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Die jüngste Planung auf der Klosterwiese zwischen Seeblickstraße und Seestraße in Breitbrunn stammt aus dem Jahr 2016.

Einheimischenmodell

Mammutsitzung zur Klosterwiese

  • VonAndrea Gräpel
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Die Klosterwiese in Breitbrunn ist ein heißes Eisen, wenn es um ihre Bebauung geht. Am 3. Juni findet eine Sondersitzung des Bauausschusses zu dem Thema statt.

Breitbrunn – Fast zehn Jahre kämpft die Gemeinde Herrsching bereits um ein Einheimischenmodell auf der Klosterwiese. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Am Montag, 3. Juni, steht dem Bauausschuss eine Mammutsitzung bevor. Zu behandeln sind die Einwendungen nach der öffentlichen Auslegung 2016. Die Prüfung dieser Einwendungen kostete viel Zeit.

„Dabei handelt es sich um eine einmalige Chance, für Einheimische bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Davon ist Bürgermeister Christian Schiller auch nach neun Jahren überzeugt, in denen der Bodenrichtwert kontinuierlich gestiegen ist. „Der Verkaufspreis wird drunter bleiben und für normalverdienende Bürger bezahlbar sein“, sagt er.

Wie berichtet, sollen auf der aktuell landwirtschaftlich betriebenen Klosterwiese in Breitbrunn 20 Gebäude entstehen mit rund 40 Wohneinheiten für Einheimische – ohne die Planung der Klosterwohnungen. Das Kloster, also die St. Josefskongregation in Ursberg, plant in drei Gebäuden Wohnungen für eigene Mitarbeiter und behindertengerechte Wohnungen für Familienangehörige. Diese Absicht hatte 2010 die Planung in Gang gesetzt. 2011 wurde ein städtebaulicher Vertrag verfasst, der 2014 fortgeschrieben wurde und mittlerweile möglicherweise wieder Makulatur ist. Der erste Planungsentwurf datiert von 2015, ausgelegt wurde er 2016.

Bevor es weitergehen kann, gilt es 28 Einwendungen zu bearbeiten, 17 von Anliegern. „Das klingt erst mal nicht viel, aber die waren sehr umfangreich, zum Teil 17 Seiten lange Anwaltschreiben“, berichtet Melanie Faude, Sachbearbeiterin im Bereich Bauleitplanung. Jede einzelne Einwendung musste überprüft werden, fachplanerisch und auch juristisch. Die Gemeinde will sich keine Fehler erlauben. „Die Anlieger haben sich Top-Anwälte genommen“, sagt Christian Schiller. „Die werden sicher in der Sitzung vertreten sein und genau zuhören“, weiß auch Melanie Faude. Ihre verkürzte Vortragsfassung hat bereits 35 bis 40 Seiten – „da kommen noch Anmerkungen vom Rechtsanwalt der Gemeinde dazu“. Die Verwaltungsfachwirtin schätzt, dass die Sitzung drei bis vier Stunden dauern wird. Und im Gepäck hat sie wenigstens sechs Leitz-Ordner.

Den Anliegern rund um die Klosterwiese geht es unter anderem um den Erhalt eines „Kleinods“, eines „Biotops“, einer Sichtachse zum See und zu den Bergen, aber auch um den Werterhalt ihrer Grundstücke. Wobei Schiller gerne betont, dass diese Fläche „jahrzehntelang intensiv bewirtschaftet wird“. Eine Bebauung sei für Einheimische ein Segen, 170 Bewerbungen lägen dem Kloster bereits vor.

Mit den Einwendungen sei die Bebauung nicht zu verhindern, sagt Melanie Faude. Modifikationen werde es aber sicher geben. „Und weitere Verzögerungen sind nicht auszuschließen.“ Denn jede Änderung bedeutet eine neue Auslegung, jede Auslegung bringt neue Einwendungen mit sich. „Dabei hat eine ganze Reihe der Einwender selbst Grundstücke, die irgendwann einmal vom Kloster verkauft wurden“, merkt Schiller an. „Das muss man sich auch vergegenwärtigen.“ Schiller glaubt an dieses Einheimischenmodell, nachdem die Preise beim Einheimischenmodell an der Rieder Straße in Herrsching für Normalverdiener nicht mehr erschwinglich sind: „Wir haben in Breitbrunn einen Partner, der nicht gewinnorientiert arbeitet, der nur dem Ort und seinen Bewohnern gerecht werden will.“

Die Sondersitzung des Bauausschusses am 3. Juni beginnt um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

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