+
Unterschriftenübergabe: Silvana und Thomas Prosperi, Jutta Fritz, Friederike Tetzloff-Beschle, Bürgermeister Christian Schiller, Lothar und Ingrid Berger, Christian Dlusztus sowie Manfred Schmid (v.l.). 

Nasse Füße an der Hechendorfer Straße?

Hochwassergefahr in Herrsching: Anwohner laufen Sturm gegen „überdimensionierte Bebauung“

  • schließen

An der Hechendorfer Straße in Herrsching ist ein Neubau mit elf Wohneinheiten geplant. Anlieger formulieren dagegen Bedenken.

Herrsching – „Wieder ein kleiner Schritt in Richtung Verstädterung von Herrsching“, ärgert sich Thomas Prosperi. Er und 149 weitere Anwohner der Hechendorfer Straße haben gegen ein Bauvorhaben unterzeichnet, das östlich der Hechendorfer Straße gegenüber der Abzweigung nach Rausch gebaut werden soll. Geplant ist auf dem etwa 1250 Quadratmeter großen Grundstück ein versetztes Mehrfamilienhaus mit insgesamt elf Wohneinheiten und 18 Stellplätzen. Die überbaute Grundfläche beträgt 361 Quadratmeter. Zuvor war das Grundstück mit einem kleinen Einfamilienhaus bebaut. Vor der Bauausschusssitzung am Montag überreichten die Nachbarn ihre Unterschriftenliste.

Die Nachbarn laufen Sturm gegen eine „überdimensionierte Bebauung“, die die ohnehin brenzlige Hochwassersituation noch verschärfen könnte, das Verkehrsaufkommen in der vielbefahrenen 30er-Zone zu erhöhen, noch dazu an einer „unübersichtlichen Kurve“, sowie die Natur an der Grenze zum Schutzgebiet Herrschinger Moos zu beeinträchtigen. In ihrem Schreiben an die Gemeinde bitten die Anwohner der Hechendorfer Straße um Berücksichtigung ihrer Einwände. Bürgermeister Christian Schiller machte ihnen wenig Hoffnung.

Thema Hochwasser muss Bauwerber selbst bereinigen

Die Planung auf dem betroffenen Grundstück mit der Hausnummer 22 wird nach der Eigenart der näheren Umgebung beurteilt und füge sich nach Ansicht der Herrschinger Bauverwaltung in die vorhandene Bebauung ein. Bauamtsmitarbeiter Oliver Gerweck verwies auf das direkt gegenüber an der Rauscher Straße liegende Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten. Auch nach Ansicht Schillers „kommt das Landratsamt gar nicht drum herum, das Gebäude zu genehmigen“. Dass dies eine „schwierige Stelle“ sei, stellte der Bürgermeister nicht in Abrede. Das Thema Hochwasser habe der Bauwerber aber selbst zu bereinigen, „das spielt baurechtlich keinerlei Rolle“.

Willi Welte (CSU) schloss sich dieser Meinung an, auch wenn er beim ersten Anblick der Pläne einen Schreck bekam und meinte, „das geht gar nicht“. Aber baurechtlich „bleibt uns fast nichts anderes übrig als zuzustimmen“. Er sprach die Bezugsfälle in der näheren Umgebung an, als er sagte, „die Bauten aus den 70er Jahren holen uns leider immer wieder ein“. Und auch wenn die Gemeinde das Einvernehmen nicht erteile, würde es durch das Landratsamt als Genehmigungsbehörde ersetzt. „Dann können wir gleich zustimmen.“ Christiane Gruber (BGH) dagegen verwies auf die Hochwasserproblematik mit möglicherweise „gravierenden Folgen für die Nachbarn“. Eine Anmerkung, die Schiller dem Beschluss gerne anfügen wollte. Mit 6:3 Stimmen brachten die Herrschinger Räte den Antrag nichtsdestotrotz auf den Weg. Die Enttäuschung der Nachbarn war groß. Viele saßen als Besucher im Sitzungssaal und standen nach der Entscheidung noch einige Zeit ratlos vor dem Rathaus, um das Gehörte zu diskutieren.

Lesen Sie auch: Hochwasserschutz in Herrsching: Wenn der Bach zum reißendem Strom wird   

grä

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ungebetenen Gast zusammengeschlagen
Mehrere Gäste einer Geburtstagsfeier haben offenbar einen 36 Jahre alten Mann so verprügelt, dass dieser zur Untersuchung ins Klinikum musste. Er soll sich zuvor mit …
Ungebetenen Gast zusammengeschlagen
Seniorin (82) beim Ladendiebstahl erwischt - Wert der Beute: 99 Cent
Eine 82 Jahre alte Frau ist am Freitagnachmittag in Gilching beim Ladendiebstahl erwischt worden. Wert der Beute: 99 Cent
Seniorin (82) beim Ladendiebstahl erwischt - Wert der Beute: 99 Cent
„ ... vertritt begründet ihre Meinung“
Wie Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Schulze aus Herrsching in ihrer Schulzeit war, verrät Peter Meyer, Schulleiter des Gilchinger CPG.
„ ... vertritt begründet ihre Meinung“
Langlebig und besonders hygienisch
Ein neuer Hochbehälter soll die Gemeinden Feldafing und Pöcking ab 2019 mit Trinkwasser versorgen. Für den alten Hochbehälter hat Ingenieur Ingmar Plettenberg tierische …
Langlebig und besonders hygienisch

Kommentare