+
Der Audi Dome im Münchner Westen soll den WWK Volleys Herrsching eine neue Heimat für ihre Heimspiele werden. Das erste Spiel des selbsternannten Geilsten Club der Welt (GCDW) dort soll bereits im April stattfinden. 

WWK Volleys

Schleichender Abschied: Herrschinger Volleyballer wollen im Audi Dome spielen

  • vonAndrea Gräpel
    schließen

Die WWK Volleys aus Herrsching wollen ihren Schwerpunkt statt in Fürstenfeldbruck nun in den Audi Dome nach München verlegen.

Herrsching – Sollten es die WWK Volleys in die Playoffs schaffen, werden die „Heimspiele“ dieser Meisterrunde voraussichtlich der Anfang vom Ende aller Erstliga-Volleyballspiele in Herrsching sein. Geschäftsführer Fritz Frömming bestätigt, dass die Volleyballer eine Chance beim Schopfe packen wollen, die sich ihnen im Münchner Audi Dome auftut. Gleichzeitig kündigt er an, sich von den Plänen, nach Fürstenfeldbruck umzuziehen, zurückziehen zu wollen.

Die Basketballer des FC Bayern München, die im Audi Dome ihre Heimspiele ausrichten, wollen jedoch von langfristige Abmachungen noch nichts gehört haben. Es gebe zwar Überlegungen, dort vermehrt auch andere Sportveranstaltungen auszurichten, sagte ein Sprecher gestern. „Langfristige Abmachungen oder gar Verträge gibt es aber nicht“, sagte er. Auch Frömming räumt ein, dass schriftlich noch nichts fixiert sei, aber „die Planungen gibt es“.

Die Herrschinger Volleyballer haben noch bis 2023 eine Ausnahmegenehmigung für die Nikolaushalle in Herrsching – obwohl die Halle mit 1000 Sitzplätzen und einer Höhe von sieben Meter nach den Regeln nicht bundesligatauglich ist. Vorgeschrieben sind wenigstens 2500 Sitzplätze und eine Hallenhöhe von neun Metern. Die WWK Volleys spielen bereits im sechsten Jahr mit Sondergenehmigung.

Noch im vergangenen Juli hatte sich Frömming über Unterstützung aus dem Nachbarlandkreis gefreut, nachdem Hallenpläne in Herrsching schon 2017 geplatzt waren. Fürstenfeldbrucks Oberbürgermeister Erich Raff plante mit den Herrschinger Volleyballern eine Multifunktionsarena mit bis zu 3000 Sitzplätzen, die auch den in die zweite Liga strebenden Brucker TuS-Handballern eine Heimat bieten sollte. „Wir waren noch nicht weit“, sagt Frömming nun. Bislang habe es nur Vorgespräche gegeben. Raff bestätigt dies und kann die Gründe des Rückzugs nachvollziehen: „In München können die Herrschinger sofort spielen.“ Am Plan, die Multifunktionshalle zu bauen, hält er dennoch fest.

Als sich für die WWK Volleys über den Kontakt eines ehemaligen Spielers die Möglichkeit im bestehenden Audi Dome auftat, zögerte das Management nicht lange. „Es ist eine neue Chance“, sagt Frömming. „Es ist schneller, sicherer und besser.“ In Fürstenfeldbruck könnten die ersten Spiele frühestens 2022 ausgetragen werden. In München soll das erste Playoff-Heimspiel schon im April dieses Jahres stattfinden.

Großereignisse wie dieses waren für die Herrschinger trotz Heimrecht schon immer mit Reisen verbunden – etwa nach Innsbruck oder Unterhaching. Der Audi Dome hat Platz für 6700 Zuschauer. Allerdings hat er auch Einschränkungen, nämlich den Videowürfel über dem Spielfeld. Dieser hängt in einer Höhe von 7,66 Meter. Die Liga habe für das Spiel im April aber schon eine Ausnahmegenehmigung erteilt.

„Für uns ist das ein Testlauf“, sagt Frömming. „Wenn der gut läuft, versuchen wir dort mehr.“ Die Rede ist von fünf oder sechs Heimspielen, insgesamt gibt es in einer Bundesliga-Saison bis zu elf. Der Rückzug aus Herrsching soll Schritt für Schritt erfolgen. „Wir müssen uns langsam den Sponsoren nähern“ – beziehungsweise die aktuellen nicht vor den Kopf stoßen.

„Wir müssen den nächsten Schritt tun“, erklärt Frömming. Sonst könne sich die Mannschaft nicht nach vorn entwickeln, die Volleyballer blieben auf dem fünften, sechsten oder siebten Platz hängen. So erhalte München eine Bundesliga-Volleyballmannschaft und im Gegenzug falle es den WW Volleys möglicherweise leichter, gute Spieler anzuwerben. Blieben die Volleyballer in der zu kleinen Halle in Herrsching, müssten sie zwangsabsteigen.

An den Organisationsstrukturen der WWK Volleys ändert sich nichts. Der TSV Herrsching bildet weiter eine Spielgemeinschaft mit der DJK SB München-Ost, um den erforderlichen Unterbau vorweisen zu können. Die dritte Mannschaft zum Beispiel, die aktuell vor dem Aufstieg in die Bayernliga steht, spielt weiterhin in Herrsching. Auch die erste Mannschaft hat weiter einen Fuß am Ammersee, da einer der fünf Trainingsstandorte in Herrsching bleibt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Videokamera gegen Schranken-Vandalismus
Videokamera gegen Schranken-Vandalismus
Schwerer Unfall an der Maisinger Schlucht: 18-Jährige fährt frontal in Lkw und wird schwer verletzt
Schwerer Unfall an der Maisinger Schlucht: 18-Jährige fährt frontal in Lkw und wird schwer verletzt
Neuer Kreisel bei Gilching fertig
Neuer Kreisel bei Gilching fertig

Kommentare