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Freut sich über den Zustrom in den ersten Tagen: Birge Frommann aus Hechendorf hat an der Bahnhofstaße ein Kaffeehaus für Herrsching kreiert, ein Café mit besonderer Note. 

Gastronomie

Auf eine Tasse Kaffee und dies und das

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Auf einmal sitzen Menschen im Schaufenster an der Bahnhofstraße in Herrsching, und die Leute gehen ein und aus, als habe es das Café schon immer gegeben. Birge Frommann ist selbst überrascht, dass ihr „Konturwerk“ so schnell so gut angenommen wird.

Herrsching – Zwei Jahre lief die gelernte Graphikerin und Web-Designerin aus Hechendorf mit der Idee schwanger, ein Café zu eröffnen. Auf den Geschmack gekommen ist die Mutter von zwei erwachsenen Kindern, als sie zunächst als Filmvorführerin und dann als Theaterleiterin im Breitwand-Kino Seefeld gearbeitet hatte. „Da hab ich gemerkt, dass mir das zusagt“, sagt die 52-Jährige. In Berlin, wo Tochter Hanne studiert, belegte sie einen Barista-Kurs. Bei der Wahl eines geeigneten Lokals fügte es sich, dass „Manni’s Fahrschule“ größere Räumlichkeiten suchte.

Birge Frommann und ihr Mann Thomas, Software-Architekt bei BMW, haben sich Zeit gelassen, dem Café Konturen zu geben. Mit viel Herzblut haben sie die Räume neu gestaltet, das meiste in Eigenregie. „Die Kreissäge war mein bester Freund“, sagt sie und muss selber lachen. Das Erste, was sie bestellte, war eine professionelle Siebträgermaschine. Fest stand auch: Der Kaffee kommt von der Kaffeerösterei Ammersee.

Lange haben die Frommanns entrümpelt und renoviert, erst danach mit viel Liebe die Einrichtung zusammengesucht – auf Trödelmärkten und über Kleinanzeigen. „Ich wollte alles noch ein bisschen trödeliger, aber dann wurde es so“, sagt die Hechendorferin. Die alten Tische, die sie erst stehen hatte, gefielen ihr nicht, „wir haben dann neue selbst gebaut“. Dieser Mix aus Alt und Modern macht das Café nun aus. Und das Schaufenster wurde in den Raum integriert. „Was macht man sonst mit dem Fenster?“, fragt sie. Mit Pflanzen vollstellen – das war nicht ihrs. Recht hat sie – die Plätze dort sind immer belegt.

Das Café, das den Namen Konturwerk tragen soll, ist seit knapp zwei Wochen geöffnet. Fast unbemerkt. „Ich wollte eigentlich nur austesten“, erklärt Birge Frommann. Auch das Firmenschild fehlt noch. Aber kaum war geöffnet, war das knapp 30 Quadratmeter große Lokal voll besetzt. Damit hatte die Café-Betreiberin nicht gerechnet. Aber gefreut hat sie sich. Sie wollte etwas für die Herrschinger schaffen, und genau die sind es, die bei ihr einen Kaffee trinken, selbst gemachten Kuchen oder eine Tagessuppe essen. Und gemessen am Publikumsverkehr scheint ein Café an der Bahnhofstraße genau den Nerv getroffen zu haben. Als eine Kundin zu ihrem Mann gesagt habe, „schau, jetzt ist es in Herrsching wieder schön“, hätte sich Birge Frommann kein größeres Kompliment wünschen können.

Viele Jahre klebte die 52-Jährige selbst am Computer. Um ein Gefühl dafür zu behalten, würde sie andere „Nerds“ gerne um sich scharen. Gestalten und Dingen einen Rahmen geben – dafür steht „Konturwerk“. Die technischen Voraussetzungen gibt es bereits, die räumlichen müssen noch geschaffen werden. Sie verbergen sich schon hinter einer Schiebetür, die nur geöffnet werden muss, sobald nebenan alles fertig ist. An Stehtischen mit Barhockern sollen dort für Café-Gäste Arbeitsplätze eingerichtet werden. Alles Schritt für Schritt. So sind die Frommanns bisher gut gefahren, das wollen sie beibehalten.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr, Sonntag und Montag geschlossen.

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