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Der geplante Standort des Gymnasiums im Herrschinger Mühlfeld ist nach wie vor umstritten.

Gymnasium Herrsching

Zweiter Anlauf gegen Schulstandort

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Nachdem das erste Bürgerbegehren gegen den geplanten Standort des Herrschinger Gymnasiums im Mühlfeld für unzulässig erklärt wurde, wollen die Gemeinderäte Willi Welte, Gerhard Knülle und Klaus Pittrich nun ein zweites Bürgerbegehren initiieren. Dazu ließen sie eine Broschüre in der Ammerseegemeinde verteilen.

Herrsching – Die Gegner des Gymnasiumsstandorts im Herrschinger Mühlfeld nehmen einen neuen Anlauf. Am Wochenende wurde an die meisten Haushalte der Ammerseegemeinde eine 24-seitige Broschüre zum Thema Gymnasium verteilt. In dieser „Dokumentation“, so der Titel, befindet sich auch eine Antwortkarte. Darauf ist die Unterschrift für ein neues Bürgerbegehren möglich.

Wie berichtet, wurde das erste Bürgerbegehren Anfang des Jahres für unzulässig erklärt. Willi Welte, Gerhard Knülle und Klaus Pittrich hatten dies im Dezember vergangenen Jahres angestoßen. Gegen die Unzulässigkeit haben die drei Herrschinger im April Klage eingereicht. „Die läuft auch weiter. Es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern“, sagt Knülle auf Nachfrage des Starnberger Merkur. Das erste Bürgerbegehren hatte mit 790 gültigen Unterschriften die notwendige Mindestzahl von damals 749 Stimmen. Es müssen in einer Gemeinde unter 20 000 Einwohner neun Prozent der Wahlberechtigten sein.

Den Initiatoren geht es nun um die Bauleitplanung

Da die Fragestellung im ersten Anlauf die Interessen des Landkreises berührte, hatten Kommunalaufsicht und Gemeindeanwälte an der Zulässigkeit des Begehrens gezweifelt. Die Initiatoren stützen sich in der aktuellen Frage nun deshalb auf die bis heute ureigene Aufgabe der Gemeinde: die Bauleitplanung.

Die Fragestellung im zweiten Bürgerbegehren lautet: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Herrsching unverzüglich einen Bebauungsplan für das Areal an der Seefelder Straße unter besonderer Berücksichtigung der Errichtung des Gymnasiums aufstellt und das laufende Bebauungsplanverfahren für das Grundstück am Mühlfeld aufgehoben wird?“ Die Argumente, die die Initiatoren anführen, sind im Wesentlichen dieselben des ersten Bürgerbegehrens. Hinzu kommt nach den jüngsten Kostenschätzungen in Höhe von fast 70 Millionen Euro für den Neubau der Schule eine Warnung vor einem „Millionengrab“. Das belaste auch den Haushalt der Gemeinde Herrsching die nächsten Jahre „dramatisch“. 

In ihrer Begründung wiederholen die Initiatoren, dass die für den Bau des Schulkomplexes inklusive Erschließungsstraße erforderlichen Grundstücke für 70 Euro pro Quadratmeter zu kaufen seien. Wie berichtet, war eine Umfrage durch Bürgermeister Christian Schiller zuletzt zu einem anderen Ergebnis gekommen. Die Initiatoren halten dies für falsch, auch sie hätten es ebenfalls schriftlich, steht in einem Bürgerbrief des Teams „Bürger für Herrsching“, der der „Dokumentation“ beigelegt ist. Sie bleiben der Meinung, dass der Standort im Herrschinger Moos an der Seefelder Straße der bessere ist, auch wenn der Kreistag die Bauabsicht in Mühlfeld Ende vergangenen Jahres bekräftigt hatte und als Bauherr und Grundstückseigentümer in Vorbereitung dessen den Kreisel am Ortsausgang Herrsching errichten ließ. Dieser wird bereits am 9. September offiziell eingeweiht.

Bürgermeister Christian Schiller ist überrascht und sprachlos

„Mir war klar, dass die keine Ruhe geben“, sagt Bürgermeister Schiller und ist doch überrascht. „Es macht mich ein bisschen sprachlos. Es wurde noch kein Name eines Grundstückeigentümers genannt, der nicht verkaufen wollte und es nun will“, sagt er. Die schriftlichen Antworten seiner Umfrage liegen im Rathaus. Die zweite Frage, die er sich stelle: Wer solle bauen, wenn die Gemeinde dort Grundstücke kaufen würde? Bauherr sei ja der Landkreis. Zum anderen zweifelt der Bürgermeister daran, dass die Baukosten an der Seefelder Straße angesichts der Preissteigerung aktuell geringer ausfielen als in Mühlfeld. Abgesehen von den Kosten, in die bereits investiert worden sei.

„Der Landkreis ist zwar Bauherr, die Planungshoheit liegt aber bei der Gemeinde“, betonen die Initiatoren dagegen in ihrer Begründung. Und auch „das zweite Bürgerbegehren gefährdet nicht den Bau eines Gymnasiums“.

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