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So wird’s gemacht: Ludwig Zitzelsberger vom Bayerischen Roten Kreuz erklärt Kursteilnehmerin Susanne Gabler, wie die Herzdruckmassage in der Praxis funktioniert.

Hilfe bei Herzstillstand

In drei Schritten zum Lebensretter

Bei Herstillstand zählt jede Sekunde. Aber nur in einem Drittel der Fälle greifen Zeugen auch ein. Wie jeder zum Lebensretter werden kann, zeigte ein Reanimationskurs am Samstag in der Privatklinik Dr. Schindlbeck in Herrsching.

Herrsching – Daniela Fischer, Leitende Oberärztin der Privatklinik Dr. Robert Schindlbeck, kann sich noch gut an das Ehepaar erinnern. Die beiden waren gerade aus dem Urlaub zurückgekommen, er hatte die Koffer abgestellt, als er plötzlich vor dem Schrank zusammenbrach – Herzstillstand. Seine Frau hörte den Schlag, alarmierte über den Notruf 112 die Retter und begann sofort mit der Herzdruckmassage. Als der Notarzt nach endlosen Minuten eintraf, war ihr Mann am Leben.

Wie wichtig im Notfall jede Sekunde ist, schilderte am Samstag auch Karsten Meumann, der den Rettungsdienst des BRK im Landkreis leitet. „Wir kommen immer zu spät“, sagte er. Im Landkreis Starnberg brauche ein Rettungswagen im Schnitt acht Minuten bis zum Einsatzort. Im Falle eines Herzstillstands komme es aber bereits nach drei Minuten zu irreparablen Schäden im Gehirn. „Wenn das Herz stillsteht, wird kein Blut mehr ins Gehirn gepumpt“, erklärte Oberärztin Fischer. „Da zählt jede Sekunde.“ Deswegen sei es so wichtig, den Menschen zu zeigen, was sie tun können. Zumal in 70 Prozent der Fälle Augenzeugen dabei sind, wenn Menschen einen Herzstillstand erleiden. Aber nur in 35 Prozent der Fälle beginnen diese auch mit einer Herzdruckmassage.

Die meisten seien unsicher, was im Notfall zu tun ist, weiß Fischer. Und deswegen lernten 45 Teilnehmer des Reanimationskurses in der Privatklinik am Samstag, wie sie in drei Schritten zum Lebensretter werden können. Das Wichtigste sei, überhaupt etwas zu tun. Angst, etwas falsch zu machen, brauche niemand zu haben. Im Gegenteil – wenn man nichts tue, habe der Betroffene so gut wie keine Überlebenschance.

In 30 Jahren Berufserfahrung habe er noch keinen Patienten erlebt, der einen Herzstillstand überlebt habe, wenn nicht schon vor Ort jemand am Boden gekniet und gedrückt hätte, berichtete Retter Meumann. „Mit der Herzdruckmassage übernehmen wir die Funktion des Herzens in diesem Moment“, sagte Fischer. „Im Blut befindet sich noch genug Sauerstoff, der durch die Massage in die Organe, vor allem ins Gehirn, gepumpt wird und den Patienten so am Leben erhält.“ Veranstaltungen wie der Reanimationskurs helfen dabei, Ängste und Hemmungen abzubauen. „Jetzt weiß ich, was ich im Ernstfall tun kann, und fühle mich sicherer“, bestätigte Teilnehmerin Susanne Gabler. „Vorher hätte ich einfach nur den Notruf gewählt. Dass man nur durch das Drücken helfen kann, wusste ich gar nicht.“

Nach Angaben des BRK-Kreisverbandes sterben im Landkreis Starnberg jede Woche zwei bis drei Menschen an plötzlichem Herztod. Diese drei Schritte können helfen, bei einem Herzstillstand Leben zu retten:

Prüfen:Wenn ein Mensch das Bewusstsein verloren hat, sprechen Sie ihn zuerst an. Kommt keine Reaktion, überprüfen Sie die Atmung, indem Sie mit dem Ohr an seiner Nase hören und spüren.

Rufen:Noch bevor Sie andere Maßnahmen ergreifen, rufen Sie den Notruf 112. Die Rettungskräfte machen sich dann sofort auf den Weg zu Ihnen. Außerdem können die Retter Sie am Telefon bereits zu Erste-Hilfe-Maßnahmen anleiten.

Drücken: Legen Sie den Patienten auf einer harten Unterlage auf den Rücken. Erst dann beginnen Sie mit der Herzmassage. Dazu drücken Sie fest und schnell mit beiden Händen (übereinander) in der Mitte des Brustkorbs. Drücken Sie gleichmäßig etwa 100 Mal pro Minute und etwa fünf bis sechs Zentimeter tief. Hören Sie damit nicht auf, bis die Rettungskräfte eingetroffen sind.

Eine Kurzanleitung gibt es unter www.einlebenretten.de.

Von Maren Knödl

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