+
Das Kurparkschlösschen und der Seewinkel sind beliebte Treffpunkt von Jugendlichen. Leider veranstalten die auch mal Unsinn, und Herrsching überlegt nun, einen Strettworker einzustellen.

Jugendarbeit

Streetworker – ja oder nein?

  • schließen

Die Gemeinde Herrsching denkt über die Einstellung eines Streetworkers nach. In der jüngsten Ratssitzung ließen sie sich über das Aufgabenfeld informieren.

Herrsching Die jüngsten Sachbeschädigungen im Seewinkel haben die Herrschinger Gemeinderäte noch deutlich vor Augen. Jugendliche hatten dort und anderen Stellen im Ort ihr Unwesen getrieben (wir berichteten). Die Aufnahmen der Videoüberwachung sind noch nicht ausgewertet. Dem Vernehmen nach waren auch Herrschinger beteiligt. Der Gemeinderat, der sich schon lange mit Vandalismus rumschlagen muss, macht sich Sorgen. Der Sicherheitsdienst reiche nicht. Am Montag stand im Raum, ob sich Herrsching einen „Streetworker“ leisten soll. Deshalb war Sebastian Matook eingeladen. Er ist in Herrsching kein Unbekannter. Man ist per du, als er sich an den Ratstisch setzt. Ab 2007 war er gemeinsam mit Julia Schmidbauer Gemeindejugendpfleger in Herrsching, 2014 wurde er Kreisjugendpfleger, und seit knapp einem Jahr ist er Streetworker in Starnberg. Eingeladen wurde er auf Bitten der SPD-Fraktion.

Die Berufsbezeichnung Streetworker sei in Deutschland kein geschützter Titel, bedauerte der 42-Jährige. Es gebe solche, die eher einem Sicherheitsdienst entsprächen und andere, die eine pädagogische Ausbildung haben wie der Sozialpädagoge Matook. „Wir sind nicht die Polizei“, betonte er. Er habe ganz klar einen Jugendhilfeauftrag vor allem für Jugendliche, die sich nicht im Jugendhaus aufhalten. Er gehe auf die Jugendlichen zu, sei Ansprechpartner. Die Beziehung baue auf Vertrauen auf.

Aber Herrsching ist ein S-Bahn-Endhaltepunkt, die Seepromenade im Sommer beliebt, um dort zu feiern. Wie kann Vertrauen aufgebaut werden, wenn das Klientel ständig wechselt? Gleichwohl meint der Jugendbeirat, dass der Bedarf da sei – auch für Herrschinger.

Rita Mulert (Grüne) schlug eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden an der S-Bahnlinie vor, vielleicht könne man sich einen Streetworker teilen. Denn Vollzeit sollte die Ausschreibung sein. Das Hauptproblem sei, jemanden zu finden, „der zu diesen Zeiten arbeitet, an Wochenenden und abends“, meinte Matook. In Teilzeit sei dies noch schwieriger zu besetzen. Die Fraktionen sollen nun Vorschläge zum weiteren Vorgehen machen. Dann könnte der Gemeinderat nach der Sommerpause entscheiden, ob eine Stellenplananpassung erfolgen soll.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Für immer ein König der Herzen
Zum 133. Todestag von König Ludwig II. kamen wieder viele zur Gedenkmesse an die Votivkapelle in Berg. 
Für immer ein König der Herzen
Schlägerei beim Jugendtreff
Dießener gerät unversehens in Schlägerei vorm Dießener Jugendtreff und wird verletzt.
Schlägerei beim Jugendtreff
Jugendliche randalieren in Haus
Jugendliche sind in ein leerstehendes Haus in Dießen eingedrungen und haben randaliert. Ein Jugendlicher hat sich dabei verletzt.
Jugendliche randalieren in Haus
Bräutigam stürzt bei Junggesellenabschied Abhang hinab - 60 Meter in die Tiefe
Ein böses Ende hat der Junggesellenabschied für den 32-jährigen Bräutigam genommen: Er stürzte bei Andechs 60 Meter einen Abhang hinunter. 
Bräutigam stürzt bei Junggesellenabschied Abhang hinab - 60 Meter in die Tiefe

Kommentare