Gemeindehaus
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Die Planung eines Ersatzbaus schreitet voran.

Gemeindehaus Widdersberg

Der Kampf um die Kosten

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Knapp zwei Stunden lang ging es in der jüngsten Herrschinger Bauausschusssitzung nur um ein Projekt: das geplante neue Gemeindehaus für die Widdersberger Vereine, das seit mittlerweile fünf Jahren im Gespräch ist. Nun kommt es zu einer weiteren Verzögerung – wenn auch zu einer geringen. Wegen Corona, steht außer der Planung, ohnehin alles in der Warteschleife.

Widdersberg –Vier Fachplaner waren eingeladen. Den Großteil der Zeit befasste sich das Gremium mit der Frage, welche Art der Wärmepumpe zum Heizen des Gebäudes nun am besten geeignet wäre. Kein Wunder, dass Bürgermeister Christian Schiller am nächsten Tag gegenüber dem Starnberger Merkur von der „längsten Bauausschusssitzung der letzten zwölf Jahre“ sprach.

Der Gemeinderat hatte sich in der Vergangenheit – auch aus Kostengründen – gegen eine Wohnung im Dachgeschoss ausgesprochen, die Bürger votierten in einer Abstimmung für einen Saal mit etwa 80 Besucherplätzen. Nun stand (neben der Wärmepumpe) vor allem die Frage im Raum, wie sich die Kosten senken lassen könnten. Im Gemeinde-Haushalt sind eine Million Euro für den Bau eingeplant. In der Sitzung wurde aber klar, dass die Kosten mittlerweile um etwa 100 000 Euro höher liegen. Der Ausschuss beauftragte den Planer Sacha Neukirch am Ende, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. Für Kostensteigerungen sorgt vor allem der Bereich Heizung, Lüftung, Sanitär.

Ursprünglich war geplant, das Thema gleich im Gemeinderat am kommenden Montag wieder auf den Tisch zu bringen. Nun müssen sich die Widdersberger bis nach der Sommerpause im September begnügen. „Nummer sicher“, nannte Schiller dieses Vorgehen. Der Bürgermeister weiß, dass das Projekt – nun, wo es noch etwas teurer geworden ist – wohl nicht einfach so durchgewunken wird. Für die Grünen etwa sei die Million eigentlich schon die Schmerzgrenze, wie Christoph Welsch anmerkte. Für Schiller ist allerdings nach all den Jahren der Planerei klar: „Wir müssen das Ding jetzt durchziehen“, sagte er am Telefon. Noch ist das alte Gemeindehaus bewohnt – „ein Obdachlosenfall“, den man aber laut Schiller woanders unterbringen könnte.

Dass das Gemeindehaus nicht allzu teuer wird, darauf achtete die Mehrheit der Ausschussmitglieder in der Sitzung. Bei besagter Wärmepumpe sprachen sie sich mit 6:4 Stimmen für die günstigere Luft-Wasser-Variante aus. Auch die Fotovoltaikanlage soll nun in der schlichten Version ohne Speicher geordert werden. Hier verließ sich die Runde auf den Rat von Grünen-Gemeinderat Gert Mulert, der nicht im Bauausschuss sitzt, aber Vorsitzender der Energie-Genossenschaft Fünfseenland ist. Sparen wird die Gemeinde auch am Bodenbelag rund um das Haus – er wird aus Beton statt aus nachhaltigerem Naturstein sein.

Ein optischer Störfaktor sind derzeit noch die Glascontainer vor dem alten Gemeindehaus. Als Alternative präsentierte Planer Neukirch ein so genanntes Unterflursystem. Die großen Behälter werden bei dieser Lösung unter der Erde installiert, während an der Oberfläche nur die Einwurftrichter zu sehen sind.

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