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Passend zum November: Die Ansicht der Schule von der südlichen Erschließung vom Buswendeplatz aus gesehen

Gymnasium Herrsching

Präzise Planung findet Gefallen

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Es war eine wichtige Sitzung für die Gemeinde Herrsching und auch für den Landkreis, als am Montag Bebauungsplan und Flächennutzungsplanänderung zugunsten eines Gymnasiums in Herrsching auf der Tagesordnung standen.

Herrsching Es war deshalb keine Überraschung, dass Landrat Karl Roth samt großer Entourage der Ratssitzung beiwohnte. Er, Kreiskämmerer Stefan Pilgram, Stefan Höck vom kreiseigenen Hochbau, Architekt Professor Felix Schürmann, Projektleiter Tobias Pretscher, Landschaftsarchitektin Anke Raupach, Planer Dietmar Narr, Planerin Maja Niemeyer, Verkehrsplaner Benjamin Neudert und nicht zuletzt Herrschings juristischer Beistand Dr. Jürgen Busse – sie alle lehnten sich erst entspannt zurück, als der Gemeinderat sowohl den Bebauungsplanvorentwurf als auch die notwendige Flächennutzungsplanänderung lediglich gegen jeweils drei Stimmen absegnete. Noch vor der Sommerpause, hofft Pilgram, soll die Entwurfsplanung vorliegen, damit er die für den Schulbau möglichen Zuschussanträge stellen kann.

Während Schürmann noch einmal das Schulkonzept erläuterte, auf das die Planung aufbaut, erklärte Projektleiter Pretscher die Planungsvariante Pavillon, für die sich der Kreistag entschieden hatte. „Der Wunsch ist, eine Leichtigkeit in der Konstruktion zu erhalten. Und eine terrassenartige Architektur ist unserer Meinung nach die richtige Antwort auf den See“, sagte er. Ein großer Teil der Gebäude soll in den Hang gebaut werden, auch die Dreifachturnhalle erscheint nur eingeschossig über der Oberfläche. Autos (bis zu 80), Motorräder (10) und sämtliche Fahrräder (230) sollen in einer Tiefgarage verschwinden, deren Zufahrt ebenerdig von der Mühlfelder Straße aus unter den Campus durchführt, so das dieser autofrei bleiben kann. Die Hausmeisterwohnung muss von der Panoramastraße aus erschlossen werden.

Dass das Fünfseenland über eine ausgesprochen große Vogelartenvielfalt verfügt, dies verwunderte lediglich Dietmar Narr, der den Bebauungsplanvorentwurf vorlegte und nicht im Fünfseenland wohnt. Den Vorentwurf habe er aufgrund guter Vorarbeit „sehr präzise“ planen können. „Schon viele Untersuchungen sind in Auftrag gegeben“, lobte er, noch ausstehende Ergebnisse werden im laufenden Verfahren hinzugefügt. Ein Grund, weshalb Willi Welte (CSU) den Vorentwurf ablehnte. „Wie kann ich etwas zustimmen, wenn ich die Ergebnisse nicht kenne“, hatte er schon im Vorfeld dieser Sitzung gesagt. Dass dies eine übliche Vorgehensweise sei, genügte dem Mit-Initiator der Bürgerbegehren gegen den Standort Mühlfeld nicht, ebenso wenig seinem Fraktionskollegen Hermann Jäger sowie Johannes Puntsch (FDP). Ergebnisse, die noch fehlen, sind das Bodengutachten, die schalltechnische Untersuchung, ein Entwässerungsgutachten sowie eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung. Dafür ist zum Beispiel aber schon bekannt, dass sich von der Spezies Fledermaus „alles, was Rang und Namen hat“, auf dem Gelände tummelt – 14 Unterarten wurden ausgemacht.

Ein Teil der Biotopfläche auf dem Gelände wird in das Konzept integriert, und sollte, so Rechtsanwalt Busse, auf jeden Fall nachrichtlich in alter Größe im Flächennutzungsplan dargestellt werden. Diese 526 Quadratmeter müssen zudem 1:1 ausgeglichen werden. „Wir haben Glück“, sagte Narr, „es sind Flächen, die sich relativ leicht herstellen lassen.“ Im Übrigen betrage die Ausgleichsfläche für die insgesamt 3,2 Hektar große Fläche rund zwei Hektar. Mit einem „guten Gefühl“ geht zumindest der Planer nun in die frühzeitige Bürgerbeteiligung. Eine Auslegung erfolgt erst nach Vorlage aller Gutachten. Ähnliches gilt für den Flächennutzungsplan. Weil ein „kleiner Zipfel“ in das Landschaftsschutzgebiet ragt, muss der Kreistag noch einer Herausnahme zustimmen.

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