Die leitung der Schindlbeck-Klinik in Herrsching wehrt sich gegen eine neue Adresse, darum werden nun Seestraßenanlieger in Breitbrunn gefragt, ob ihnen ein neuer Straßenname recht ist.

Straßenumbenennung

Déjà-vu in Debatte um Zwillingsstraßen

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Der Gemeinderat Herrsching beugt sich dem Willen der übergeordneten Behörden und lässt erneut Anwohner von Kapellenweg und Seestraße anhören – diesmal in Breitbrunn. Ziel ist es, eine zuverlässige Orientierung zu ermöglichen, da die Straßennamen doppelt vergeben sind. Es ist der zweite Anlauf.

Herrsching – Wolfgang Schnetzer, der die Diskussion als Anwohner des Kapellenweges in Breitbrunn vor zwei Jahren losgetreten hatte, erhielt in der Sitzung am Montagabend Rederecht. Ihm gehe es vor allem um die Rettungsdienste, versicherte er. „Und Sie sagen Nein. Ich habe das Gefühl, Sie wollen nicht“, ärgerte er sich über den Gemeinderat. Denn dieser hatte im Juli die Umbenennung ad acta gelegt, nachdem es einen Aufschrei zahlreicher Anwohner an allen vier Straßen gegeben hatte. Schnetzer stützt sich auf eine Aussage des Innenministeriums und legte eine Fachaufsichtsbeschwerde ein. Das Ministerium fordert klare Linien. Landrat Karl Roth wies die Gemeinde schließlich darauf hin, eine Entscheidung herbeiführen zu müssen.

Anke Rasmussen (Grüne) sagte, dass sich so kurz vor den Wahlen „keiner von uns traut, so eine Entscheidung zu treffen. Das soll der neue Gemeinderat machen“. Roland Lübeck (CSU) war da anderer Meinung: „Ich traue mich schon.“ Und wenn es nach ihm ginge, wäre der Herrschinger Kapellenweg schon umbenannt, sagte auch Bürgermeister Christian Schiller. Seinerzeit schienen die meisten Anwohner einverstanden zu sein und hatten auch einen Vorschlag gemacht, nämlich eine Umbenennung in Pfarrer-Rottach-Weg. Als sich der Gemeinderat darauf aber nicht einigen konnte und einen Liesl-Kreuz-Weg ins Spiel brachte, spielten die Anwohner nicht mehr mit, so dass schließlich alles beim Alten blieb. Am Montag schien sich dieses Spiel zu wiederholen.

Diesmal ging es um den Kapellenweg in Breitbrunn, da die Antwort der Herrschinger ja bekannt ist. Eine Anhörung sei wie für jeden Verwaltungsakt notwendig, versicherte Schiller. Entgegen Schnetzers Auffassung reiche eine Anordnung des Bürgermeisters nicht aus. Nach Rücksprache mit dem Anwalt sei Schiller auch nicht bange, sollte der Gemeinderat am Ende erneut keine Entscheidung finden. „Von einer Ersatzvornahme (durch übergeordnete Behörden, Anm. d. Red.) hat unser Anwalt noch nichts gehört.“ Also wurde für eine Anhörung gestimmt. Allerdings nicht über den von einem Anwohner vorgeschlagenen Namen Dr.-Hugo-Kroth-Weg nach dem Erbauer der Kapelle dort, sondern über „Breitbrunner Kapellenweg“. Für Anke Rasmussen war es ein Déjà-vu. Erneut entscheide sich der Gemeinderat gegen einen Anwohnervorschlag. Der Ausgang sei vorhersehbar.

Eine Anhörung erfolgt auch für die Seestraße in Breitbrunn, die analog zum Kapellenweg in „Breitbrunner Seestraße“ umbenannt werden könnte. Die Idee, den Hausnummern eine 1 voranzustellen, haut bei näherer Betrachtung nicht hin, wenn etwa ein Rettungsdienst in Herrsching nach der Hausnummer sucht und erst dann merkt, dass sich die hohen Nummern in Breitbrunn fortsetzen.

Auf das Ergebnis beider Anhörungen sind die Gemeinderäte nun gespannt, manche vielleicht auch darauf, ob sie darüber noch vor der Wahl abstimmen müssen.

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