Rund 150 Menschen kamen nach Herrsching.
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Rund 150 Menschen kamen nach Herrsching.

280 Impfungen am Wochenende

Warteschlangen beim Impfen am See

  • Laura Forster
    VonLaura Forster
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Rund 280 Jugendliche und Erwachsene haben sich an den beiden Aktionstagen am Wochenende in Gilching und Herrsching impfen lassen. Ein Ergebnis, das sowohl das Bayerische Rote Kreuz als auch Landrat Stefan Frey überraschte. Ein Besuch.

Landkreis – Das gelbe Impfbuch am Morgen in die Badetasche stecken, nach Herrsching an den Ammersee fahren, sich an der Seepromenade impfen lassen und als kleines Zuckerl noch eine Runde mit dem Wasserwachtboot drehen. So hatte sich Landrat Stefan Frey den gestrigen Sonderimpftag „Impfen mit Seeblick“ vor dem BRK-Haus vorgestellt und auch öffentlich angepriesen. Das Wetter machte seiner Idee jedoch einen Strich durch die Rechnung. Dauerregen und 15 Grad. „Als ich heute Morgen aufgewacht bin, habe ich sprichwörtlich gedacht, der Impftag fällt ins Wasser“, sagte Frey am Sonntagvormittag. „Ich war richtig überrascht, als ich hier angekommen bin.“

Eine etwa 100 Meter lange Schlange aus wartenden Bürgern mit Regenschirmen erstreckte sich entlang der Seepromenade. „Die ersten standen schon eine halbe Stunde vor Beginn vor dem BRK-Haus“, sagte Nicole Scheibenpflug, Leiterin des Impfzentrums in Gauting. Dass die Sonderimpftage gut ankommen würde, hatte Scheibenpflug sich schon gedacht. Dass der Andrang jedoch so groß wird, damit hatte sie nicht gerechnet. Denn: „Wir haben seit Tagen im Impfzentrum Termine, zu denen die Bürger auch ohne Anmeldung kommen können. Doch das Angebot wird nur sehr wenig genutzt.“

Umso wichtiger war es, die beiden Sonderimpftage zu organisieren. „Wir müssen jetzt aktiv auf die Bevölkerung zugehen. Und wenn ich das hier sehe“, sagte Scheibenpflug und machte eine Handbewegung in Richtung der wartenden Menschenmenge, „dann denke ich, dass wir alles richtig gemacht haben.“

Drei Ärzte, vier medizinische Fachangestellte, zwei Mitarbeiter für die Verwaltung und acht Helfer des BRK aus Seefeld und Herrsching machten den Aktionstag möglich.

Drei Ärzte, vier medizinische Fachangestellte, zwei Mitarbeiter für die Verwaltung und acht Helfer des BRK aus Seefeld und Herrsching machten den Aktionstag möglich. Von elf bis 16 Uhr wurden 150 Vakzine von Biontech und Johnson & Johnson an Einheimische, aber auch an Bürger aus anderen Landkreisen verimpft. „Es kommen einige Urlauber, die zufällig gehört haben, dass wir einen Impftag veranstalten“, sagte Scheibenpflug.

Die etwa eine Stunde lange Wartezeit bis zur Registrierung versüßten die BRK-Helfer mit einem warmen Kaffee, den sie in Bechern an die Impfwilligen verteilten. „In Gilching habe ich mich bei jedem persönlich für das lange Warten entschuldigt“, sagte Scheibenpflug. Die meisten Bürger hätten jedoch Verständnis gezeigt. „,Für solch eine Sache kann man auch mal länger anstehen’ – das war die Einstellung vieler.“

Der Wörthseer Georg Heuchert (56) ist über seine Tochter auf den Sonderimpftag aufmerksam geworden. „Sie arbeitet bei der Wasserwacht und ist mir dauernd in den Ohren gelegen, dass ich mich impfen lassen soll“, sagte er. Trotz seiner anfänglichen Zweifel hat sich Heuchert das Vakzin von Biontech beim Aktionstag spritzen lassen.

Nicht nur Erwachsene, auch Jugendliche sind am Wochenende in Begleitung ihrer Eltern nach Herrsching und Gilching gekommen. „Mit Blick auf den Schulbeginn im Herbst ist es wichtig, dass wir auch die Jugendlichen erreichen. Die Impfung ist wichtiger als irgendwelche Luftfilter“, sagte Landrat Stefan Frey.

Zusammen mit ihrer Mutter Nina Schäfer reihte sich die 14-jährige Melina in die Impfwarteschlange ein. Von dem Aktionstag habe die Herrschingerin durch ein Infoschreiben der Schule erfahren. Melina will sich zum Schutz ihrer Großmutter impfen lassen. „Es geht nicht immer nur um einen selbst, man muss auch an die anderen denken“, sagte sie.

Das ist auch der Grund, warum sich der 14-jährige Georg Führer für die Impfung entschieden hat. „Ich bin Jugendgruppenleiter beim BRK“, sagte der Seefelder, der mit seinen Eltern an die Herrschinger Seepromenade gekommen war. „Ich will da keine Gefahrenquelle sein.“

Etwas später als geplant beendete das BRK gegen 16.20 Uhr den Sonderimpftag. „Die Stimmung war durchgehend super. Es ist toll, dass so viele Leute gekommen sind“, sagte Scheibenpflug. Auch Frey zeigte sich begeistert. „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Impfquote von 70 bis 80 Prozent bis Anfang Herbst schaffen“, sagte er. „Nur so können wir den Kreislauf brechen und Herdenimmunität schaffen.“

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