Mädchen klaut Papas Autoschlüssel und unternimmt Spritztour mit Cousin (7) - es geht böse aus

Mädchen klaut Papas Autoschlüssel und unternimmt Spritztour mit Cousin (7) - es geht böse aus
+
Bei geeigneter Witterung tummeln sich bis zu 20 Gleitschirmflieger auf dem Jaudesberg. Der Bund Naturschutz will das Betretungsverbot, das zwischen 15. März und 18. August bereits besteht, nun ausweiten.

Jaudesberg

Ganzjähriges Betretungsverbot?

Die Kreisgruppe Starnberg im Bund Naturschutz (BN) will ein generelles Betretungsverbot für den Breitbrunner Jaudesberg beantragen. Dies würde das Aus für alle Gleitschirm- und wohl auch für Modellflieger bedeuten.

Breitbrunn „Es ist Sonntag, windig, greislich. Aber die Sucht greift wieder heftig durch. Wir müssen zum Groundhandling auf den Jaudesberg“, erzählen „Grobi“ und „Kamera-Franze“ in einem Youtube-Filmchen. Schon seit Jahren ist der Moränenhügel in Breitbrunn, der auch Königsberg genannt wird, bei entsprechender Witterung von Mitte August bis Mitte März Treffpunkt für geübte und ungebübte Freizeitsportler mit Schirm. Sobald der Wetterbericht Wind aus West verspricht, wird es bunt auf dem Berg. Gleitschirmflieger aus ganz Oberbayern haben sich sogar in einer WhatsApp-Gruppe („Borntofly“) zusammengeschaltet, um die Windprognosen für den 617 Meter hohen Moränenhügel zu verbreiten. Manchmal sind es bis zu 20 Paraglider, die den Jaudesberg mit ihrem Leinen-Segel-Knäuel hinaufstapfen. Günter Schorn, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, beobachtet das Treiben mit Argusaugen: „Mit ihren Stiefeln trampeln sie in dem geschützten Biotop am Jaudesberg sehr wertvolle Pflanzen zusammen.“ Es sind Pflanzen wie Küchenschellen, Silberdisteln, Frühlingsenzian und Wiesen-Schlüsselblumen, Wiesen-Bocksbart, Wiesen-Salbei oder der Knollen-Hahnenfuß, die auch außerhalb der Wachstumsphase litten. Schilder am Königsberg weisen 16 schützenswerte Pflanzenarten auf.

„Der Königsberg ist eines der letzten Rückzugsgebiete für Pflanzen und Tiere, die anderswo der Landwirtschaft weichen mussten“, sagt Schorn. Er will deshalb in den nächsten Wochen den 2,8 Hektar großen Hang neu kartieren lassen. „Wir beantragen dann beim Landratsamt Starnberg, den Königsberg als geschützten Landschaftsbestandteil auszuweisen“, berichtet er. Umgangssprachlich heiße dieser neue Schutzstatus „Kleiner Naturschutz“. Schorn wage den neuen Vorstoß, weil im Landratsamt Starnberg ein Umdenken stattfinde: „In den letzten 30 Jahren wurde bis auf kleinste Ausnahmen kein Naturschutzgebiet ausgewiesen, jetzt wendet sich das Blatt.“

Dabei streichen die Gleitschirmflieger ab 15. März brav die Segel, wenn nämlich das schon bestehende saisonale Betretungsverbot in Kraft tritt. Nur ein paar ahnungslose Touristen lüften in den Blühmonaten ihre Gleitschirme über den Küchenschellen und Silberdisteln. Ein 60-jähriger erfahrener Paraglider und Jaudesberg-Flieger findet, „wir verhalten uns sehr rücksichtsvoll“. Aber Fakt ist, dass die Flugsportler am Jaudesberg maximal 45 Sekunden in der Luft sind und viel mehr Zeit damit verbringen, den Berg wieder hinaufzugehen oder zu üben. „Groundhandling“ heißen die Startübungen, die Naturschützern wie Schorn ein Dorn im Auge sind. Und wenn der Königsberg tatsächlich als kleines Naturschutzgebiet ausgewiesen würde, hätten nur noch Schlittenfahrer ihre Freude am Hang. „Auf einer geschlossenen Schneedecke kann man nichts kaputtmachen“, meint Schorn.

Eine weitere Gruppe von Bergnutzern müsste dann wahrscheinlich ebenfalls weichen: die Modellflieger mit ihren ferngesteuerten Balsa-Fluggeräten. Die Funkpiloten laufen zwar nur durch das Biotop, wenn sie ihre Flieger nach einer Notlandung bergen müssen. Sie betreiben ihre Modelle aber inzwischen mit Elektromotoren, die hochfrequenten Lärm verursachen. „Für Vögel wie die Feldlerche oder den Habicht ist das sicher eine extreme Störung“, glaubt Schorn. Und wenn die Nutzung bestehender Trampelpfade erlaubt bliebe, hätten Breitbrunner und Touristen gegen einen neuen Schutzstatus möglicherweise nichts einzuwenden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach zweieinhalb Monaten Schließung: Platz wie nie im Starnberger Strandbad
Nach zweieinhalb Monaten Schließung kann das Starnberger Seebad am Montag wieder öffnen – allerdings sehr eingeschränkt. Zugänglich sind weder Hallenbad noch Sauna. Nur …
Nach zweieinhalb Monaten Schließung: Platz wie nie im Starnberger Strandbad
Tunnel-Banner dürfen wieder aufgehängt werden
Die blauen Tunnelplakate in Starnberg dürfen wieder aufgehängt werden. Der Stadtrat hat die Regelungen geändert. 
Tunnel-Banner dürfen wieder aufgehängt werden
Umfahrung für vier Tage dicht
Seit einem knappen Jahr gilt auf der Weßlinger Umfahrung Tempo 70. Der Grund sind Bodenwellen. Nun wird die Straße neu asphaltiert. Dafür sperrt das Staatliche Bauamt …
Umfahrung für vier Tage dicht
SARS-CoV-2: Ein neuer Fall am Samstag
Weiterhin gibt es an den meisten Tagen keinen oder nur wenige neue Corona-Fälle im Landkreis Starnberg. Am Samstag war es einer. 
SARS-CoV-2: Ein neuer Fall am Samstag

Kommentare