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Die Feuerwehr Herrsching würde auf den Seen gerne einsatzbereit bleiben.

Katastrophenschutz

FFW Herrsching bald ohne Einsatzboot?

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Die Freiwillige Feuerwehr Herrsching befürchtet, dass ihr altes Einsatzboot nicht mehr lange mitmacht.

Herrsching – Wenn Herrschings Feuerwehrkommandant Daniel Pleyer dem Gemeinderat heute Abend seine Jahresbilanz vorlegt, wird er mit Bedauern auch berichten, dass das altersschwache Einsatzboot wohl nicht ersetzt wird. Denn als es im Sommer darum ging, wer das neue Katastrophenschutzboot bekommt, das der Landkreis beantragt hat, gingen die Herrschinger leer aus.

Das Herrschinger Boot ist mittlerweile 33 Jahre alt. „Ein Auto in dem Alter würde man nicht mehr fahren“, sagt Pleyer. Darum hoffte er, dass Herrsching zum Zuge kommt. Die Herrschinger zogen aber den Kürzeren, weil die Gemeinde am Ammersee liegt und der Ammersee in der Zuständigkeit des Landkreises Landsberg ist. Da spielt es auch keine Rolle, dass mit Wörthsee und Pilsensee zwei weitere Seen in der Nähe sind. „Das sind private Gewässer“, erklärt Kreisbrandrat Peter Bauch. Dafür sei Graf Toerring zuständig.

In den 1980er Jahren, als es noch ein Katastrophenschutzamt gab, spielten Landkreisgrenzen keine Rolle. Herrsching war ein Katastrophenschutzboot zugewiesen worden, das wie das der Dießener Feuerwehr sowohl für den Ammersee als auch für die Toerringschen Gewässer Pilsen- und Wörthsee zuständig sein sollte. Das Katastrophenschutzamt gibt es aber nicht mehr. Neuanträge laufen nurmehr über die Landratsämter, und die fühlen sich für ihre Bereiche zuständig. Der Ammersee gehört nicht dazu, sondern nur der Starnberger See. Deshalb wird das neue Boot am Starnberger See eingesetzt. Es ersetzt das 25 Jahre alte Boot der Starnberger Feuerwehr (wir berichteten). Da dort kein Platz ist, wird es in Tutzing stationiert, der nächste Ort mit einer ausreichend großen Slipanlage. Das Herrschinger Boot wird als Ergänzung gesehen, aber eine, die nicht zwingend nötig sei.

Dass Herrschinger Katastrophenschutzboot wird quasi als Erbstück vergangener Zeiten gesehen. Herrschings Kommandant ließ sich zunächst nicht beirren und schickte trotzdem einen Antrag nach Starnberg. Auch deshalb, weil die Herrschinger Feuerwehr mit einem Anhänger und einer Ölsperre ausgerüstet ist. Die Aktiven sind dafür ausgebildet. „Was ist, wenn es zu einem Ölunfall auf dem Wörthsee kommt, was dann?“, fragt sich auch Bürgermeister Christian Schiller. Das sei Sache des Grafen Toerring, so die Meinung im Landkreis. „Die Ölsperre in Herrsching ist eine Ergänzung, sollte es mal im Kienbach oder in der Herrschinger Bucht zu einem Ölunfall kommen“, erklärt Kreisbrandrat Bauch. Gleichwohl räumt er ein: „Das ist eine schwierige Geschichte.“ Am Starnberger See gebe es weitere mobile Ölsperren in Starnberg und Leutstetten.

In der Herrschinger Bucht würde der Einsatz ohne Boot jedoch schwierig. Dass dieser Zustand früher oder später zu erwarten ist, befürchtet Pleyer. Er rechnet jederzeit damit, dass das alte Boot einmal nicht anspringt. Noch sei es zwar im Einsatz, aber wenn etwas mit dem Motor sei – „Ersatzteile gibt es keine mehr“. Dabei wären die Kosten verglichen zu anderen Investitionen überschaubar. Pleyer beziffert die Anschaffungskosten mit 120 000 Euro, davon würde der Freistaat 75 000 Euro übernehmen. Allerdings nur, wenn der Landkreis die weitere Neuanschaffung beantragt und die Kosten dafür auch im Haushalt eingestellt sind. „Das ist nicht geplant“, weiß Bauch. Pleyer wird den Gemeinderat auf jeden Fall auf den zu erwartenden Ausfall des Bootes hinweisen.

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