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Ein Torso und eine Erklärung: Helga und Eberhard Apelt lesen die Begründung für die Fällaktion, die Herrschings Bürgermeister Christian Schiller an der alten Silberweide angebracht hat.

Hintergrund

Darum war die Weide nicht mehr zu retten

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Herrsching – Die Fällaktion an der alten Silberweide am Herrschinger Gemeindebadestrand beschäftigt noch immer zahlreiche Menschen. Für viele von ihnen hat der hundert Jahre alte Baum eine ganz besondere Bedeutung – auch für Sebastian Singer.

Dennoch sah der 37 Jahre alte Baumexperte aus Frieding keine Chance, die Weide zu retten.

„Der Baum musste sofort weg“, bekräftigte Singer gestern gegenüber dem Starnberger Merkur. Zu groß sei die Gefahr gewesen, dass auch große Äste ohne Vorankündigung herabstürzen. „Wir müssen froh sein, dass nichts passiert ist.“

Vom Stammfuß aus habe sich die Fäulnis bereits sechs bis acht Meter in die Höhe des majestätischen Riesen gezogen. Selbst die Hauptstämme der Silberweide seien schon regelrecht ausgehöhlt gewesen. Schuld daran sei der Schwefelporling, der den Baum von innen heraus zersetzt. Der Pilz habe den Baum bereits seit Jahren befallen, sagt Singer. Etwas anderes als der Torsoschnitt, bei dem nur noch der etwa fünf Meter hohe Baumstumpf stehen geblieben ist, sei nun nicht mehr in Frage gekommen.

„Das war für mich nicht leicht“, sagt der 37-Jährige. „Ich bin schon als Kind auf der Weide herumgeklettert, später haben es dann meine Kinder getan“, berichtet er. Erinnerungen, die er mit vielen Herrschingern teilt. „Baum in der Brandung, Kindheits-Kletterbaum, Seelentröster mit Ausblick, Schmetterlinge-im-Bauch-Platz, Wahrzeichen, Feierabend-Bier“ – schöner als Tina Drexler kann man es wohl kaum beschreiben.

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