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Schlussbild: Fast alle Gäste und Geehrte versammelten sich am Ende des Jahresempfangs auf der Bühne.

Jahresempfang

Showtime mit Schiller

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Der Jahresempfang der Gemeinde Herrsching ist nun auch offiziell „Schiller’s Show“. Das war er im Volksmund zwar schon vorher, jetzt aber gibt es ein Logo dazu, mit dem Bürgermeister Christian Schiller am Ende der zwölften Veranstaltung dieser Art selbst überrascht wurde. Dabei ist es ansonsten Schiller, der an diesen Abenden die Menschen überrascht und verdiente Ehrenamtliche und Sportler hochleben lässt.

Herrsching – Herbert Unterholzer und Bürgermedaillenträger Ludwig Darchinger fanden aber, es sei an der Zeit, auch mal den Entertainer im Bürgermeister zu würdigen. Zurecht, denn auch diesmal rockte Schiller drei Stunden den Saal, gemeinsam mit Menschen, die, so sie nicht in der Gemeinde leben, zumindest besonders mit ihr verbunden sind. Mit Star-Tenor Jonas Kaufmann, Unternehmerin Judith Williams („Höhle der Löwen“) und Krimi-Autorin Rita Falk waren diesmal sogar sehr prominente Gäste Schillers Einladung gefolgt.

Termine wie der Jahresempfang sind beliebt. Wer keine Einladung hat, schleicht sich auch schon mal unter die Menge oder schätzt sich glücklich, als Begleiter mitgenommen zu werden und zu den gut 300 Gästen zu gehören. „Leider können wir nicht alle reinlassen“, bedauert Schiller. Die Kapazitäten im Haus der bayerischen Landwirtschaft seien ohnehin immer ausgereizt, so dass er Feuerwehr, Rettungs- und Sicherheitsdienst anheuert, um den Ansturm zu kompensieren. Trotzdem habe 50 Gästen, die schon eingeladen waren, wieder abgesagt werden müssen. Dies bedauert niemand mehr als Schiller selbst, der auch diesmal wieder eine mutige Hemdauswahl präsentierte.

Der Bürgermeister versteht den Jahresempfang nicht nur als Unterhaltung und Wertschätzung verdienter Gemeindebürger, sondern auch als Kennenlernbörse. Deshalb gibt es gleich am Eingang für jeden ein Namensschild. Und glücklich dürfen sich all jene schätzen, die es frühzeitig zum Empfang schaffen, denn Jahresempfänge sind solche Termine, an denen die Rieder Straße links und rechts weitläufig zugeparkt ist. Kein Wunder.

Welche Gemeinde kann schon eine „eigene Jane Fonda“ präsentieren?

Welche Gemeinde kann schon eine „eigene Jane Fonda“ präsentieren? In Herrsching und für Schiller ist dies Seniorenbeirätin Mia Schmid. Seit mehr als 30 Jahren ist sie fester Bestandteil der Telegymnastik im Bayerischen Fernsehen. Alte Beiträge mit Seehof-Wirt Peter Reichert, mit Dieter Doch und Heinz Gruczek riefen am Donnerstag Erinnerungen wach. Und es wäre nicht Schiller, hätte er nicht alle zum Mitturnen aufgerufen. „Gell, wir sind auch ein bisschen, bisschen prominent?“, freute sich Mia Schmid angesichts der berühmten Gäste in der ersten Reihe, die dabei begeistert mitmachten.

Überrascht von Schillers Einladung und noch mehr davon, auf die Bühne gerufen zu werden, waren Bertl Leitner und Tea Tomici. Der eine ist Herrschings erster Schiffsführer bei der Seenschifffahrt Ammersee. „Ich frage mich schon seit drei Wochen, warum ich eingeladen bin“, bekannte Leitner, als er auf der Bühne stand. Dass Schiller, früher Bootsführer bei der Wasserwacht, ihn auch als „Bootsführer“ begrüßte, rückte Leitner schnell und mit trockenem Humor zurecht: „Das ist kein Boot, das ist ein Schiff.“ Schließlich steht er am Steuer der „Utting“.

Tea Tomici wiederum hat Schiller im Frühjahr bei der Abiturfeier des Gilchinger Gymnasiums „entdeckt“. Die 19-jährige Herrschingerin hatte dort ihr Abitur mit 1,8 abgelegt. Dies ist umso bemerkenswerter, als die gebürtige Kroatin in Italien aufgewachsen ist und erst sei 2017 in Deutschland lebt. Zu dem Zeitpunkt sprach sie kein einziges Wort Deutsch. Aktuell macht sie eine Ausbildung zur OP-Assistentin im Klinikum Seefeld. Ihr Berufsziel ist Ärztin. „Solche jungen Menschen brauchen wir“, sagte Schiller beeindruckt.

Der Jahresempfang in Herrsching in Bildern

Gärtnermeister Justus Hegemann und Floristin Stephanie Feyrer-Stöhr wurden ebenso überrascht von der Einladung zum Jahresempfang. Nicht wissend, dass Schiller sie mit einem Filmausschnitt an einen Beitrag bei „Verstehen Sie Spaß?“ erinnerte. Wer’s bis dahin nicht wusste, weiß nun, dass beide „Opfer“ geworden waren und für Schiller damit zu „speziellen“ Gewerbetreibenden. Ebenso Johann Kaindl aus Breitbrunn, der im vergangenen Jahr die Ehre hatte, mit Herzogin Camilla im Münchner Hofbräuhaus Foxtrot tanzen zu dürfen.

Wertschätzung erfahren auch immer wieder Vertreter großer Unternehmen oder Einrichtungen der Ammerseegemeinde. Dazu zählt der neue Geschäftsführer vom Lichtsensorhersteller Hamamatsu, Dr. Reinhold Guth. Oder Dr. Wernher Braun. Schiller hatte noch nichts von den Plänen für die Finanzfachhochschule geahnt, als der den Präsidenten einlud. Beide waren von dem angekündigten Komplettabzug der Schule nach Kronach überrascht worden. Wie sie miteinander auf der Bühne herausfanden, hatte Braun selbst nur eineinhalb Stunden vor Schiller davon erfahren. Den Abend sollte dieses Thema aber nicht beherrschen, schließlich ging es um Unterhaltung und Anerkennung.

In wunderbarer Weise umrahmt wurde der Jahresempfang heuer musikalisch von der Herrschinger Chorporation unter der Leitung von Birgit Henke. Schiller bewies damit sein Händchen dafür, immer wieder besondere Beiträge zum Bestandteil seines Programms zu machen, denn das Kammerensemble des evangelischen Kirchenchores beeindruckte nachhaltig. Der Chor probt lediglich fünf- bis zehnmal im Jahr, um sich für zwei bis maximal drei Auftritte zu präparieren. Henkes Arrangements der Gospel und Popsongs ließen staunen. Sie sorgten für anhaltenden Applaus und waren das beste Geschenk für all jene, deren Arbeit mit diesem Abend gewürdigt wurde.

Schiller übrigens hielt es wie einst Thomas Gottschalk – er überzog sein Programm um volle 30 Minuten. Nicht nur einmal erhielt er hinterher die Bitte von Gästen, auch das nächste Mal kommen zu dürfen. „Aber ich weiß ja selber nicht, ob ich das nächste Mal dabei sein darf“, sagte er mit Blick auf die Wahl im März und vier Mitbewerber.

Anerkennung fürs Ehrenamt:

Die Dreckspatzn vom Gartenbauverein Breitrunn haben den ersten Preis beim landesweiten Jugendwettbewerb Streuobst gewonnen. Der verein selbst feiert heuer 100. Jubiläum. Heidi Körner nahm Gutscheine gemeinsam mit Paul, Mathilda und Hannah entgegen. Stellvertretend für 17 Schülerlotsen nahmen die langjährigen Helferinnen Anna-Christina Vielhaber, Ulrike Jähne-Henschle und Martina Wolf ein Dankeschön entgegen. Seit 2015 gibt es eine Hausaufgabenhilfe in der Christian-Morgenstern-Mittelschule. Gabi Guggenberger, Traudi Schuster und Jutta Telger waren nur drei von 24 Ehrenamtlichen, denen Schiller dankte. Neuzugänge seien immer willkommen. Seit 21 Jahren ist Herbert Petsch Vorsitzender der DAV Sektion Vierseenland.

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