ihr Ehemann wurde festgenommen.

Update vom 24. Oktober, 11.53 Uhr: Nach Angaben der Polizei beläuft sich der Sachschaden mittlerweile auf 700.000 Euro. Die Brandursache ist weiterhin ungeklärt.

Feuer zerstört Einfamilienhaus - Bewohnerin (89) kann sich rechtzeitig retten

Erstmeldung vom 24. Oktober, 9.50 Uhr: Ein verheerender Brand hat am frühen Donnerstagmorgen ein freistehendes Einfamilienhaus in Herrsching zerstört. Nach ersten Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord brach das Feuer auf dem Anwesen am Mühlfeld gegen 3 Uhr in der Früh im Dachstuhl des Gebäudes aus.

Die Bewohnerin, eine 89 Jahre alte Frau, bemerkte das Feuer und konnte das Haus unverletzt verlassen, berichtete ein Polizeisprecher auf Anfrage des Starnberger Merkur.

Brand zerstört Haus in Herrsching - Bilder zeigen ganzes Ausmaß

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war im Einsatz. Die Straße zwischen dem neugebauten Kreisel am Mühlfeld und Fischen war stundenlang gesperrt. Über die Brandursache gibt es derzeit noch keine Erkenntnisse. Die Brandfahnder der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck nehmen die Ermittlungen auf, sobald sie die Unglücksstelle betreten können. Ob die Sanierungsarbeiten am Dachstuhl etwas mit dem Feuer zu tun haben, ist derzeit völlig offen. Den Sachschaden bezifferte die Polizei mittlerweile mit etwa 400.000 Euro. 

Auch eine Brandserie im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erregte Aufsehen. 

Video: Feuer zerstört Einfamilienhaus - Bewohnerin (89) kann sich rechtzeitig retten

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