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Weihnachtssingen

Singen für den magischen Moment

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In baltischen Ländern gebe es Singhallen so wie es bei uns Sporthallen, sagt Elisabeth Schmidt. Beim letzten Handballspiel in diesem Jahr, am Sonntag, 22. Dezember, sollen Sport und Musik auch in der Herrschinger Nikolaushalle zusammentreffen.

Herrsching – Die Idee stammt von Georg Hinz, dem Leiter der Handballgeschäftsstelle beim TSV Herrsching. In der Gesangspädagogin Elisabeth Schmidt und ihrem Chor Cantilena findet er begeisterte Mitsänger.

„Ich habe von Hallensingen schon öfter was gehört“, sagt der 63-jährige Hinz. Schon länger schwebte ihm das auch für Herrsching vor. „Und ich bin sehr gespannt“, sagt Elisabeth Schmidt. Die 53-Jährige ist Pädagogin, Stimmbildnerin und Chorleiterin. Ihr jüngstes Großprojekt, das Musical in der Nikolauskirche, hatte Begeisterungsstürme hervorgerufen. Das Projekt in der Nikolaushalle sei auch eine Herausforderung. Unterstützung habe Birgit Henke zugesagt. Die Kantorin in der Evangelischen Kirche hat nicht nur einen eigenen Chor, sie spielt Klavier und sie war selbst mal aktive Handballerin beim TSV Herrsching. „Sport und Musik ist also gar nicht weit voneinander entfernt“, sagt Elisabeth Schmidt. „Zuerst musste ich aber meinen Chor überzeugen“, gesteht sie. So viele Menschen zusammenzubringen, konnten sich nicht alle vorstellen. Immerhin werden die Heimspiele regelmäßig von ein paar hundert Zuschauern besucht.

Singen könne im Grunde jeder, der auch sprechen kann. Töne zu treffen, sei reine Übungssache. „Man muss sich nur trauen und darf nicht verkrampfen.“ Und singen könne man auch in jedem Alter. Eine Schülerin von ihr habe erst mit 65 Jahren angefangen. Sie habe eine sehr tiefe Stimme und besetze den sonst männlichen Tenor. „Die hat sich so toll entwickelt. Heute singt sie in vier Chören. So etwas freut mich.“ Es gebe im Übrigen nur ganz wenige Menschen, die Töne nicht nachsingen könnten, weiß die Stimmbildnerin. „In unserer Kultur ist es nur leider so, dass man immer aufpasst, dass der Nachbar einen bloß nicht hört.“ In anderen Kulturen gehöre Singen dagegen zum Leben. Nicht nur im Baltikum.

Elisabeth Schmidt schwebt ein internationale Programm vor. „Feliz Navidad kennt doch sowieso jeder.“ In der Halbzeit wird sich eingesungen und nach dem Spiel gegen 18.15 Uhr wird es dann „ernst“. Die Vorstandschaft vom TSV sei eher für stimmungsvoll Traditionelles gewesen, sagt die Chorleiterin. Aber es wird wohl eine Mischung aus allem – von klassischen über alpenländische Weisen bis hin zu moderneren internationalen Liedern. „Ich möchte auch einen Andachtsjodler unterbringen“, verrät Elisabeth Schmidt. Wie passend, dass Birgit Henke das Alphorn beherrscht. Der Jodler füge sich gut in die Zeit nach dem Spiel bis die Technik aufgebaut ist, sagt Schmidt.

„Wenn wir es dann schaffen, auch nur einen magischen Moment zu erzeugen, das wäre super“, sagt die 53-Jährige voller Vorfreude. An ihrer Seite weiß sie bei dieser Großproduktion wie immer ihre Familie, Tochter Apolonia (20), die an der Berufsfachschule für Musik im Hauptfach Gesang belegt, und Ehemann Wolfgang. Der Jurist singe mittlerweile „sensationell“, schwärmt seine Frau. Andere sollten sich beim Hallensingen davon nicht beeindrucken lassen. „Das Besondere ist das gemeinsame Singen von allen.“

Das Handballspiel

TSV Herrsching gegen SpVgg Altenerding beginnt am 22. Dezember um 16.30 Uhr, Halbzeit mit Einsingen ist gegen 17 Uhr. Das Weihnachtssingen startet um 18.15 Uhr.

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