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Symbolbild.

Aus dem Gerichtssaal

Diebische Haushaltshilfe beklaut Rentner-Paar

Eine 47 Jahre alte Frau aus Herrsching stand kürzlich in Starnberg vor Gericht. Der Vorwurf: Sie das Rentner-Paar bestohlen, dem sie als Haushaltshilfe zur Hand ging.

Herrsching – Immer wieder machte eine Herrschinger Haushaltshilfe lange Finger. Kürzlich musste sich die 47-Jährige wegen vierfachen Diebstahls vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten. Auf der Anklagebank machte die alleinerziehende Mutter keine Umschweife: „Ich musste eine größere Rechnung von meinem Sohn überweisen. Ich hatte das Geld nicht. Da habe ich das Geld in der Schublade liegen sehen.“

Vom Herrschinger Pflegedienst vermittelt, arbeitete die Angeklagte bereits ein halbes Jahr im Haushalt eines betagten Ehepaares. Als die 84-jährige Herrschingerin Verdacht schöpfte, legte sie im Januar einige Geldscheine als Köder in die Schublade. Die Haushaltshilfe biss prompt an und nahm drei 50-Euro-Scheine mit. Drei Tage später griff sie wieder zu und ließ zwei Fünfziger mitgehen. Im Zeugenstand erklärte der Pflegedienstleiter: „Die Nichte des Ehepaares hat mich im Büro angerufen und gesagt, dass Geld fehlt. Die Geschädigten haben der Angeklagten eine Falle gestellt, weil vorher schon etwas weggekommen war.“ Die Angeklagte leugnete allerdings entschieden, mehr als die entwendeten 250 Euro eingesteckt zu haben: „Vorher habe ich kein Geld weggenommen.“

Der Vorfall habe das Renter-Ehepaar sehr mitgenommen, sagte der Pflegedienstleiter: „Die beiden sind schon ziemlich hilfsbedürftig.“ Auch Richter Franz von Hunoltstein äußerte kritisch: „Es ist bitter, dass Sie das Vertrauensverhältnis der alten Leute missbraucht haben.“

Laut Anklageschrift wurde die 47-Jährige nicht erst Anfang dieses Jahres zur Diebin. Bereits im Herbst 2016 soll die Frau in einem anderen Haushalt erst 20 Euro aus einem Geldbeutel genommen und einen Monat später drei Euro Münzgeld eingesteckt haben. Die Angeklagte leugnete den Diebstahl von 20 Euro. Das herumliegende Münzgeld habe sie beim Putzen in die Tasche gesteckt und wollte es dem Hauseigentümer später aushändigen.

Pluspunkte sammelte die 47-Jährige vor Gericht, weil sie die 250 Euro bereits komplett zurückgezahlt hat. Entsprechend maßvoll das Urteil von Richter Franz von Hunoltstein: Die bisher unbescholtene Frau kam mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 15 Euro davon.

Von Nilda Höhlein

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