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Offiziell freigegeben: Das Ortsschild muss noch Richtung Andechs versetzt werden, dann liegt der Kreisel auch im Ort. Über die Freigabe freuten sich Stefan Höck (Landratsamt), Ingenieur Benjamin Neudert, Landrat Karl Roth, Robert Miller vom Bauunternehmen Strohmaier, Silke Schweigler (Staatliches Bauamt), Bürgermeister Christian Schiller und Kreiskämmerer Stefan Pilgram (v.l.). 

Kreisverkehr eröffnet

Erster Mosaikstein für Gymnasium Herrsching fertig

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Mit dem Gymnasium in Herrsching geht es trotz Widerstand voran. Der für die Erschließung notwendige Kreisverkehr ist nun offiziell freigegeben. 

Herrsching – Landrat Karl Roth freute sich über den „ersten Mosaikstein für das Gymnasium Herrsching“. Genau dies ist der Kreisverkehr in Mühlfeld, der früher als erwartet nach einem halben Jahr Bauzeit gestern offiziell für den Verkehr freigegeben wurde. Die Vorfreude auf das Gymnasium wollte er sich nicht nehmen lassen, „noch bin ich relativ entspannt“. Das zweite Bürgerbegehren gegen diesen Standort in Mühlfeld war dennoch präsent.

Wie berichtet, ist der Kreisel zur Verkehrserschließung des künftigen Gymnasiums notwendig. „Die Witterung hat gepasst, die veranschlagten Kosten von rund 1,2 Millionen Euro sind grob eingehalten worden“, freute sich der Landrat. Ein Großteil habe die provisorische Umfahrung verschlungen. Aber anders ging’s nicht, ohne den Verkehr zu behindern.

Landrat Roth freut sich, dass der Kreisverkehr nun freigegeben ist

 Als junger Polizist habe Roth noch am Stopp-Schild an der Abzweigung nach Wartaweil stehen müssen, um zu kontrollieren, ob Autos auch tatsächlich stoppten. Lange ist’s her, „daran denken musste ich immer, wenn ich hier vorbei gefahren bin“, sagte er. Umso mehr freute ihn, dass der Kreisverkehr nun freigegeben sei, auf dessen Verkehrsinseln noch immer bunte Wiesenblumen blühen. Diese konnten gestern die Autofahrer bestaunen, die kurzzeitig im Stau stehen mussten, als mitten im Feierabendverkehr das offizielle Freigabe-Foto gemacht wurde.

Im nächsten Jahr ist der Bau des Niederschlagwasserkanals geplant. Sie sichert die Entwässerung des Schulgrundstücks während der Bauzeit. Erst im Zuge des Neubaus werde der Straßenabschnitt entlang des Schulgrundstücks bis zur Panoramastraße hergestellt – mit großer Haltebucht für drei Busse, Querungshilfe und einer Abbiegespur. Seeseitig wird der Gehweg bis zum Seespitz verbreitert. „Großartig“ fanden er und Herrschings Bürgermeister Christian Schiller das Zusammenspiel der beteiligten Behörden und der ausführenden Firmen.

Roth: „Wir haben zweimal gesagt, wir werden das Grundstück nicht verlassen.“

„Ich denke, dass wir so weiter arbeiten können“, meinte Roth. „Wenn sie uns lassen.“ Aber daran wollte er nicht zweifeln: „Wir haben zweimal gesagt, wir werden das Grundstück nicht verlassen.“ Bauherr sei schließlich der Landkreis. Das zweite Bürgerbegehren sorge dennoch für Irritation, ebenso die dazu verteilte Broschüre, die er einen Affront gegen alle Mandatsträger nannte. Angriffe auf seine Person lässt er noch an sich abperlen, „aber dass ich ein Lügner sei, das lasse ich mir einmal sagen oder eineinhalbmal, nicht mehr“. Er überlege, mit einer einstweiligen Verfügung dagegen vorzugehen. Ein Landrat halte vieles aus, irgendwann sei jedoch Schluss. Und: „Wir überlegen auch, ob wir die Bürger nochmal zu einer Informationsveranstaltung einladen.“

Roth steht mit seinem Groll nicht allein. Auch Herrschings dritte Bürgermeisterin Christina Reich ist wütend, „als wären wir 22 Deppen im Gemeinderat, und nur drei kennen sich aus“. Genauso Schiller, der hervorhob, wie viele Vorteile das Gymnasium für Herrsching bringe, allein durch die Nutzung von Sportstätten und Halle. Ein anderer Standort sei nicht möglich, „neun Eigentümer wollen nicht verkaufen. Selbst wenn, hätten wir niemanden, der da baut.“ Jede Verzögerung bedeute Mehrkosten von rund fünf Millionen Euro im Jahr. Ein erfolgreiches Bürgerbegehren würde den Bau zunächst für ein Jahr blockieren.

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