+
Christian Schiller bittet die umliegenden Gemeinden um Unterstützung.

Sanierung der Nikolaushalle

Herrsching bittet um Hallen-Hilfe

  • Michael Baumgärtner
    vonMichael Baumgärtner
    schließen

Die Herrschinger Sporthalle an der Nikolausstraße kann wegen der nötigen Sanierungsarbeiten frühestens Mitte Oktober wieder benutzt werden. Ein Problem vor allem für die Hand- und Volleyballer des TSV Herrsching. Jetzt bittet Bürgermeister Christian Schiller Nachbargemeinden um Hilfe.

Herrsching– Die Heizung wird saniert, der Boden erneuert. Wegen der Corona-Krise können die Arbeiten in der Herrschinger Nikolaushalle allerdings erst Anfang September beginnen und werden voraussichtlich erst Mitte Oktober abgeschlossen sein (wir berichteten). Die Konsequenz: Selbst wenn es weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen gibt, können die Sportler des TSV Herrsching so lange nicht in der Dreifachhalle trainieren oder spielen. „Das betrifft fast alle Abteilungen des TSV, aber insbesondere die Handballer“, sagte Bürgermeister Christian Schiller. Er geht davon aus, dass theoretisch bald wieder Hallentraining erlaubt ist.

Weil aber die Nikolaushalle noch mindestens für rund 20 Wochen geschlossen bleiben muss, bittet die Gemeinde Herrsching nun um Unterstützung. Schiller hat alle Gemeinden im Landkreis Starnberg sowie die umliegenden Gemeinden beziehungsweise Stadtverwaltungen Pähl, Wielenbach, Raisting, Dießen, Weilheim, Fürstenfeldbruck, Landsberg und Germering in einem Schreiben gefragt, ob in dem genannten Zeitraum freie Hallenkapazitäten angeboten werden können. „Wir haben schon positive Rückmeldungen erhalten“, sagte Schiller gestern. Tutzing beispielsweise hat bereits Hilfe signalisiert. Der Bürgermeister ist „sehr zuversichtlich, dass wir die nötigen Ausgleichszeiten bekommen“.

Uli Sigl freut sich über die Initiative der Gemeinde. „Wir sind für jede Option dankbar“, sagt der Leiter der 550 Mitglieder starken Handballabteilung (davon mehr als 300 Kinder und Jugendliche). Die Nachwuchsteams ab der C-Jugend aufwärts haben bereits wieder das Training aufgenommen. Allerdings nur im Freien und unter den geforderten Hygiene- und Abstandsregeln. „Die Kinder lechzen förmlich danach, wieder Sport treiben zu können“, berichtet Sigl. Die Landesliga-Damen planen, Anfang Juli wieder in den Trainingsbetrieb einzusteigen, die Herrenteams, die in Landesliga und Bezirksoberliga aktiv sind, wollen am 20. Juli beginnen. „Auch wenn wir im Sommer ohnehin viel draußen trainieren, wäre es schon gut, auch ab und zu einmal eine Halle zu haben“, meint Sigl. Insbesondere dann, wenn auch wieder Spiele gegen andere Mannschaften erlaubt sein sollten. Allerdings kann sich Sigl kaum vorstellen, dass die Landesliga-Saison wie geplant Mitte September starten kann. „Wir hängen da total in der Luft.“

Auch die Volleyballer trifft die zwischenzeitliche Hallenschließung hart. Die Bundesliga-Saison soll am 17. Oktober beginnen. „Sollte bis dahin die Nikolaushalle noch nicht fertig sein, werden wir versuchen, zuerst ein Auswärtsspiel zu haben“, sagt Fritz Frömming, Teammanager der WWK Volleys. Das Bundesliga-Team trainiert jeden Donnerstag in Herrsching, und die dritte Herrenmannschaft, die in die Bayernliga aufgestiegen ist, sowie mehrere Nachwuchsteams benötigen ebenfalls Trainingszeiten. Für Frömming ist das Herrschinger Hallenproblem aber „hausgemacht. Da muss ich ganz klar der Gemeinde die Schuld geben“. Wären die von der GCDW-Gesellschaft vorgestellten Pläne für eine Eventarena vor drei Jahren nicht abgelehnt worden, „dann hätten wir heute nicht dieses Problem“, so Frömming.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

5G: Turbo-Ausbau im Landkreis Starnberg läuft - Mehrere Standorte schon in Betrieb
Die teilweise kritisch beäugte Mobilfunk-Technologie 5G ist Realität: Die Telekom hat die ersten neun Standorte im Landkreis aufgerüstet. Bis Monatsende könnte der halbe …
5G: Turbo-Ausbau im Landkreis Starnberg läuft - Mehrere Standorte schon in Betrieb
Waldbrandgefahr: Suche aus der Luft
Am Freitag könnte es brandgefährlich werden: Die Waldbrandgefahr steigt. Deswegen sind Beobachter in der Luft. 
Waldbrandgefahr: Suche aus der Luft
Indianer-Pfad und Lärmschutz: Der geheimnisvolle Garten in Königswiesen
Pavel Karmazin baut für seine Enkel einen Indianer-Pfad – und schützt sich vor Lärm.
Indianer-Pfad und Lärmschutz: Der geheimnisvolle Garten in Königswiesen
Gas statt Bremse: 86-Jährige schwer verletzt
Mit voller Wucht ist ein Honda am Donnerstag in Pöcking in einen geparkten Geländewagen gekracht. Die Fahrerin musste schwer verletzt ins Krankenhaus.
Gas statt Bremse: 86-Jährige schwer verletzt

Kommentare