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Ursprünglich waren nur Tiefgaragen vorgesehen, jetzt dürfen es auch Carports sein. (Visualisierung)

Bauprojekt in Breitbrunn

Freie Auswahl an der Klosterwiese

Die Klosterwiese in Breitbrunn sorgte in der jüngsten Sitzung des Herrschinger Bauausschusses wieder für eine lebhafte Diskussion. Dieses Mal ging es um die Stellplätze und die Frage: Flexibilität oder homogenes Ortsbild?

Breitbrunn – Wie künftige Bauherren an der Klosterwiese in Breitbrunn ihre Autos unterbringen wollen, dürfen sie seit der gestrigen Sitzung des Herrschinger Bauausschusses selbst entscheiden. Zunächst war vorgesehen, Tiefgaragenparkplätze einzurichten. Dafür hätten sich je vier Bauwerber zusammenfinden müssen, um eine gemeinsame Garage zu planen. „Ziel ist es aber, den Bauwerbern verschiedene Möglichkeiten offen zu halten“, sagte Bürgermeister Christian Schiller. Deshalb beauftragte der Bauausschuss Architekt Peter Schneider, alternative Lösungen zu entwickeln.

Das Ergebnis präsentierte Schneider am Montagabend im Herrschinger Rathaus anhand mehrerer Visualisierungen. Er erarbeitete zwei Planungsvarianten, die es den Bauwerbern offen lassen, Tiefgaragen oder Carports anzulegen. „Eine zurückgesetzte Tiefgaragenlösung wäre mit einer größeren Gartenfläche verbunden“, gab Schneider zu bedenken. „Außerdem könnte man noch zusätzliche Stellplätze einrichten.“ Schiller betonte einen weiteren Vorteil der Tiefgaragen. „In der Tiefgarage könnten auch Aufzüge installiert werden, sodass ein barrierefreies Wohnen möglich wäre“, sagte er. Carports hätten im Gegensatz dazu einen Nachteil: Es seien Stützen erforderlich, weil der Hang abgefangen werde müsse.

Die Tiefgaragen-Lösung bietet viele Vorteile, ist aber auch vergleichsweise teuer.

Christiane Gruber ist kein Fan der Carports

Christiane Gruber (Bürgergemeinschaft) war von der Carport-Alternative alles andere als angetan. „Das Ziel war eigentlich, dass möglichst wenige Autos überirdisch zu sehen sind“, kritisierte sie. Gertraud Köhl (Grüne) entgegnete, dass man die Autos sowieso nicht verstecken könne, da viele Menschen ohnehin auf der Straße parken würden. „Wir können doch nicht ein Gebiet, das vorher ganz grün war, bebauen und dann sagen, es sei uns egal wo die Autos stehen“, monierte Gruber. Sie wies darauf hin, dass Eigentümer über der Tiefgarageneinfahrt einen Garten anpflanzen könnten und diese Möglichkeit bei einem Carport nicht bestehe. „Beton ist Beton“, warf CSU-Gemeinderat Willi Welte ein.

Bürgermeister Schiller beendete schließlich die Diskussion indem er abstimmen ließ. Das Ergebnis war denkbar knapp. Fünf Stimmen für die Flexibilität, vier dagegen. Damit ist es beschlossene Sache: Auch Carports sind an der Klosterwiese erlaubt. Welche Art von Stellplätzen auf das eigene Grundstück kommen soll, kann nun jeder Bauwerber unabhängig von seinen Nachbarn bestimmen. „Das gibt wahrscheinlich ein etwas inhomogenes Bild ab“, sagte Verwaltungsfachwirtin Melanie Faude, die für die Bauleitplanung der Gemeinde Herrsching zuständig ist. „Aber es gab den Wunsch nach Flexibilität – auch in Bezug auf die Kosten.“ Denn Tiefgaragen sind in der Regel deutlich teurer als Carports.

Die zweite Auslegung erfolgt über die Sommerpause

Die Stellplatzfrage ist nun geklärt, einige andere Abwägungen muss Architekt Schneider noch in den Bebauungsplan einarbeiten. „Über die Sommerpause erfolgt dann die zweite Auslegung“, sagte Faude. An den Spatenstich würde im Herrschinger Rathaus derzeit noch niemand denken. „Die nächsten Einwendungen werden kommen“, ist sich Faude sicher. Diese müssten bis Ende des Jahres überprüft werden und erst danach entscheidet sich, ob es zu einer dritten Auslegung des Bebauungsplans kommt. Es gibt also noch viel zu tun an der Klosterwiese.

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