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Klinik-Masterplan soll bis Ende des Jahres stehen

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Von: Peter Schiebel

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Unterschrift unter einen zukunftsträchtigen Vertrag (v.l.): Klinik-Geschäftsführer Dr. Thomas Weiler, Landrat Karl Roth, Raymond Francot (Myriad) und Dr. Robert Schindlbeck im Landratsamt. © Landratsamt

Der Landkreis Starnberg hat die Klinik Dr. Schindlbeck in Herrsching gekauft. Was das für die Kliniklandschaft und den Standort Seefeld bedeutet, erklärt Klinik-Chef Dr. Thomas Weiler.

Herrsching/Landkreis – Die Tinte unter dem Vertrag ist trocken: Am Freitag haben Landrat Karl Roth und Raymond Francot, Vertreter des US-Konzerns Myriad Genetics, den Kauf der Schindlbeck-Klinik in Herrsching durch den Landkreis Starnberg perfekt gemacht. Unter Rücksicht auf die amerikanischen Partner ging die Pressemitteilung dazu erst gestern Vormittag an die Öffentlichkeit.

„Ich bin über den Abschluss mächtig froh“, wird Roth darin zitiert. „Denn mit dem Kauf der Klinik sichert sich der Landkreis dauerhaft die stationäre Versorgung im westlichen Landkreis – gerade in Verbindung mit der Klinik Seefeld.“ Zum Kaufpreis äußern sich die Beteiligten nicht. Kolportiert wird eine Summe von rund 25 Millionen Euro. Für die Patienten sowohl in Herrsching als auch an der Klinik Seefeld soll sich bis auf weiteres nichts ändern.

Neben der Klinik gehen auch die Personalwohngebäude und das medizinische Versorgungszentrum für Molekulardiagnostik in München in das Eigentum des Landkreises über. Geschäftsführer der Klinik bleibt Dr. Robert Schindlbeck, der nun allerdings nicht mehr mit einem amerikanischen Partner, sondern unter dem Dach der Holding Starnberger Kliniken GmbH arbeitet. Mit dessen Geschäftsführer Dr. Thomas Weiler sprach der Starnberger Merkur gestern Nachmittag.

Herr Dr. Weiler, warum ist der Kauf der Schindlbeck-Klinik für den Landkreis so wichtig?

Die Rahmenbedingungen der Politik werden für kleine Krankenhäuser wie Seefeld oder Herrsching immer schlechter. Nun haben wir die Möglichkeit, dass beide Häuser viel enger zusammenarbeiten, als es derzeit schon der Fall ist. Primäres Ziel ist es, Synergieeffekte zu generieren.

Beim Stichwort „Synergie“ denken viele aber sofort an Personaleinsparungen ...

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass bei uns jemand an Personalabbau oder -einsparungen auch nur denkt. Das Gegenteil ist der Fall: Es ist doch jetzt schon unheimlich schwierig, Fachpersonal zu finden. Ich meine mit Synergien, dass wir die Arbeit besser aufteilen können. Auf der Verwaltungsebene, aber vielleicht auch bei der Pflege.

Inwieweit werden die Mitarbeiter der beiden Häuser in die Überlegungen eingebunden, und was ändert sich für die Mitarbeiter in Herrsching?

An ihren Arbeitsverträgen ändert sich gar nichts. Sie sind weiter bei der Schindlbeck-Klinik angestellt. Was die Zusammenarbeit anbelangt, so wird es Arbeitskreise geben, an denen sich die Mitarbeiter aktiv beteiligen können. Das gegenseitige Kennenlernen hat zum Teil auch schon stattgefunden.

Durch den Kauf der Schindlbeck-Klinik stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Zukunft der Klinik Seefeld ...

Es muss uns mittelfristig gelingen, beide Kliniken an einem Standort zu vereinen. Denn es macht ja keinen Sinn, über eine Entfernung von weniger als zehn Kilometer an zwei Standorten zu agieren. Das werden wir jetzt prüfen. Unser primäres Ziel ist Herrsching.

Es werden schon ganz neue Standorte für einen Klinik-Neubau ins Spiel gebracht. An der Seefelder Straße in Herrsching etwa.

Die Diskussion um einen neuen Standort ist völlig fehl am Platz. Und das ist auch kein Thema für den Wahlkampf. An erster Stelle sollte heute die positive Botschaft stehen: Der Landkreis sichert die stationäre Versorgung im westlichen Landkreis dauerhaft. Selbst wenn man irgendwann vielleicht ein paar Kilometer mehr fahren muss, sollten wir darüber froh sein. Was den Standort anbelangt, so geht es um Schnelligkeit. Jedes Jahr, das es länger dauert, kostet Geld und Wärme durch den Reibungsverlust. Wir wollen die räumliche Trennung so rasch wie möglich beenden.

Was bedeutet „rasch“?

So rasch wie möglich, aber realistisch braucht es mindestens drei Jahre.

Blicken wir zunächst nur bis zum Jahresende 2020. Wie weit sind Sie dann?

Dann haben wir die Prozesse in Seefeld und in Herrsching enger aufeinander abgestimmt. Wir müssen weniger oft die Patienten von A nach B fahren. Wir haben auch in der Verwaltung die Abläufe vereinfacht. Und wir haben einen Masterplan, wie wir in der Standortfrage weiter arbeiten.

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