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Symbolfoto.

Urteil

Bewährung für Grapscher aus der S 8

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Ein 23 Jahre alter Asylbewerber aus Eritrea hat im vergangenen Jahr 18 Frauen in der S 8 begrapscht. In der Zwischenzeit gibt es ein Urteil.

Herrsching – Auch knapp ein Jahr danach ist Wolfgang Hauner die Tat noch sehr gut im Gedächtnis. Der Sprecher der Bundespolizei München nannte es im Februar 2017 einen Fall sexueller Belästigung, den es in seinem Einsatzgebiet so noch nicht gegeben habe. Ein 23 Jahre alter Flüchtling aus Eritrea fuhr mit einem Freund vom Hauptbahnhof an einem frühen Sonntagabend mit der S 8 nach Herrsching und wieder zurück. Fast zwei Stunden lang bedrängte er Frauen, streichelte sie im Gesicht und fasste ihnen an die Innenseite des Oberschenkels. Durch Videoaufnahmen stellte sich heraus, dass es 18 Opfer gab.

Der Vorfall gehörte im vergangenen Jahr zu den Artikeln, die die Leser auf www.starnberger-merkur.de am meisten bewegten (siehe Seite 4). Mittlerweile gibt es auch ein Urteil in dem Fall, wie Hauner bestätigt. Ende Februar waren die Ermittlungen abgeschlossen, bereits im Mai folgte der Richterspruch: zehn Monate auf Bewährung.

Es griff der erst im November 2016 eingeführte Paragraf 184 i Strafgesetzbuch, der sexuelle Belästigung ahndet. Zuvor konnten Täter nur wegen Beleidigung oder sexuellem Missbrauch verurteilt werden. Ob die im Raum gestandene Abschiebung vollzogen wurde, ist unklar. Die Justizbehörden gaben aus Datenschutzgründen keine Auskunft.

Zwei der belästigten Frauen stießen seinerzeit die Ermittlungen an. Die 18 und 20 Jahre alten Frauen aus Herrsching meldeten sich bei der Polizei Herrsching. Dort veranlasste eine Beamtin, dass die Videoaufnahmen aus der S-Bahn gesichert werden – sonst werden diese nach 72 Stunden gelöscht. Die Aufnahmen zeigten: Es gab noch 16 weitere Opfer. Manche wechselten nach den Vorfällen den Sitzplatz, der Täter folgte. „Nachdem der Fall öffentlich wurde, haben sich einige wenige Frauen noch gemeldet“, berichtet Hauner. Er ist bis heute erschrocken darüber, dass niemand eingriff. „Keiner kam auf die Idee, die Polizei zu rufen.“

Wichtig war in diesem Fall, dass sich Opfer meldeten. „Mit dem neuen Paragrafen wurde für die Betroffenen die Hürde gesenkt“, sagt Hauner. Die Hoffnung, dass der Täter belangt wird, sei höher. Auch auf Zeugen ist die Polizei angewiesen. „Die Schmerzgrenze, wann uns jemand alarmiert, ist unterschiedlich“, so Hauner. „Aber lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.“

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