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Geschwindigkeitsrausch: Dreimal zehn Minuten darf jede Gruppe Kart fahren – und die Betreuer, wie Anna-Christine Vielhaber (in Rot), sind mittendrin.

Ferienprogramm

Das größte Geschenk zum Schluss

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Die Menschen hinter dem Ferienprogramm: Herrsching verfügt über großen Pool an Betreuern.

Herrsching– Als die eigenen Kinder die Schule besuchten, stellten sich Anna-Christine Vielhaber und Sofie Rölz als Betreuerinnen für das Herrschinger Ferienprogramm zur Verfügung. Die Kinder sind längst erwachsen, den beiden Herrschingerinnen macht das Ferienprogramm aber bis heute Riesenspaß. Anna-Christine Vielhaber seit genau 20 Jahren und Sofie Rölz seit 17. Beide begleiten nicht nur eine Veranstaltung pro Saison. Anna-Christine Vielhaber ist in diesem Jahr bestimmt siebenmal dabei, wenn Programmchef Wolfgang Schneider sie überreden kann, ansonsten auf jeden Fall sechsmal. Sofie Rölz hat bereits im vergangenen Jahr mit zwölf Betreuungen den Rekord geknackt. „Die schießt den Vogel ab“, sagt ihre Kollegin voller Respekt. Wenn man von Schneider einmal absieht, der außer Konkurrenz ohnehin bei fast allen Programmpunkten dabei ist, als „Grußonkel“ sowieso und oft auch als Busfahrer. Alle drei gemeinsam waren zusammen mit 31 Kindern nun auch in Landsberg, um die Indoor-Kartbahn dort zu besuchen.

Ein Heidenspaß nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Betreuer, die ebenfalls ins Rennen gehen. Dazu zählt in diesem Fall auch Katharina Fitze. Die 18-Jährige ist im Ferienprogramm hängen geblieben. Als Kind ließ sie sich betreuen, heute hat sie wie Anna-Christine Vielhaber, Sofie Rölz und Wolfgang Schneider selbst Spaß daran, sich um die Schulkinder zu kümmern. Für Schneider ein Glücksfall. Der SPD-Gemeinderat hatte die Organisation 2002 vom damaligen Ratskollegen Robert Brack übernommen und ausgebaut. Das Ferienprogramm der Gemeinde Herrsching ist heute wohl eines der umfangreichsten vom Angebot im Landkreis. Jedes Jahr stehen um die 80 Veranstaltungen zur Auswahl, in diesem Jahr sind es 78.

Schneider hat in seinem Pool rund 100 Namen stehen, die als Betreuer in Frage kommen. Pro Saison braucht er im Schnitt 50 Helfer, die auch mehrfach einspringen, so wie Anna-Christine Vielhaber und Sofie Rölz. 142 Betreuungen müssen besetzt werden, für 130 sind nur angemeldet. Ein Minus von zwölf, rechnet Schneider am Montag noch vor und schaut Anna-Christine Vielhaber vielsagend aus dem Augenwinkel an, als die erste Gruppe der 31 Kinder mit Sturmhaube und Helm ausgerüstet in den Karts Platz nimmt. Vor dem Bowling, zu dem sich die Herrschingerin für den 6. September eingetragen hat, fehlt nämlich auch noch ein Betreuer zum zweiten Indoor-Kart-Termin.

Schneider weiß genau, womit er überzeugen kann, denn die 58-Jährige liebt Geschwindigkeit und saust den Kindern in schöner Regelmäßigkeit davon. Eine schnellere Runde als sie dreht an diesem Tag nur Katharina Fitze, ihre junge Betreuer-Kollegin.

Wenn’s auf der Bahn eng zugeht, passiert es selbst den versierten Betreuern, dass sie mit ihrem Kart ein anderes anrempeln. Dabei ist Rempeln streng verboten, ist ja kein Autoscooter, hatten die Betreiber gleich anfangs gewarnt. „Der Martina bin ich aus Versehen reingefahren“, gesteht Anna-Christina Vielhaber, „die stand plötzlich da. Da muss ich mich noch entschuldigen.“ „Die hat doch ein getuntes Kart“, neckt Niklas seine Betreuerin neidisch. Diese reagiert gewohnt schlagfertig: „Du musst einfach nur mal Gas geben.“

„Alles, was mit Auto und Motorrad zu tun hat und schnell ist“, gefällt Anna-Christine Vielhaber. Gerne erinnert sie sich an Ausflüge nach Lenggries zum Bullcart fahren. „Das war richtig schnell.“ Nachdem es einmal zu einem Unfall gekommen war, wurde dieser Ausflug aber aus dem Programm gestrichen. „Das war blöd“, bedauert auch Schneider, der immer noch hofft, dass sich die 58-Jährige für den zweiten Kart-Termin überreden lässt.

Gemeinsam erinnern sich die drei älteren Betreuer an die Anfangszeiten, als die Anmeldungen fürs Ferienprogramm an einem einzigen Tag in der Martinshalle erfolgte. 30 Tische waren dort aufgestellt, „die Schlange reichte bis rauf auf den Schulhof“, sagt Anna-Christine Vielhaber. „Da war ich schweißgebadet.“ „Und ich bin nie so beschimpft worden, wie bei dieser Veranstaltung“, erinnert sich Schneider. Die Online-Anmeldung, die es seit drei Jahren gibt, sei ein Segen, findet er. Über das Programm kann er auch sämtliche Statistiken schnell abrufen. Zum Beispiel konnte er ablesen, dass es an dem Tag, als das Programm zur Anmeldung freigeschaltet wurde, am 13. Juli um 10 Uhr, bis Mitternacht desselben Tages schon 898 Anmeldungen gab. Diese Zahl ließ selbst ihn staunen. Für ihn ist es eine Bestätigung, dass sich diese Investition, das Programm für 350 Euro im Jahr zu kaufen, lohnte.

Wenn der letzte Termin am Montag, 9. September, die Fahrt zum Labyrinth in Utting, abgehakt ist, machen Schneider und sein Team drei Kreuze und freuen sich auf eine Belohnung, auf die es sich nach Meinung von Anna-Christine Vielhaber zu freuen auch lohnt: der Betreuerausflug. „Das ist für uns das größte Geschenk – mit Kultur, Sport und Kulinarik.“ „Was Gscheites zu essen, das muss sein“, findet auch Schneider, der genau dafür dann ja auch sorgt, bevor es in die verdiente Ferienprogramm-Winterpause geht.

Unterdessen ist die Lücke der Betreuungen fast geschlossen. Aktuell sind es nur noch vier. Wer Lust hat, meldet sich bei Wolfgang Schneider unter z (0 81 52) 16 95.

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