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So sieht es aus: der aktuelle Plan für den Gymnasiumneubau am Mühlfeld in Herrsching.

Gymnasium Herrsching

Gymnasium-Begehren: Neue Klage

Das erste Bürgerbegehren zum Gymnasiumsstandort in Herrsching ist ein Fall fürs Verwaltungsgericht   - aber nicht wie geplant, am Dienstag. Die Initiatoren wollen auch gegen die Abweisung des zweiten Begehrens klagen - und das Gericht will beides auf einmal verhandeln. 

Herrsching – Die Klage der Initiatoren des ersten Bürgerbegehrens gegen den Gymnasiumsstandort in Herrsching wird am kommenden Dienstag entgegen der Planung des Verwaltungsgerichts nicht verhandelt. Gerhard Knülle sowie die CSU-Gemeinderäte Willi Welte und Klaus Pittrich wollen auch gegen die Abweisung des zweiten Begehrens rechtlich vorgehen – und das Gericht will beides zusammen verhandeln. Einen Termin gibt es noch nicht.

Einen Bescheid über die Abweisung des zweiten Begehrens haben die Initiatoren noch gar nicht – an dem wird laut Herrschings Bürgermeister Christian Schiller noch gearbeitet. Also können sie nicht sofort klagen. Dass sie Rechtsmittel einlegen wollen, bestätigte Willi Welte auf Anfrage – und das Gericht weiß das auch. „Daher wird das Gericht in Absprache mit den Beteiligten beide Klagen zusammen verhandeln, sobald das zweite Klageverfahren eingereicht und soweit fortgeschritten ist, dass es geladen werden kann“, teilte das Verwaltungsgericht mit und sagte den Dienstag-Termin ab.

Wann dann über beide Abweisungen verhandelt wird, ist offen. Welte hofft, dass es noch dieses Jahr ist. Schiller hingegen hat eine Einschätzung bekommen, dass es einen Termin wohl erst im Frühjahr nächsten Jahres geben werde. Welte zufolge wollen sich die Initiatoren kommende Woche mit ihrem Anwalt beraten, wie sie weiter vorgehen wollen und ob auch ein Eilverfahren in Betracht käme. Wie berichtet, hatte der Herrschinger Gemeinderat auf Anraten von Juristen das zweite Begehren abgewiesen, weil es wegen der Festlegung auf den Standort Mühlfeld durch den Landkreis vereinfacht gesagt ein unrealistisches Ziel verfolge, nämlich einen anderen Standort.

Das Gymnasium in Herrsching sollte nach dem Willen vieler Eltern und Politiker lieber heute als morgen gebaut und eröffnet werden. Tatsache ist aber ungeachtet der Klagen zu den Bürgerbegehren: Es wird noch einige Jahre dauern. Wie viele genau, ist nach den Aussagen der vergangenen Monate aber nicht ganz klar. Herbst 2022, wie der Landrat hofft, oder Herbst 2023, wie sein Kämmerer plant?

Karl Roth hatte erst vor wenigen Tagen nach der Abweisung des zweiten Bürgerbegehrens in Herrsching von seinem Wunsch gesprochen, im Herbst 2022 mit dem Gymnasium zu starten. Der Förderverein für ein zweites Gymnasium im westlichen Landkreis Starnberg spricht in einer neuen Postwurfsendung ebenfalls von 2022. Aus dem möglichen Bauablaufplan, der den Kreisräten im Sommer vorgelegt worden war, ist klar zu ersehen, dass eine Inbetriebnahme für Herbst 2023 vorgesehen ist. Kreiskämmerer Stefan Pilgram bleibt auch bei dieser Ansicht. Und nun?

Der Landrat sieht seine Terminangabe vor allem als politisches Ziel und als Wunsch. Dafür muss aber alles reibungslos ablaufen. Ob das wirklich klappt, kann auch Roth nicht sagen. Es könne Verzögerungen geben, und daher sei es auch gut möglich, dass der Neubau erst 2023 fertig wird. Herrschings Bürgermeister Christian Schiller wünscht sich ebenfalls Herbst 2022 und glaubt, die Planungen des Kämmerers seien auf Sicherheit ausgelegt.

Es gibt aber einen Unterschied zwischen Fertigstellung des Neubaues in Herrsching und ersten Klassen. Geplant ist, dass bereits zwei Jahre vor der Einweihung des Gebäudes in anderen Gymnasium so genannte Übergangsklassen für Schüler gebildet werden, die dann geschlossen nach Herrsching wechseln. Schiller sieht das vor allem in Germering, weniger in Gilching. Darüber habe man mit dem Kultusministerium auch schon einmal verhandelt.

Der Bebauungsplan fürs Gymnasium ist heute, 18. November, Thema im Gemeinderat in Herrsching (19 Uhr, Rathaus).

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