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Tatort Wartaweil

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Von: Peter Schiebel

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Tatort-Dreh am Ammersee: Die beiden Schauspieler Beniamino Brogi (Rolle: Luca Modica, l.) und Paolo Sassanelli (Domenico Palladio) am Set, dazu Kameraleute und Tontechniker.
Tatort-Dreh am Ammersee: Die beiden Schauspieler Beniamino Brogi (Rolle: Luca Modica, l.) und Paolo Sassanelli (Domenico Palladio) am Set, dazu Kameraleute und Tontechniker. © BR/Hagen Keller

In einer Villa und am Ammersee-Ufer bei Wartaweil sind Teile des neuen ARD-Tatort gedreht worden. Der Bayerische Rundfunk schwärmt von der Umgebung, die Herrschinger Wasserwacht passte auf, dass niemand in den See fiel.

Wartaweil – Ob die Einschaltquote in Herrsching am kommenden Sonntag signifikant nach oben geht, weiß keiner. Dass einige Herrschinger mit einem ganz besonderen Blick vor dem Fernseher sitzen dürften, ist aber klar. Dann nämlich spielt Wartaweil eine nicht unbedeutende Rolle im neuesten ARD-Tatort (wir berichteten).

Mit „In der Familie“ lief gestern Abend die erste von zwei Folgen zum 50-jährigen Bestehen der beliebtesten Krimireihe im deutschen Fernsehen. Schwerpunktmäßig spielte der Fall in Dortmund, kommenden Sonntag verlagert sich das Geschehen nach München und an den Ammersee. In Wartaweil hat die Produktionsfirma eine Villa gefunden, die ganz wunderbar in die Mafia-Geschichte passt, in der die Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Peter Faber (Jörg Hartmann) ermitteln.

Bereits Anfang März – und damit noch vor dem ersten Corona-Lockdown – wurde dort eine Woche lang gedreht. Aber wir kamen die Tatort-Macher auf den Ammersee? „Man hat sich für dieses Motiv entschieden, weil es visuell viel hergibt“, erklärt Gesine Pucci vom Bayerischen Rundfunk gegenüber dem Starnberger Merkur. „Es ging darum, einen stilvollen Ort zu finden, der genug Abgeschiedenheit ausstrahlt, um etwas zu erzählen, das im Verborgenen stattfindet.“ Mafia eben. „Zudem ist es ein reizvoller Kontrast zu den ansonsten eher städtisch geprägten Bildern“, sagt Pucci.

Von der Gemeinde Herrsching gab’s schnell Zustimmung. Sie stellte den Fernsehleuten den Parkplatz beim TSV Herrsching zur Verfügung, wo diese eine Woche lang ihre Fahrzeuge abstellen konnten. Die Abteilung Wassersport des Vereins versorgte die Crew dort mit Strom und Wasser und stellte ihre Toiletten zur Verfügung, wie Abteilungsleiter Thomas Lauffer erklärt. „Das war selbstverständlich für uns“, sagt er. Direkten Kontakt habe es aber keinen gegeben.

Anders sieht das bei der BRK-Wasserwacht Herrsching aus. Sie stellte mit Sven Landrock und dem stellvertretenden technischen Leiter Leon Gambihler zwei Kollegen für einen Tag zur Sicherung der Dreharbeiten ab. „Wenn am Wasser gedreht wird, wird oft die lokale Wasserwacht angefragt“, erklärt Vorsitzende Fiona Kemp. Die beiden Mitglieder seien mit Sanitätsrucksack im Hintergrund dabei gewesen. „Sie waren auch bereit, im Fall eines Falles ins Wasser zu springen“, erklärt Kemp. In dem Fall wäre schnelle Hilfe in der Tat nötig gewesen: Der Ammersee hatte während der Dreharbeiten gerade mal vier Grad Wassertemperatur.

Im Schnitt werde die Herrschinger Wasserwacht einmal im Jahr zu Dreharbeiten herangezogen, erzählt Fiona Kemp. Heuer habe es sogar zwei Drehs gegeben. Sie selbst sei Ende August bei einer neuen Folge von „Der Alte“ dabei gewesen. Da war der Aufwand für die Wasserwachtler ein bisschen größer. Weil Szenen auch auf dem Wasser spielen, waren sie mit dem Boot im Einsatz.

Ihr machen die Filmdrehs meistens Spaß. Die Leute vom Film seien „sehr offene Menschen“, sagt Kemp. Und spannend sei das Ganze natürlich auch. Ob sie am nächsten Sonntag, 6. Dezember, um 20.15 Uhr vorm Fernseher sitzt? „Natürlich bin ich neugierig“, sagt Fiona Kemp. „Wenn man dabei ist und hinter die Kulissen schauen darf, weiß man, wie aufwendig das ist, und will natürlich wissen, wie die Szenen fertig aussehen.“ Und außerdem: „Wenn man in Herrsching wohnt, ist das ohnehin interessant.“ So sieht’s auch Bürgermeister Christian Schiller, der während des Drehs gar keinen Kontakt zur Filmcrew hatte. „Wir sind auf das Ergebnis gespannt“, sagt er.

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