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Luise Gräber überreichte Bürgermeister Christian Schiller das 30 Jahre alte Luftbild.

Schenkung

Blick von oben auf Herrschings Vergangenheit

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Was sich so alles im Keller findet. Bei Luise Gräber aus Herrsching beispielsweise eine Luftaufnahme ihrer Heimatgemeinde aus dem Jahr 1987, die sie jetzt dem Gemeindearchiv spendete.

Herrsching – 1987: Drohnen existieren – wenn überhaupt – nur in Science-Fiction-Romanen. Tieffliegende Flugzeuge sind mitten im Kalten Krieg eher ein Anlass zur Sorge. Dementsprechend selten und kostbar sind Luftbildaufnahmen. Kein Wunder, dass Herbert Gräber sofort zuschlägt, als ihm eine Luftbildaufnahme seiner Heimatgemeinde Herrsching angeboten wird. Der gesamte Ort ist auf dem großformatigen Foto zu sehen, die Herrschinger Bucht, im hinteren Teil des Bildes auch noch der Pilsensee. Immerhin 250 Mark kostet die Aufnahme.

Fortan hängt das Luftbild in der Diele der Gräbers. Die Jahre vergehen, der Ort verändert sich, das Leben der Gräbers auch. Luise Gräber erbt einen schönen barocken Wandschrank. Er passt perfekt in die Diele, das Luftbild muss weichen. Gut verpackt fristet es fortan sein Dasein im Keller. Bis es kurz vor Weihnachten 2017 bei der Suche nach dem Christbaumschmuck Luise Gräber wieder ins Auge fällt.

„Da dachte ich mir, dass es doch viel zu schade dafür ist, um einfach nur so im Keller herumzustehen“, berichtet sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Kurzentschlossen ruft sie bei der Gemeinde an und fragt, ob das Archiv vielleicht Bedarf an dem Luftbild hat. Wenig später steht sie im Büro von Bürgermeister Christian Schiller. Und der freut sich riesig über das Geschenk. „Was sich da alles geändert hat in den 30 Jahren“, sagt er zu unserer Zeitung. Der Edeka im Gewerbegebiet – auf dem Luftbild ist er nur als Rohbau zu sehen. Das „magische Viereck“ zwischen Mühlfelder und Seestraße, Zum Landungssteg und Bahnhofstraße ist auf dem Foto deutlich weniger dicht bebaut als heute. So viel gibt es zu entdecken. Das wiederum freut Luise Gräber, die sich mit der Schenkung dafür bedanken will, dass die Gemeinde den Camilla-Horn-Weg so schön hergerichtet hat. Sie verwaltet seit 1996 den Nachlass der berühmten Schauspielerin, der zuvor vermüllte und zugewucherte Weg lag ihr am Herzen. Nun hat sie die Gelegenheit, der Gemeinde etwas zurückzugeben. „Das sollten viel mehr Herrschinger machen, wenn sie beim Aufräumen historische Aufnahmen oder Dokumente finden“, lobt Bürgermeister Schiller.

Bevor das alles in die Papiertonne wandert, solle man doch lieber bei der Gemeinde anrufen. Die sucht für das Archiv immer nach Quellen und Zeitzeugen. Ins Archiv wandert jetzt auch das Luftbild, das so lange in der Diele der Gräbers gehangen hat. Damit man auch in Jahrzehnten sieht, was sie verändert hat.

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