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Frömming: „Zwischenrunde ohne Zuschauer sinnlos“

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Von: Michael Baumgärtner

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„Momentan macht es einfach gar keinen Spaß“: Fritz Frömming befürchtet, dass seine Mannschaft diese Saison nicht mehr vor Heimpublikum spielen darf.
„Momentan macht es einfach gar keinen Spaß“: Fritz Frömming befürchtet, dass seine Mannschaft diese Saison nicht mehr vor Heimpublikum spielen darf. © SVJ

Die Volleyball-Bundesliga kommt allmählich in Terminnot. Wegen Corona müssen viele Spiele der Hauptrunde nachgeholt werden. Fritz Frömming, Geschäftsführer der WWK Volleys, plädiert dafür, die neugeschaffene Zwischenrunde unter Umständen zu streichen.

Herrsching – Fritz Frömming kann seine Verdrossenheit nicht verbergen: „Momentan macht es einfach gar keinen Spaß“, sagt der Geschäftsführer der WWK Volleys Herrsching. Am vergangenen Wochenende fielen wegen Corona vier von fünf angesetzten Spielen in der Volleyball-Bundesliga aus – unter anderem auch die Heimpartie der Herrschinger gegen die United Volleys Frankfurt, die einige Infizierte in ihrem Team hatten. Insgesamt stehen im Moment noch sechs Nachholpartien der Hauptrunde aus, die noch nicht terminiert sind, obwohl die neu eingeführte Zwischenrunde bereits am 22. Januar beginnen soll – wenn sie denn überhaupt gespielt wird.

Für Frömming macht die Zwischenrunde ohnehin nur Sinn, wenn auch mit Zuschauern gespielt werden dürfte. „Ich bin sehr pessimistisch und befürchte, dass wir in dieser Saison kein Spiel mehr vor Zuschauern machen können. Wen interessiert dann noch eine Zwischenrunde?“, sagt der 58-Jährige. Diese zusätzlichen Spiele „sind doch nur deswegen eingeführt worden, um die finanziellen Lücken zu schließen“. Die Priorität liegt für Frömming eindeutig darauf, dass die Hauptrunde ordnungsgemäß zu Ende gebracht wird. „Dann könnte man im schlimmsten Fall auch einen Deutschen Meister küren.“ Doch aufgrund der Terminnot steht eventuell sogar im Raum, die Hauptrunde abzubrechen und nach Quotientenregel zu werten. „Da bin ich komplett dagegen“, sagt Frömming. Und die Spiele einfach auf spätere Zeitpunkte zu verlegen, sei nicht so einfach: „Schließlich gibt es da auch Probleme mit den Hallen, die ja oft anderweitig belegt sind.“

Wie genau mit dem Rest der Bundesligasaison verfahren wird, soll am heutigen Dienstag erörtert werden. In einer Videokonferenz treffen sich am Vormittag Vertreter der Deutschen Volleyball Bundesliga (VBL) mit den Vereinsfunktionären. „Danach wissen wir mehr“, so Frömming.

Glücklicher als mit der Gesamtsituation ist der Geschäftsführer des selbst ernannten Geilsten Clubs der Welt (GCDW) darüber, dass seine Mannschaft bislang vom Coronavirus verschont geblieben ist. Die WWK Volleys Herrsching sind eines der wenigen Bundesligateams, die noch keine Infektion zu verzeichnen haben. „Aber ich warte fast täglich darauf, dass einer unserer Spieler erkrankt“, gibt Frömming angesichts der hoch ansteckenden Virusvariante Omikron zu.

Dass es bisher noch nicht so weit gekommen ist, hat laut Frömming vor allem damit zu tun, „dass bei uns alle, neben den Spielern natürlich auch die Trainer, die Physios und die medizinische Abteilung, geimpft sind“. Gestern war die gesamte Mannschaft gemeinsam bei der dritten Auffrischungsimpfung. „Wir stehen voll zum Impfen, Impfverweigerer gibt es bei uns keinen einzigen“, beteuert Frömming. Nur ein Spieler habe große Angst vor Spritzen, habe sich aber dennoch boostern lassen. Und ein anderer konnte seine dritte Spritze noch nicht bekommen, „weil es für ihn noch zu früh gewesen wäre“.

Ansonsten hielten sich die WWK Volleys strikt nach den vorgegebenen Hygienerichtlinien. Sämtliche regelmäßig mit der Mannschaft in Kontakt stehenden Personen werden zweimal wöchentlich getestet, wenn am Wochenende ein Spieltag ansteht, sogar dreimal. Kosten für die vielen Schnelltests fallen für den Verein glücklicherweise nicht an, weil diese von der Firma Hygieneboy gesponsert werden. Dennoch hat Frömming derzeit wenig Spaß: „Das alles macht wahnsinnig viel Arbeit.“

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