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Herrsching investiert wie nie

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Von: Andrea Gräpel

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Für die Obdachlosenunterkunft mit 16 Schlafplätzen und jeweils separaten Eingängen – hier die Fassadenansicht – sind im Haushalt 905 000 Euro vorgesehen. Im Frühjahr soll es losgehen, die Genehmigung liegt vor.
Für die Obdachlosenunterkunft mit 16 Schlafplätzen und jeweils separaten Eingängen – hier die Fassadenansicht – sind im Haushalt 905 000 Euro vorgesehen. Im Frühjahr soll es losgehen, die Genehmigung liegt vor. © Entwurfsplanung: werkraum-a

Mit 9,3 Millionen Euro liegen die Investitionen in der Gemeinde Herrsching im kommenden Jahr auf dem bislang höchsten Niveau. „Es bewegt sich was“, stellte Bürgermeister Christian Schiller zufrieden fest, nachdem der Gemeinderat am Montag den Haushalt 2022 verabschiedet hat.

Herrsching – Der Haushalt 2022 war schon Thema der ersten Klausurtagung des Herrschinger Gemeinderats in der aktuellen Zusammensetzung. Diese liegt erst zwei Wochen zurück. Dabei auch acht Stunden Vorbereitung für ein Zahlenwerk mit einem Volumen von insgesamt rund 33 Millionen Euro. Von Kämmerin Miryam Goodwin so eng geschnürt, dass nach Abzug aller Ausgaben sogar ein kleines Plus bleibt: rund 5700 Euro. „Die Pflichtaufgaben sind damit gewährleistet“, sagte sie am Montag stolz, als sie die Satzung dem Gemeinderat zur Abstimmung vorlegte.

In Anbetracht der vielen Baustellen eine beachtliche Leistung. Sogar Christiane Gruber (BGH), die noch vor einem Jahr Visionen vermisste, war zufrieden: „Ich denke, wir investieren in die richtigen Bereiche“, sagte sie. Derer gibt es im kommenden Jahr eine ganze Menge.

Die größte Investition steht mit dem Kinderhaus am Fendlbach ins Haus. Drei Millionen Euro sind dafür im nächsten Jahr vorgesehen. 950 000 Euro stehen für das Gemeindehaus Widdersberg bereit, das damit, so Bürgermeister Christian Schiller gegenüber dem Starnberger Merkur, sogar im vorgegebenen Kostenrahmen bleibe. Anders als die Obdachlosenunterkunft, mit deren Realisierung niemand mehr warten möchte. Seit 2017 ist der Bau neben der Kleingartenanlage im Gewerbegebiet im Gespräch. Vom damaligen CSU-Gemeinderat Willi Welte einst auf Kosten von maximal 400 000 Euro geschätzt, war dieser Betrag bereits in der Planungsphase nicht zu halten – die Kosten wuchsen von 540 000 auf zuletzt 650 000 Euro an. Das war im September 2020. Im Frühjahr soll es nun losgehen, im Haushalt eingestellt sind dafür durch jüngste Kostensteigerungen ungeahnte 905 000 Euro.

Ähnlich hoch ist die Summe der Kosten, die die Pausenhof-Sanierung der Christian-Morgenstern-Grund-  und Mittelschule kostet. Jeweils 400 000 Euro sind für die Bereiche Mittelschule 2022 und Grundschule 2023 vorgesehen. Ein Betrag in etwa derselben Höhe entfällt auf die Restabwicklung der Schulsanierung. Aktuell wird darüber hinaus die Schulbushaltestelle an der Mühlfelder Straße barrierefrei umgebaut. Dafür und für die Gehwege sind noch mal Kosten in Höhe von 250 000 Euro fällig. Auch das künftige Gymnasium wird im kommenden Jahr greifen: Mit dem geplanten Spatenstich im Frühjahr muss auch die Gemeinde Herrsching diesmal mit 400 000 Euro zum Kreisprojekt beitragen.

In der Summe sind es 9,3 Millionen Euro, die Herrsching nächstes Jahr investiert. Ein Betrag, der noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien. 2017 hatte der damalige Kämmerer Manfred Wörle schon bei 4,8 Millionen Euro von einem hohen Niveau gesprochen. Dafür liegt die Verschuldung mit 41 Euro pro Einwohner 2022 noch niedriger als in diesem Jahr (59 Euro/Einwohner). Miryam Goodwin warnte jedoch vor: Dies bleibe kein Dauerzustand, denn 2023 steht der Bau bezahlbaren Wohnraums für Herrschinger am Mitterweg an. Dafür werde ein Darlehen in Höhe von 4,15 Millionen Euro notwendig.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Christiane Gruber. Ähnlich die Reaktion ihrer Ratskollegen. Mit einer Ausnahme: Gerd Mulert (Grüne). Ihm mangelte es an Flüchtlings- und Klimapolitik in der Kommune. „Es braucht eine gute Lösung“, mahnte er zum Beispiel in Zusammenhang mit der Auflösung der Container-Anlage an der Goethestraße ab 2023. Dem Haushalt stimmte er wie alle anderen trotzdem zu.

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