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Es stehen einige Themen an 2019: Bürgermeister Christian Schiller erklärt Redakteurin Andrea Gräpel, wo Tempo-30-Zonen eingerichtet werden sollen.

Jahresgespräch

Bürgerbegehren  bleibt Thema Nummer eins

  • VonAndrea Gräpel
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Das Bürgerbegehren zum Thema Gymnasium bleibt das beherrschende Thema für Herrschings Bürgermeister Christian Schiller.

Herrsching – Alles beherrschend im Bürgermeister-Alltag von Christian Schiller ist zurzeit die Aufregung um das Bürgerbegehren, das Willi Welte und Gerhard Knülle gegen den Standort für das geplante Gymnasium losgetreten haben (wir berichteten). Der Vorstoß ist für ihn nichtnachvollziehbar, die Planungen seien zu weit fortgeschritten, im Frühjahr ist Baubeginn für den Kreisel. Diese Verkehrsführung ist für die Zufahrt der Schule erforderlich und ein von ihm langersehnter, sichtbarer Startschuss für das Projekt.

Bezahlbarer Wohnraum

„Eigentlich trieb mich ein ganz anderes Thema um: bezahlbarer Wohnraum“, sagt er. Darauf habe er sich konzentrieren wollen. „Wir müssen der nächsten Generation Möglichkeiten bieten. Und wir haben das große Glück, auf eine solide Finanzsituation bauen zu können.“ Darum freut er sich, dass die Bebauung der gemeindlichen Fläche am Mitterweg, neben der Kirche, angestoßen wurde. „Dort können viele Wohneinheiten für Normalverdiener entstehen.“ Gleichzeitig hofft Schiller, mit den Plänen für die Klosterwiese in Breitbrunn voranzukommen. Die Gemeinde habe die Zusage, dass die Preissteigerungen der vergangenen Jahre nicht angerechnet werden. Wie berichtet, ist dort ein Einheimischenmodell geplant. „Ich glaube schon, dass wir da bezahlbaren Wohnraum schaffen können“, so Schiller zuversichtlich. Mit Spannung sieht er auch der Planung eines neuen Gemeindehauses in Widdersberg entgegen. Das Geld dafür ist im Haushalt eingestellt.

Umsetzung Verkehrskonzept

Ein weiteres großes Thema wird die flächendeckende Einführung einer 30er-Zone westlich der Staatsstraße in Herrsching. Eine neue gravierende verkehrliche Änderung. Schiller hofft, dass die Umsetzung dieser Maßnahme nicht ganz so problematisch verläuft, wie die Maßnahmen an See- und Summerstraße. Er schüttelt den Kopf, wenn er an die Einmündung zur Rudolf-Hanauer-Straße denkt. Wunschgemäß sei der große Trog durch einen kleineren Pflanztrog ersetzt worden. Nun erhalte er laufend Anrufe, wieder den großen Trog dort aufzustellen. „Interessant“ findet er das, lustig nicht. Für die entfernten Tröge gebe es bald eine andere Verwendung, da sie an Fischergasse und Schönbichlstraße erwünscht seien.

Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ist derweil ins Stocken geraten. „Momentan scheitert die Umsetzung des Gewinnerentwurfs am Grunderwerb“, bedauert Schiller. Es gehe um eine kleine, dafür aber wesentliche Fläche. „Wir sind in Verhandlungen“, versichert der Bürgermeister, dem ja auch die Städtebauförderung im Nacken sitzt. Zumindest ließen die Planer mit sich reden, „man muss schauen“. Die Städtebauförderung erwarte die Realisierung des Sieger-Entwurfs.

Öffentliche Toilette im Bahnhof

Auf der Suche nach einer Lösung ist die Gemeinde auch für den Bahnhof, namentlich die Bahnhofstoiletten, die immer wieder Ziel übler Zerstörungswut wurden. Als Zwischenlösung werden die Toiletten seit Mitte Dezember dreimal täglich geputzt und abends ab 22 Uhr verschlossen. „Wir mussten da was machen“, rechtfertigt Schiller die höheren Ausgaben dafür. Ginge es nach ihm, würde er noch mehr Geld in die Hand nehmen, dafür nur einmal, um dort eine sich selbstreinigende Toilette einzubauen. „Wir holen gerade Angebote ein.“ Entscheiden muss darüber der Bauausschuss.

Kindergarten Kunterbunt

Im Nacken sitzt Bürgermeiser Schiller auch eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, die Kinderbetreuung. „Wir brauchen den Kindergarten an der Rieder Straße“, unterstreicht er. „Ich hoffe, dass wir im neuen Jahr loslegen können.“ Die Pläne liegen aber noch nicht vor. Schiller hofft, dass er sie bald hat. Bekanntlich will die Elterninitiative der Villa Kunterbunt die Einrichtung betreiben – auch weil der Mietvertrag für die Villa ausläuft und das Haus zudem sanierungsbedürftig ist. „Damit nichts schiefläuft, hat die Gemeinde zur Sicherheit dazu die nächsten zwei Jahre Geld im Haushalt eingestellt.“

Um die Kindergärten und deren Koordination hat sich im Rathaus bislang Myriam Goodwin gekümmert. Da sie die neue Kämmerin der Gemeinde wird, freut sich Schiller, ein bekanntes Gesicht im Rathaus begrüßen zu dürfen. Herrschings ehemalige Geschäftsleiterin Sabine Lübbers ist aus der Elternzeit zurückgekehrt und wird Goodwin im Bereich Kinderbetreuung ablösen. Schiller freut sich auf die Zusammenarbeit.

Kommunalwahl

Und er steht in den Startlöchern, ein drittes Mal als „Bürgermeister für alle“ nur mit dem gleichnamigen Verein im Rücken zur nächsten Kommunalwahl anzutreten. „Eigentlich bist du als Bürgermeister permanent im Wahlkampf“, sagt er. 2014 hatte er keinen Gegenkandidaten, diesmal rechnet er damit, dass es jemanden geben wird. In diesem Zusammenhang hat er nur einen Wunsch: „Keine Wiederholung eines Wahlkampfs wie 2008.“ Damals gab es vier Kandidaten, die sich einiges gefallen lassen mussten. „So etwas darf nicht wieder passieren. Nicht mit mir. Ich baue auf eine faire Auseinandersetzung.“

Das Landkreiswetter

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