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SPD Herrsching

Turbulenter Sommer

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Bei der SPD Herrsching knirschte es im Sommer im Gebälk, und es gab mit Wolfgang Schief einen prominenten Austritt aus dem Ortsverein.

Herrsching – Die SPD Herrsching hat einen aufregenden Sommer hinter sich, auch ganz abseits der Bundespolitik. In Herrsching gab es Turbulenzen um eine Bürgermeisterkandidatur Thomas Allner-Kiehlings, die sowohl Vorstand als auch Gemeinderatsfraktion nicht unterstützen wollten. Allner-Kiehling nahm seinen Hut. Mit ihm aber auch ein Schwergewicht in der Geschichte der Herrschinger Ortspolitik: Wolfgang Schief. Der 87-jährige ehemalige Gemeinderat wechselte den Ortsverein und gehört nun der SPD Seefeld an – „als Zählmitglied“.

„Es war eine stressige Phase“, gestand Werner Odemer in der Mitgliederversammlung am Dienstag. Er ist 23 Jahre Ortsvorsitzender. Odemer habe ein klare Position vertreten und dafür Anfeindungen einstecken müssen, die ihn nachdenklich machten. Sein Fraktionskollege im Gemeinderat, Wolfgang Schneider, lobte dessen sachlichen Umgang damit. Ganz anders dagegen empfand es Schief, der eine Kandidatur Allner-Kiehlings unterstützte. Nach 40 Jahren durchschnitt er das Band zum Herrschinger Ortsverein. In seinem Austrittsschreiben nennt er auch ortspolitische Gründe in Fragen zu Verkehr und Schulstandort, die gegen eine weitere Zusammenarbeit mit den Herrschinger Sozialdemokraten sprächen. „Damit habe ich ein riesiges Problem“, sagt er. Der Schritt sei ihm natürlich schwer gefallen. Auf Nachfrage des Starnberger Merkur versichert er, dass er deshalb nicht in der Versenkung verschwinden werde. „Ich werde mich massiv um das Kurparkschlösschen kümmern.“ Schon seit Jahrzehnten kämpft Schief für den Einbau eines Aufzugs, damit auch Menschen mit Behinderung Veranstaltungen dort besuchen können.

Allner-Kiehlings Bürgermeister-Ambitionen sind dagegen erschöpft. „Ich habe beeindruckend negative Erfahrungen gemacht“, sagt er. Christiane Gruber von der Bürgergemeinschaft Herrsching (BGH) bestätigt eine Anfrage Allner-Kiehlings auch bei der BGH, habe dann aber nichts mehr von ihm gehört. Der 61-Jährige selbst sagt, dass er unterdessen „ganz andere Pläne“ habe. Diese hätten weder mit Herrsching und auch nicht mit dem Landkreis zu tun.

Der Ortsverein, der am Dienstag durch 13 Mitglieder und Bürgermeister Christian Schiller als Gast vertreten war, will diese Episode schnell abhaken und blickt zuversichtlich nach vorn. Noch nie sei es so leicht gefallen, eine Liste für die Gemeinderatswahlen so schnell zusammenzubekommen. Mit den Studenten Adrian Fuchs, Tassilo von Wickede und Gregor Grosse seien auch drei hoffnungsvolle Jusos mit dabei. Insgesamt freute sich Odemer über eine „bunte Liste“, auf der alle Altersgruppen vertreten sind. Der 39 Mitglieder starke Ortsverein muss sie nur noch in der Nominierungskonferenz am 12. November bestätigen. Hoch zufrieden ist Odemer zudem mit Schneiders Platz 10 auf der Kreistagsliste, obwohl Schneider selbst sich nur wenig Hoffnung macht.

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