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Konflikt um Adressen

Weiter Ärger über Zwillingsstraßen: „Das Problem hat vier Buchstaben“

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Das Thema Zwillingsstraßen in Herrsching und Breitbrunn kochte auch in der Ortsteilversammlung in Breitbrunn wieder auf.

Breitbrunn – Dass Zwillingsstraßen nicht nur Nachteile haben, konnte Toni Böhm am Donnerstagabend in der Ortsteilversammlung in Breitbrunn berichten. Gleichwohl gehört auch er zu denen, die sich eine Lösung im Adressen-Konflikt wünschen. Die Zwillingsstraßen Kapellenweg und Seestraße in Herrsching und Breitbrunn waren das Thema, das die Breitbrunner am meisten bewegte, nachdem die Aussicht auf einen Fahrradweg zwischen Herrsching und Breitbrunn unerwartet gut ist (wir berichteten) und der gesamte Ortsbereich bereits eine Tempobeschränkung auf 30 Stundenkilometer hat.

Weiter Ärger über Zwillingsstraßen in Herrsching und Breitbrunn: Schwieriges Thema“

Das Hauptproblem habe vier Buchstaben, sagte Richard Schmautz: „Es heißt Navi.“ Wie schon in einem Leserbrief, legte er seine Hoffnung darauf, dass die Schindlbeck-Klinik ihre Adresse auf Summerstraße 2 ändert, dann gäbe es auch keine irregeführten Boten, Patienten und Rettungsdienste mehr. Schmautz verwies auf den Rattenschwanz, der sich bei jedem Anwohner auftue, dem eine Straßenänderung blüht, da sämtliche Ausweise oder Bankunterlagen gleich mit geändert werden müssen.

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„Es ist ein schwieriges Thema“, wusste Bürgermeister Christian Schiller. Der Bauausschuss des Gemeinderats werde sich schon am kommenden Mittwoch mit der Angelegenheit befassen. Aufgrund der Berichterstattung hätten sich bei ihm mehrere Gewerbetreibende aus der Seestraße in Herrsching gemeldet, die eine Straßennamenänderung sogleich ablehnten. Den Vorschlag von Schmautz, statt Seestraße Summerstraße als Adresse der Klinik zu verwenden, fand Schiller nicht schlecht. Die Klinik befindet sich auf dem Eckgrundstück am See, unmöglich wäre dies insofern nicht. Die Notaufnahme erfolgt bereits über die Summerstraße.

Schiller hat sich aber auch erzählen lassen, dass sich durch die Doppelbenennung auch Freundschaften entwickelt hätten. Das konnte Toni Böhm, der an der Seestraße wohnt und einer von rund 100 Zuhörern im Breitbrunner Mehrzwecksaal war, bestätigen. „Wir fahren auch schon mal rüber und geben die Post ab“, erzählte er.

Johann Kaindl hatte einen ganz anderen Vorschlag. Der langjährige ehemalige Gemeinderat erinnerte sich, dass die Seestraße in Breitbrunn einmal Mittlere Seestraße hieß. Ein Straßenname, mit dem sich fünf von acht anwesenden Seestraßen-Anwohnern zufriedengeben würden, denn Schiller ließ über die Möglichkeit gleich abstimmen.

Es müssten aber alle Anlieger für eine Adressänderung sein, und darin sieht der Bürgermeister das Problem. Im Fall des Kapellenwegs in Herrsching haben sich offenbar alle Anlieger einigen können (wir berichteten). Mit der Seestraße wäre es sicher nicht so leicht, orakelte Schiller.

Ein neu nach Breitbrunn gezogener Bürger schüttelte über all dies den Kopf: „In München hat jede Mülltone eine eigene Postleitzahl bekommen.“ Ob eine eigene Postleitzahl für Breitbrunn dann die Lösung wäre, ist nicht sicher. Und wer gibt schon Postleitzahlen ins Navigationsgerät ein?

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